Arbeiten am Aufsatz des Blauen Turms sind abgeschlossen

Bad Wimpfen  Der Blaue Turm in Bad Wimpfen befreit sich langsam wieder aus seinem Metallkorsett. Bei der Sanierung wurden kaputte Steine ausgetauscht und die Statik gesichert. Steinmehl soll ihn vor eindringender Nässe schützen.

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Drei Gerüstlagen wurden in der vergangenen Zeit abgebaut, denn die Arbeiten am Turmaufsatz sind abgeschlossen. Mehr wird in diesem Jahr aber nicht mehr freigelegt.

Drei Gerüstlagen wurden in den vergangen Wochen abgebaut, denn die Arbeiten im oberen Bereich sind abgeschlossen. Mit der Freilegung des Turmaufsatzes kommt auch das beigefarbene Mauerwerk wieder ein Stückchen mehr zum Vorschein.

"Das ist ein wesentlicher Schritt. Die Silhouette ist damit vom Neckar aus wieder gut erkennbar", erklärt Architekt Stefan Schädel. Die charakteristische blaue Turmhaube und die typischen Ecktürmchen wurden bereits vor einiger Zeit befreit. Doch damit ist die 6,2 Millionen Euro teure Sanierung, um das Wahrzeichen wieder zu festigen, längst nicht abgeschlossen. Voraussichtlich Ende 2021 soll der Turm wieder zugänglich sein.

Die Arbeiten am Turmaufsatz im Detail:

"Wir haben das Mauerwerk ertüchtigt, statisch gesichert und brüchige Steine ersetzt", zählt Bauleiter Stefan Schädel von Strebewerk Stuttgart auf. Bei nähere Betrachtung fällt auf, dass sich dieser Bereich farblich vom Schaft des Turms unterscheidet. "Das liegt daran, dass am Turmaufsatz, der aus dem Jahr 1850 stammt, dunkler Sandstein verwendet wurde. Am Schaft, der 800 Jahre alt ist, handelt es sich um hellen Muschelkalk. Die jüngeren Arbeiten setzen sich von den älteren also optisch ab. Daran haben auch wir uns orientiert", sagt Schädel und zeigt auf einige Metallbänder an den Turmkanten. "Die sichern die Ecktürmchen, damit sie nicht nach außen kippen." Man habe sich für filigrane Bänder entschieden, damit die Maßnahme zwar ablesbar sei, sie aber nicht als allererstes ins Auge steche.

Auf einer Karte zeichnet Schädel den Baufortschritt an einer Turmgrafik ein. Die braunen Abschnitte zeigen die Bereiche, in denen das Mauerwerk noch für die Mörtelinjektion vorbereitet wird. Die blauen Bereiche sind bereits ertüchtigt.

Arbeiten am Aufsatz des Blauen Turms sind abgeschlossen

Seit Sanierungsbeginn liegt der 30 Kilogramm schwere Muschelkalkstein auf Gerüstlage 11. Er soll zeigen, wie gut sich die graufarbene Schlämme auf dem Stein hält.

Auch die Haltbarkeit des Anstrichs wird getestet

Wenige Meter weiter unten in Gerüstlage 11 liegt seit Sanierungsbeginn ein besonderer Steinbrocken: Der 30 Kilogramm schwere Muschelkalkstein weist auf der Oberseite verschiedene graue Anstriche auf. "Die Schlämme ist eine Beschichtung aus Bindemittel, Steinmehl und Sand."

Fotos zum Vergleich

In regelmäßigen Abständen schießt Bauleiter Stefan Schädel Fotos des Steins, um sie miteinander zu vergleichen. Die stark vergrößerten Ausschnitte nimmt er genau unter die Lupe. Vergleicht sie, um zu sehen, wie gut sich welcher Anstrich auf dem Stein hält. Denn das Mischverhältnis der verschiedenen Proben ist unterschiedlich. Einige weisen viele Abplatzungen auf, andere kaum. "Die beste Schlämme wird später in reduzierter Form auf den ganzen Turm aufgebracht und mit einem Schwämmchen wieder abgenommen." Damit sollen feine Risse geschlossen werden, damit keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk gelangt. "Optisch wird das kaum einen Effekt haben", so der Bauleiter aus Stuttgart.

Arbeiten am Aufsatz des Blauen Turms sind abgeschlossen

Diese eingefärbten Plättchen werden später auf die rund 1200 Nadelanker aufgebracht. So sticht das Metall optisch nicht heraus.

Fotos: Ralf Seidel

Keine funkelnden Pailletten erwünscht

Bei den in Grau- und Braun-Tönen bemalten Plättchen, die an einem Draht am Gerüst aufgehängt sind, geht es hingegen um die Optik. "Nach Abschluss der Arbeiten werden sie auf die Köpfe der Nadelanker aufgebracht. Ansonsten würde das Metall im Sonnenlicht funkeln wie Pailletten. Der Restaurator wird jede Platte einzeln an die Farbe der umliegenden Steine anpassen."

 
 

Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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