Wie Audi in die elektrische Zukunft fährt

Heilbronn  Beim Lesersommer auf dem Buga-Gelände haben 20 Leser Einblicke in die Strategie des Neckarsulmer Autobauers Audi bekommen.

Wie Audi in die elektrische Zukunft fährt

Nicole Kubitz ist begeistert von ihrer Probefahrt im elektrischen Audi E-Tron. Normalerweise fährt sie Seat.

Die Begeisterung ist Nicole Kupitz ins Gesicht geschrieben. "Die Größe, die Beschleunigung - das ist der Hammer", sagt die 45-Jährige aus Bad Rappenau, die schnelle Autos mag. Und dazu die Ruhe. "Das ist ein spaciges Gefühl wie im Science-Fiction-Film." Im Rahmen des Lesersommers ist sie zum ersten Mal ein E-Auto gefahren, ihr Mann Michael durfte auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. "Die haben mich fast nicht mehr aus dem Auto rausbekommen", scherzt sie.

Die Rundfahrt im Audi E-Tron war Teil des Lesersommer-Programms mit dem Neckarsulmer Autobauer am und auf dem Buga-Gelände. "Uns geht es darum, die Angst vor der Elektromobilität zu nehmen", sagt Alexander Jakob, der das Buga-Engagement von Audi leitet. Mehr als 75 000 Kilometer haben die Fahrzeuge des Audi-on-Demand-Service in Heilbronn seit Beginn der Buga zurückgelegt. Und sogar Gäste aus Hongkong und Australien haben Fahrten gebucht, wie Jakob berichtet.

Ein einjähriges Baby ist der kritischste Kunde - und am Ende vollauf zufrieden

20 Stimme-Leser waren bei der Tour dabei, rund 170 hatten sich darum beworben - die Begeisterung der Testfahrer für die neue Technik war ungebremst - sie wurde höchsten durch das Preisschild der Fahrzeuge getrübt: Mit einem über 100 000 Euro teuren Fahrzeug sind die Teilnehmer normalerweise nicht unbedingt unterwegs. "So bequem ist es in meiner Wohnung nicht", kommentiert eine Teilnehmerin den schicken Innenraum des E-Tron.

Selbst der knapp einjährige Sohn von Manuela Koch aus Gemmingen, für den die Audi-Crew schnell einen Kindersitz besorgte, war zufrieden: "Er ist gleich eingeschlafen. Auch ganz ohne Motorengeräusch", erzählt die Mutter.

Ist die Brennstoffzelle die Technik der Zukunft?

Richtig technisch wird es in der Audi-Ausstellung auf dem Buga-Gelände. Brennstoffzellen-Entwickler Dr. Sven Rank erklärt den Stimme-Lesern dort die Vorzüge der Brennstoffzellentechnologie, die in Neckarsulm für alle Marken des VW-Konzerns zur Serienreife entwickelt wird. "Es geht nicht um ein Entweder-oder mit dem Batteriefahrzeug", sagt der Fachmann. "Wir brauchen für die Zukunft einen Antriebsmix."

Schon bald - zu Beginn des nächsten Jahrzehnts, zitiert Rank die offizielle Sprachregelung - wird Audi eine Kleinserie mit Brennstoffzellenfahrzeugen auf den Markt bringen. "Das hört sich gut an", sagt Leserin Ehrentraud Ottenbacher.

Was kostet so ein Auto der Zukunft im Betrieb?

Andere haben auch kritische Fragen auf Lager: Was den Vorsprung der Japaner und Koreaner bei der Technologie angeht, die Kosten. Bei den Betriebskosten kann Rank immerhin klarstellen: Die werden mit 6,50 Euro auf 100 Kilometer ähnlich sein wie bei einem vergleichbaren Dieselmotor. Und 150 000 Kilometer werde ein Brennstoffzellenauto mindestens halten.


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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