Welche Regeln im Land und der Region derzeit gelten

Heilbronn  Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben Bund und Länder am Sonntag gemeinsame Regelungen beschlossen. Was darf man noch - und was nicht?

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Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt in Baden-Württemberg rasant. Ministerpräsident Winfried Kretschmann rechnet damit, dass die Zahl der Menschen, die sich mit Covid-19 anstecken, erst einmal weiter steigen wird. Um das zu verlangsamen, hat das Land Baden-Württemberg zusammen mit der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der anderen Bundesländer nach einer Telefonkonferenz die Vorschriften für die Einschränkungen im öffentlichen Leben angepasst. Was sie bewirken, wird sich wohl erst in bis zu 14 Tagen zeigen - mindestens so lange sollen die Maßnahmen gelten.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Regelungen:

Gibt es Ausgangs und Kontaktsperren?

Nein. Die neuen Regelungen sehen zwar Einschränkungen vor, es ist aber weiterhin erlaubt, die Wohnung zu verlassen und sich an der frischen Luft aufzuhalten. Das darf man entweder alleine, zusammen mit den Menschen, die im gleichen Haushalt leben (egal wie viele das sind) oder zu zweit mit einer Person, die nicht in der gleichen Wohnung lebt. Zu allen anderen sollte man mindestens eineinhalb, besser zwei Meter Abstand halten.

Eine freiwillige Entscheidung bleibt weiterhin, ob Enkel und Großeltern sich derzeit sehen dürfen. Bei älteren Menschen hat die Infektion mit Covid-19 bislang vielfach einen schweren Verlauf, sie gelten deshalb als Risikogruppe. In der Region verzichten viele Familien daher auf Besuche.

Was darf ich zu Hause?

Auch hier sollte man die Kontakte zu Menschen, die nicht in der gleichen Wohnung leben, so gering wie möglich halten, denn mit jedem Treffen erhöht sich die Ansteckungsgefahr. Familienmitglieder in gerader Linie (das sind Eltern, Großeltern und Kinder), Partner und Mitbewohner dürfen sich in unbegrenzter Zahl in der gleichen Wohnung aufhalten. Durch diese Ausnahme ist es also kein Problem, wenn etwa getrennt lebende Eltern sich weiterhin die Kinderbetreuung teilen. Auch Partner die nicht in der selben Wohnung leben können sich weiterhin sehen. Wer nicht zu diesen Ausnahmen zählt, darf sich höchstens zu fünft in geschlossenen Räumen treffen. Allerdings gilt: Partys werden nicht geduldet und wenn nötig sogar von der Polizei aufgelöst.

Was darf ich draußen?

Einkaufen, Spaziergänge und Sportarten an der frischen Luft, die man alleine oder zu zweit ausüben kann, sind kein Problem. Auch zum Arzt darf jeder, der dorthin muss. Kinder dürfen in Notbetreuungen gebracht werden und auch für den Weg zur Arbeit oder zu zwingend notwendigen Terminen gibt es keine Einschränkungen. Nicht erlaubt ist es, wenn sich mehr als zwei Personen im Freien treffen, die nicht im gleichen Haushalt leben.

Was bleibt geschlossen?

Bereits seit Samstag müssen Gaststätten in Baden-Württemberg geschlossen bleiben. Cafés und Restaurants dürfen nur noch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Nun trifft es auch Friseurläden, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios. Die Mitarbeiter können zu ihren Kunden keinen Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einhalten, deshalb bleiben sie geschlossen. Ausnahmen gibt es nur für medizinisch notwendige Behandlungen.

Was gilt am Arbeitsplatz?

Dazu gibt es keine einheitliche Regelung. Bislang entscheidet jedes Unternehmen selbst, ob Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können und müssen, oder ob die Produktion heruntergefahren wird. Wichtig ist nur, dass verstärkte Hygienemaßnahmen eingehalten werden müssen - für Mitarbeiter und Besucher.

Können für die Region verschärfte Regeln eingeführt werden?

Ja, das ist möglich. Einige Bundesländer wie Bayern, Sachsen oder das Saarland haben bereits schärfere Regelungen eingeführt. Auch in einzelnen Städten, Gemeinden und Kreisen können strengere Regeln gelten. In der bayerischen Stadt Mitterteich wurde zum Beispiel eine Ausgangssperre verhängt, dort war zu dem Zeitpunkt ein außergewöhnlich großer Teil der Bevölkerung betroffen, nämlich 3,8 Fälle auf 1000 Einwohner. In der Region ist der Hohenlohekreis besonders stark betroffen. Dort sind aber bislang keine weiteren Maßnahmen angekündigt.

Halten sich die Menschen in der Region daran?

In der vergangenen Woche hatte der Sonnenschein noch viele Menschen in die Cafés und auf die Straße gelockt. Doch seit dem Wochenende scheinen fast alle den Ernst der Lage verstanden zu haben. So bleiben die Straßen vielerorts leer. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben die Einhaltung der Vorschriften stark kontrolliert, aber nur vereinzelt Verstöße festgestellt und angezeigt. 

Was passiert, wenn ich gegen die Regeln verstoße?

Bundesweite Vorgaben zu den Strafen gibt es nicht. Doch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hat bereits betont, dass prinzipiell Geldstrafen in Höhe von bis zu 25.000 Euro oder mehrjährige Freiheitsstrafen möglich sind.

 

 

 

 

 


Sarah Utz

Sarah Utz

Onlineredakteurin

Sarah Utz arbeitet seit Juni 2019 in der Onlineredaktion. Sie kümmert sich um die Inhalte von stimme.de und die Entwicklung eines neuen digitalen Angebots. Davor hat sie als Onlineredakteurin im Rems-Murr-Kreis gearbeitet.

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