Wie man auf der Buga gute Fotos macht

Heilbronn  Die Bundesgartenschau ist ein Eldorado für Kamerafans. Stimme-Fotograf Andreas Veigel gibt Tipps, wie das perfekte Bild gelingt.

Von Helmut Buchholz
Wie man gute Bilder auf der Buga macht
Andreas Veigel, der Leiter der Stimme-Fotografie, gibt Tipps. Foto: HSt

Die Bundesgartenschau in Heilbronn ist nicht nur ein Mekka für Pflanzen- und Blumenfans. Die Buga ist auch ein idealer Ort für Fotografen − egal ob Hobbyknipser oder Profi. Beste Motive gibt es zuhauf. Und alles ist so schön bunt. Wer richtig gute Bilder machen will, sollte einige Ratschläge beherzigen. Andreas Veigel (53), Chef der Stimme-Fotografieabteilung, gibt Tipps, wie man zu schönen Fotos kommt − übrigens nicht nur auf der Buga.

Gibt es eine Strategie oder Taktik, die gute Fotografen haben?

Andreas Veigel hält nichts davon, einfach mal eine Serie von zig Fotos zu machen und dann zu hoffen, dass ein brauchbares dabei ist. Wer gute Fotos machen will, sollte sich schon ein paar Gedanken machen, bevor er auf den Auslöser drückt. Gute Bilder sind meistens kein Zufall "und entstehen vorher im Kopf".

Welche Rolle spielt das Wetter und das Licht?

Fotografieren heißt, mit dem Licht zu schreiben, sagt Veigel. Er empfiehlt an sehr sonnigen Tagen die Fotos eher nicht in der Mittagszeit zu machen, da dann die Sonne zu hoch steht. Plastischere Aufnahmen entstehen morgens oder am Nachmittag, da ist dann auch die Farbwiedergabe besser. Der Stimme-Fotograf betont, dass dies nicht heißt, dass man nur bei gutem Wetter auch gute Fotos macht. "Auch schlechtes Wetter hat seinen Reiz." Thema Dunkelheit: Wer nachts Bilder machen will, sollte die blaue Stunde in der Dämmerung nutzen, rät der 53-Jährige. In dieser Zeit ist noch etwas Restlicht vorhanden, die Kontraste sind nicht so stark.

Wie finde ich das richtige Motiv?

Generell gilt, Bilder auf das Wesentliche reduzieren, einfach zu halten. Auch der richtige Augenblick ist wichtig, so Veigel. Wer zum Beispiel eine Blume fotografieren will, kann den Moment einfangen, wenn ein Insekt auf der Blüte Platz nimmt oder der Wind die Pflanze verbiegt. "So entstehen außergewöhnliche Bilder." Bei Schnappschüssen sollte man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein. Wer seine Kinder zum Beispiel am Strand des Karlssees ablichten will, sollte darauf achten, die ausdrucksstärksten Momente einzufangen. Das erfordert die Konzentration des Fotografen, sonst fliegt der Moment vorbei, ohne dass die Nachwelt davon erfährt. Veigel: "Man braucht auch etwas Geduld."

Wie wichtig ist die Perspektive?

Sehr wichtig, sagt Veigel. Die Buga ist ein hervorragender Spielplatz, um sich als Fotograf auszuprobieren und mit der Perspektive zu spielen. Der Tipp des Stimme-Fotografen lautet: "Ausgetretene Pfade verlassen. Sich einfach mal mit der Kamera ins Gras legen oder in die Hocke gehen. Oder auf Hügel und Gebäude steigen, gewohnte Sehweisen verlassen, den Blickwinkel wechseln."

Gibt es richtige Hotspots für Fotografen auf der Buga?

Ja. Veigel verrät einige Orte, wo man gute Perspektiven hat. Von der grünen Brücke zwischen Floßhafen und Stadtausstellung aus hat man einen guten Überblick aufs Gelände. Gleiches gilt für den i-Punkt Grün nahe der Jugendherberge. Weitere gute Standorte sind der Wall am Karlssee. Buntes Treiben herrscht an der Wassertreppe. Tolle ungeahnte Bilder von Heilbronn macht man von der Bleichinselbrücke, da wo die schwebenden Gärten stehen. Auf der einen Seite sieht man fast eine Postkartenlandschaft mit Neckar-Altarm, Experimenta und Kilianskirche, auch nachts durch die Illumination eine Augenweide. Auf der anderen Seite zeigt sich der renaturierte Altarm des Neckars Richtung Wohlgelegen in einem ganz neuen Gewand. Das sind Heilbronner Ansichten, die erst durch die Buga entstanden sind.

Wie fotografiert man am besten die Wasserspiele und Lichtshow?

Veigel sagt: "Ein Stativ ist hilfreich." Da die Wasserspiele bei Dunkelheit stattfinden, muss die Belichtungszeit lang sein, normale Bilder verwackeln da schnell. Mit einem Stativ passiert das nicht.

Welche Technik ist nötig, um gute Fotos zu machen?

Veigel sagt, dass auch Handys schon gute Kameras haben. Dennoch seien Spiegelreflex- oder Sucherkameras das Maß der Dinge. "Man kann die physikalischen Gesetze nicht außer Kraft setzen, es geht nichts über ein gutes Objektiv." Mit einem Makroobjektiv "entdeckt man die Welt der kleinen Dinge". Sie eignen sich für Blumenaufnahmen. Den Fotografen rät der 53-Jährige, die Gebrauchsanweisung der Kameras zu lesen, sich so mit den Möglichkeiten der Kamera vertraut zu machen, sich mit ihr zu beschäftigen. "Ohne Fleiß, kein Preis", so Veigel.


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