Badeseen in der Region sind weiter gesperrt

Region  In manchen Teilen des Landes sind Seen bereits geöffnet. Das Landratsamt Heilbronn wartet auf eine Entscheidung aus Stuttgart. Vom Wasser geht kein Ansteckungsrisiko aus, die Gefahr lauert anderswo.

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Können die Abstandsregeln, etwa am Breitenauer See, zuverlässig eingehalten werden? Diese Frage bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen.

Foto: Archiv/Veigel

Von Badegewässern selbst dürfte kaum ein Risiko ausgehen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren – darin sind sich Wissenschaftler einig. Im Schwimmbad sorgen nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) Chlor und die ständige Wasseraufbereitung dafür, dass das Virus unschädlich gemacht wird. Auch in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder Nord- und Ostsee sei die Gefahr einer Ansteckung wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering, so die Behörde.

Von Bädern mit biologischer Aufbereitung wie Schwimm- oder Badeteichen könne hingegen ein gewisses Infektionsrisiko ausgehen, so das UBA, denn sie enthielten kein Desinfektionsmittel.

Dicht gedrängte Badegäste auf der Liegewiese stellen ein Risiko dar

Weitgehende Entwarnung also, was die Übertragung im Wasser angeht. In der Region Heilbronn bleiben trotzdem vorerst alle Badeseen gesperrt, Schwimmbäder sind sowieso dicht. „Wir haben den Ortspolizeibehörden im Landkreis vorgeschlagen, Badeseen und Badestellen so lange zu sperren, bis das Land eine generelle Öffnungsempfehlung ausspricht“, teilt eine Sprecherin des Landratsamtes in Heilbronn auf Anfrage mit.

Ausschlaggebend dafür seien „Erfahrungen in den vergangenen Jahren“ gewesen, „zum Beispiel die Situation an heißen Sommertagen am Breitenauer See“. Dicht an dicht liegende Handtücher mit sich sonnenden Menschen darauf und volle Badezonen, in denen Körperkontakt kaum zu vermeiden ist, wären der Albtraum von Virologen. Auch an Kassenhäuschen, in Umkleidebereichen oder den Toilettenanlagen lauert ein Infektionsrisiko.

In Heilbronn will man abwarten, welche Beschlüsse die Bäder-AG fasst, die auf Landesebene zu den Themen Freibäder und Badeseen tagt und dann die Situation neu bewertet. Aus Hohenlohe gibt es keine klare Auskunft – es gebe unterschiedliche Rechtsauslegungen, heißt es von dort, deswegen könne an manchen Seen gebadet werden, an anderen nicht.

Über die Umsetzung der von Bundesland zu Bundesland leicht unterschiedlichen Bestimmungen entscheiden die Kommunen selbst. So ist auch der Plüderhausener See im Rems-Murr-Kreis für Badegäste geöffnet, genauso wie einige Bade- und Baggerseen in Oberschwaben und Ostwürttemberg. Andere bleiben auch dort gesperrt, weil die Verantwortlichen zu großes Gedränge fürchten.

In Bayern ist Wassersport auf Seen erlaubt

Im angrenzenden Freistaat Bayern ist Wassersport grundsätzlich erlaubt, einige bayerische Landräte warben in den vergangenen Tagen bereits offensiv mit ihrem Badesee als Alternative zum Freibad.

Was in der ganzen Republik gleich ist: Die strengen Abstands- und Hygieneregeln haben Bestand. Lange Aufenthalte an den Stränden – zum Beispiel zum Grillen – dürften dadurch vielerorts schwierig werden. Und ein zusätzliches Problem droht: Die DLRG in Bayern sei wegen eines möglichen Massenansturms auf die Badeseen in Sorge, schreibt die Süddeutsche Zeitung: Mehr Badeunfälle in Binnengewässern könnten eine weitere Herausforderung sein, die sich aus der Corona-Krise ergibt.

 


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politikressort. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

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