ARD-Dreiteiler: Autounfall bei Heilbronn stoppte Serienmörder

Heilbronn/Lüneburg  Er könnte etliche Morde begangen haben: Im April 1993 kam der Lüneburger Kurt-Werner Wichmann nach einem Unfall bei Heilbronn in U-Haft und erhängte sich dort. Der Spielfilm "Das Geheimnis des Totenwaldes" im Ersten zeichnet die Geschehnisse nach. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten.

Email

Grausame Morde in einem Naherholungsgebiet bei Lüneburg schrieben im Sommer 1989 Kriminalgeschichte. Am heutigen Mittwoch um 20.15 Uhr startet im Ersten der Dreiteiler "Das Geheimnis des Totenwaldes".

Foto: NDR/ConradFilm

Im Sommer vor 31 Jahren haben mehrere Morde in der Umgebung Lüneburgs viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Zwei Paare wurden in einem Naherholungsgebiet auf grausame Weise umgebracht - das Verschwinden einer Frau und Mutter aus Lüneburg wird drei Jahrzehnte später demselben Täter zugeschrieben: Kurt-Werner Wichmann, verheirateter Friedhofsgärtner aus Lüneburg.

Er könnte noch etliche Morde mehr begangen haben, von 24 weiteren ist die Rede. Im Ersten wird am 2. Dezember um 20.15 Uhr der Beginn des dreiteiligen Spielfilms "Das Geheimnis des Totenwaldes" ausgestrahlt, der auf diesen wahren Begebenheiten beruht.

Der grausame Wahnsinn nahm in Heilbronn ein Ende

Und ausgerechnet in Heilbronn hatte der grausame Wahnsinn damals sein abruptes Ende genommen. Nachdem Ermittler auf seine Spur kamen und sein Haus in Lüneburg durchsuchten, war Wichmann wochenlang auf der Flucht.

Am 15. April 1993 verursachte er einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" zufolge einen Autounfall auf einer Landstraße bei Heilbronn. "Die Polizisten durchsuchen sein Auto, finden Waffenteile und Munition, deswegen nehmen sie ihn mit zur Wache", heißt es in dem umfangreichen Artikel über den Serienmörder. Der Mann sei im Anschluss in Untersuchungshaft gekommen. "Dort erhängt er sich an seinem Gürtel. Es ist der 25. April 1993. Wichmann ist 43 Jahre alt geworden."

Warum der Serienmörder vor 27 Jahren bei Heilbronn unterwegs war, ist unklar

Die Akten über den betreffenden Unfall sind nach Angaben der Heilbronner Polizei damals an die für die Aufklärung der Morde zuständigen Ermittler der Polizei Lüneburg weitergegeben worden. Wo genau sich der Unfall bei Heilbronn im Jahr 1993 ereignet hatte, konnte ein Sprecher der Polizei in Lüneburg am Dienstag nicht konkretisieren. Ebenso konnte er keine Auskunft treffen, weshalb der Serienmörder vor 27 Jahren bei Heilbronn unterwegs war.

Sendetermin

"Das Geheimnis des Totenwaldes" ist in der ARD-Mediathek abrufbar. Im linearen Fernsehen läuft der ARD-Dreiteiler ab dem 2. Dezember um 20.15 Uhr.  

Nur soviel: "Er war immer sehr mobil und viel unterwegs, hat Kurztrips in ganz Deutschland unternommen." Aufgrund des Verdachts, dass noch viele weitere ungeklärte Morde von Wichmann begangen worden sein könnten, habe die Lüneburger Polizei eine Abfrage aller Dienststellen gestartet.

Wenn Polizisten diesem Verdacht nachgehen möchten, melden sie sich in Lüneburg und gleichen die Daten ab. Nach Auskunft der Heilbronner Polizei sind ungelöste Heilbronner Fälle nicht mit dem Serienmörder in Verbindung zu bringen.

Allerdings führen Spuren nach Karlsruhe. Im Alter von 22 Jahren war Wichmann dem Bericht der "Zeit" zufolge wegen Vergewaltigung zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er antwortete aus dem Gefängnis heraus auf die Kontaktanzeige einer Frau aus Karlsruhe, die damals 43 Jahre alt war. Sie setzte sich für seine vorzeitige Entlassung ein, Wichmann kam 1973 frei und zog dann zu ihr. Mehrere Morde aus dieser Zeit an Anhalterinnen in Nordbaden sind bis heute ungeklärt. Bei der Tat, für die er im Gefängnis saß, hatte er eine Anhalterin mitgenommen und fast ermordet.


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

Kommentar hinzufügen