Badegäste bleiben trotz Sommerhitze cool

Region  Trotz 36 Grad auf dem Thermometer ist die Lage in den Freibädern entspannt. Viele der Freibadgänger genießen trotzdem die Ruhe, die es an einem Corona-freien Badetag in dieser Form nicht gäbe.

Von Anna-Lena Sieber

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Wer ein solches schwarzes Bändchen trägt, darf ins Schwimmerbecken der Neckarhalde. Michaela Ludwig hilft dabei für Ordnung zu sorgen.

Foto: Mario Berger

Kleine, schwarze Eimer stehen an den Ein- und Ausstiegen der Schwimmbecken in der Neckarhalde. Gefüllt sind sie mit Bändchen. Jedes Schwimmbecken hat eine andere Bändchenfarbe. Ein Bändchen ist in der Neckarhalde die Eintrittserlaubnis in eines der Becken. "Bitte vergessen Sie nicht, die Bändchen zurück in die dafür vorgesehenen Eimer zu legen", schallt eine Durchsage nach Ende der Badezeit durch das Freibad. Damit nicht zu viele Menschen auf einmal schwimmen.

Bänder werden oft mit an den Platz genommen

"Die Leute nehmen die Bänder oft mit nach Hause oder mit an den Platz auf der Liegewiese", sagt Michaela Ludwig, Auszubildende in der Neckarhalde. So wirklich schlimm sei das jedoch nicht. "Es sind dann ja nicht mehr, sondern weniger Leute im Wasser", so Ludwig.

Im Sprung- und im Schwimmbecken gebe es gar keine Probleme mit Leuten, die gegen die Regeln verstoßen. Im Nichtschwimmerbecken sehe es allerdings anders aus. "Gerade an so heißen Tagen kommen viele Familien mit Kindern. Da muss man auf Zack sein", sagt Kaysim Harmann, die als Fachangestellte für Bäderbetriebe in der Neckarhalde arbeitet. Allerdings würde es gut funktionieren, wenn man die Leute auf ihr Fehlverhalten hinweist. Viele Widerworte fallen nicht.

Kleine Kinder können die Regeln nicht verstehen

Mit den Problemen am Nichtschwimmerbecken kennt Tanja Krüger sich aus. Sie ist mit ihrem zweijährigen Sohn in der Neckarhalde. "Der schreit jetzt rum, weil er nicht ins Wasser kann. Gerade für die Kleinen ist es blöd. Kleine Kinder können die Corona-Regeln nicht verstehen", sagt Krüger. Sie selbst habe immer Glück gehabt, und ein Bändchen bekommen, wenn sie eines haben wollte.

So geht es vielen in der Neckarhalde. "Normal klappt das schon. Im Wasser merkt man gar nicht, dass da so viele Einschränkungen sind", sagt Evelyn Laurinat, die heute zum vierten Mal in der Neckarhalde ihre Runden dreht. Auch bei Henriette Öhler und ihrer neunjährigen Tochter hat es immer gut funktioniert. "Manchmal mussten wir schon ein bisschen warten, aber damit muss man leben. Ist halt Corona-Zeit. Wir sind froh, dass das Freibad überhaupt auf hat", so Öhler.

Statt 600 dürfen ab heute nur noch 400 Gäste ins Ernst-Freyer-Freibad

Im Ernst-Freyer-Freibad in Neckarsulm-Obereisesheim ist die Lage trotz der 36 Grad, die das Thermometer anzeigt, entspannt. Zwar werde die Anzahl der Gäste in einem Becken nicht immer eingehalten, aber "die Leute haben auch keinen Meterstab dabei", sagt Petra Eberhard, die im Ernst-Freyer-Freibad für Ordnung sorgt. Aus diesem Grund sei auch seit Freitag die Zahl der Leute, die ins Schwimmbad kommen dürfen, wieder von 600 auf 400 herabgesenkt worden. Denn in Obereisesheim gibt es keine Bändchen. Eberhard und ihre Kollegen zählen die Menschen, die im Becken sind. "Mit der Zeit bekommt man da einen Blick dafür. Es klappt auch ohne Bändchen ganz gut."

Die Bäder sollen offen bleiben

Durchsagen, die die Badegäste bitten, die Corona-Regeln zu beachten, unterstützen die Bademeister. Und: "Die Leute sind sehr einsichtig", sagt Eberhard. Es sei ja auch in ihrem Interesse. "Wir wollen alle nicht, dass die Bäder wieder schließen müssen."

Die meisten Badegäste genießen aber einfach die ungewöhnliche Ruhe an einem so heißen Tag im Freibad. "Ich finde es so angenehmer. An einem normalen Sommertag könnte ich hier im Becken nicht umfallen, weil es so voll wäre", sagt Freibadgänger Markus Bauer


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