Ab Montag erneut Warnstreiks in Heilbronn und der Region

Heilbronn/Region  Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streiken erneut: Am Montag sind Ämter und Kitas in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Leingarten betroffen. Aufgrund der Corona-Regeln teilen sich die Streikenden auf mehrere Kundgebungen auf.

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Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen.

Foto: Archiv/Berger

Die Streiks im öffentlichen Dienst gehen am Montag weiter. Die Gewerkschaften haben das Angebot der Arbeitgeber am Freitag als unzureichend abgelehnt. Diese hatten 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen vorgeschlagen. Die erste Erhöhung solle zudem mit einem Mindestbetrag von 30 Euro erfolgen.

Ab Montag um 6 Uhr sind Tarifbeschäftigte des Bundes und der Kommunen im Warnstreik. Die Kundgebungen finden wie folgt statt: Los geht es um 6 Uhr am Betriebsamt Heilbronn in der Austraße 65. Mitarbeiter der HNVG, Deponie, der Stadtwerke Heilbronn und des Theaters sind ab 7.30 Uhr vor dem Frankenstadion/Food Court. Beschäftigte der Heilbronner Ämter und Kitas sowie der Stadt Weinsberg treffen sich um 9 Uhr vor dem Frankenstadion/Food Court. Mitarbeiter der Kreissparkasse Heilbronn kommen um 10.30 Uhr vor dem Frankenstadion/Food Court zusammen.

Um 14 Uhr treffen sich auf dem Neckarsulmer Marktplatz Mitarbeiter der Stadt Neckarsulm, Bad Friedrichshall, Leingarten und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Für Dienstag sind Warnstreiks in Gundelsheim (alle Kitas), Mosbach, Tauberbischofsheim mit Krankenhaus, Wertheim, Crailsheim mit Krankenhaus, Schwäbisch Hall und Kupferzell geplant.

Was bedeutet das konkret für die Bürger?

"Die Busse fahren", stellt Katharina Kaupp, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Heilbronn-Neckar-Franken auf Anfrage klar. Inwieweit es in Kindertagesstätten eine Notgruppe gibt, hänge von der Organisation und Streikbeteiligung vor Ort ab. Ob die Kfz-Zulassungsstellen am Montag auf sind, sei auch davon abhängig, wie viele Mitarbeiter am Streik teilnehmen.

Das Angebot der Arbeitgeber bedeute Stagnation und sieben Null-Monate. "Es ist unterirdisch. Solch eine niedrige Erhöhung hat nichts mit Wertschätzung und Respekt gegenüber den Kollegen zu tun. Das ist ein Schlag ins Gesicht", erklärt Kaupp. Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Man wolle nun vor der dritten Verhandlungsrunde, die für den 22. und 23. Oktober angesetzt ist, den Druck richtig erhöhen.

Warnstreik auf mehrere Kundgebungen aufgeteilt

"Wir gehen in der Region auf die Straße, um zu zeigen, dass überall Arbeitnehmer streikbereit sind", erklärt Kaupp weiter. Aufgrund des Infektionsgeschehens und der geltenden Corona-Hygienerichtlinien habe man aber entschieden, den Warnstreik mit 1500 Leuten aus dem kompletten Bezirk auf mehrere kleine Kundgebungen aufzuteilen. Wie in den vorangegangenen Kundgebungen gelte überall die Maskenpflicht. "Wir hätten gern die Tarifrunde in das Frühjahr verlegt, gegen einen kurzen Tarifvertrag ohne Streiks. Das wollten die Arbeitgeber nicht", erklärt Katharina Kaupp.

"Wir möchten nicht die Bevölkerung treffen. Doch die Kollegen halten den Laden vor, nach und während Corona am Laufen." Bereits in der vergangenen Woche wurde neben Kitas in Neckarsulm und Gundelsheim auch die Neckar-Schleuse bestreikt. Auch in den darauffolgenden Tagen hat Verdi die Warnstreiks in Baden-Württemberg deutlich ausgeweitet.


Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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