Weitere Schüler schließen sich Klima-Demos in der Region an

Region  In Heilbronn, Künzelsau und Möckmühl sind am Freitag Hunderte Schüler auf die Straße gegangen, um für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Bundesweit waren Hunderttausende Schüler bei "Fridays for Future"-Aktionen dabei.

Von unserer Redaktion

Auf Plakaten in Heilbronn hieß es unter anderem: „Keine Toleranz für Klima-Ignoranz“. Foto: Andreas Veigel

Laura (15) fährt im Rollstuhl vorne mit. „Fahrrad statt Auto“ steht auf dem Karton, den Fynn (18) trägt. „Hopp, hopp, hopp, Kohlestopp!“, ruft Maria (15) über die mobile Verstärkeranlage.

Mit Parolen wie diesen gehen am Freitag in Heilbronn rund 600 Teilnehmer auf die Straße.  Auch in Künzelsau, Möckmühl und Bad Mergentheim schwänzten Hunderte den Unterricht. Sie schließen sich der Initiative „Friday for Future“ an und bleiben dem Unterricht fern: für ihre Zukunft.

In Heilbronn führt der zweistündige Demonstrationszug über 2,8 Kilometer vom Götzenturm über den Friedensplatz zur Abschlusskundgebung am Kiliansplatz. Trotz Regens marschieren nicht nur Schüler mit, auch Erwachsene, darunter Mitglieder des Landtags und Gemeinderats sowie Umweltaktivisten, sind unter den Teilnehmern. „Ich habe volles Verständnis“, meint etwa Manuel Awe (41) aus Horkheim. Sandra Pfeil aus Leingarten trägt sogar ein gelbes Regencape mit dem Aufdruck „Mothers for Future“. Manche Autofahrer zeigen im Stau auf der Allee mit dem Daumen nach unten – andere nach oben.

 

 

200 Teilnehmer in Möckmühl 

In Möckmühl waren nach Angaben der Veranstalter und der Polizei bei strömendem Regen rund 200 Schülerinnen, Schüler und Erwachsene auf der Straße. Mit 70 hatten die Veranstalter von „Friday for Future“ gerechnet, berichtete Leonie Schübel. Die Schüler kamen aus dem Jagsttalgymnasium, der Verbundschule, dem Eckenberggymnasium und sogar von der Grundschule Möckmühl.

Mehr zum Thema: Abgeordnete aus der Region loben das Engagement der Schüler. Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen zum Streik während der Unterrichtszeit

 

Demo vor dem Alten Rathaus in Künzelsau

Fridays for Future Klimaschutz-Demo in Künzelsau
Teilnehmer von "Fridays for Future" in Künzelsau bei ihrer ersten Klima-Demo. Foto: Thomas Zimmermann

Rund 80 Schüler sind erstmals vor das Alte Rathaus nach Künzelsau gekommen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Sie tragen Schilder wie „Make the world great again“, „Opa, was ist ein Schneemann?“ und „Dinos dachten auch sie hätten Zeit.“

Die Sprechchöre müssen die Schüler, die vor allem vom Schlossgymnasium (Semi) und aus dem Ganerben-Gymnasium stammen noch ein wenig üben, doch bald erschallt das „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, lautstark über die Hauptstraße. 

Während bei der Fridays-for-Future Bewegung andernorts viele Schüler während der Schulzeit demonstrieren, haben sie in Künzelsau bis zum Schluss der letzten Schulstunde gewartet und die Demo erst um 13.15 Uhr angemeldet.

Auch deshalb bekommen sie Rückendeckung von ihren Schulleitungen. „Ich kann das nur unterstützen. Die Schüler nehmen mit ihrem Protest gegen die zu zögerliche Klimapolitik durchaus Teile des Bildungsplans mit auf und tragen das in die Öffentlichkeit“, betont Johannes Smolka, Schulleiter des Semi. Voraussetzung für die Unterstützung sei aber, dass die Protest außerhalb der Schulzeit stattfände. Das sieht Stefan Schach ganz ähnlich. „Wir unterstützen die Ziele, die auch so im Unterricht verankert sind. Für uns ist das ein Gesamtpaket im nachhaltigen Umgang mit der Umwelt“, unterstreicht der stellvertretende Schulleiter des Ganerben-Gymnasium.

210 Demonstrationen in deutschen Städten

In Stuttgart haben ebenfalls Hunderte Schüler demonstriert. Auf einem der zahlreichen Plakate stand: "Blaukraut bleibt Blaukraut und Braunkohle bleibt Scheiße." In mehr als 100 Ländern wurden am Freitag mehr als 1600 Demonstrationen von Schülern erwartet - im Südwesten in gut 30 Städten. Den Organisatoren zufolge sollte es diesmal der bislang umfassendste Protest werden.

Schüler demonstrieren heute weltweit für Klimaschutz. In Deutschland waren 210 Demonstrationen angekündigt. So nahmen in Köln rund 10.000 Menschen an dem Protestzug teil, wie die Polizei bestätigte. In Münster waren es laut Polizei rund 2300. Auch in anderen deutschen Großstädten versammelten sich Hunderte bis Tausende Jugendliche.

Mehr zum Thema: Alle reden übers Klima? Von wegen!

 

 

 
 

Kommentar hinzufügen