Zoff um regionale Energieeffizienz-Beratung Keff

Heilbronn/Künzelsau  Bei der Finanzierung der regionalen Energieeffizienz-Stelle in Künzelsau ändert sich im zweiten Projektabschnitt etwas: Die Fördergesellschaft WHF springt ein und zahlt die Hälfte des regionalen Beitrags. Das hat einen besonderen Grund.

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Zoff um regionale Energieeffizienz-Beratung Keff

Die Keff-Berater prüfen, wo man Strom sparen kann.

Foto: Goffkein/stock.adobe.com

Die Summe, um die es geht, ist eigentlich gar nicht mal so groß. Jeweils 72 000 Euro, so hieß es jedenfalls zu Beginn des Projekts im Jahr 2017, sollen im vierten und im fünften Jahr von regionalen Partnern übernommen werden. Den Löwenanteil der Finanzierung für die Kompetenzstelle Energieeffizienz, kurz Keff, wird ohnehin aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der EU bestritten.

Auf der Kippe

Dennoch stand Keff offenbar im Sommer dieses Jahres auf der Kippe. Denn die IHK habe sich aus der Finanzierung ab 2021 zurückziehen wollen, berichtete der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel vergangene Woche in der Vollversammlung der Kammer. "Uns hat vom Umweltministerium die Bitte erreicht, wir mögen als WHF in dieses Projekt einsteigen", sagte er in seiner Funktion als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Fördergesellschaft WHF. "

Aus unserer Sicht übernimmt die Keff ausschließlich für die Wirtschaft der Region wichtige Servicefunktionen, und sie arbeitet erfolgreich." Künftig werde die WHF daher 50 Prozent des Regionalanteils zahlen, während sich IHK und Handwerkskammer den Rest teilen werden, kündigte er an. Der WHF Anteil sei am 5. November bei ihrer Gesellschafterversammlung beschlossen und kurz darauf auch schon der IHK mitgeteilt worden.

Vertragsverhandlungen laufen noch

Bei der IHK Heilbronn-Franken wird dies dennoch mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Zurzeit liefen noch die Vertragsverhandlungen, erst in einigen Wochen sollte die neue Finanzierungslösung der Öffentlichkeit präsentiert werden, teilte ein Sprecher der IHK mit. "Das ist noch überhaupt nicht spruchreif", betonte er. Die zweite Phase bei Keff starte aber auch erst am 24. Februar 2021.

Landesweites Projekt mit sieben Jahren Laufzeit

2017 wurden in allen zwölf Regionen Baden-Württembergs diese Keff-Stellen eingerichtet. Das regionale Team des Keff-Projekts ist am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn angesiedelt. Partner des Projekts sind die Energieagenturen Hohenlohe und Main-Tauber, das Energiezentrum Wolpertshausen und das Modell Hohenlohe. Keff bietet kleinen und mittleren Unternehmen Beratung zu Möglichkeiten der Energieeinsparung an. Die Beratung - der sogenannte Keff-Check - ist kostenlos. Seit Projektbeginn gab es mehr als 300 dieser Beratungen.

Kosten sind detaillliert aufgeteilt

Die Regelung für die Finanzierung in der Region sah 2017 vor, dass die IHK Heilbronn-Franken ab dem dritten Jahr, also 2019, 24 000 Euro übernimmt, die Handwerkskammer 6000 Euro. Ab dem fünften Jahr sollten bei der IHK jährlich 60 000 Euro fällig werden, bei der HWK 12 000 Euro. Das Projekt ist auf sieben Jahre angelegt.

Für das Gesamtprojekt mit allen zwölf Keff-Stellen im Land sind zwölf Millionen Euro aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 9,3 Millionen aus Landesmitteln und 2,7 Millionen von den regionalen Trägerorganisationen eingeplant.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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