Weihnachten rückt näher: Sieben Orte für den Baumkauf

Region  Ob Nordmann- oder Nobilistanne, Blau- oder Rotfichte: Nicht nur bei der Sorte ihres Weihnachtsbaumes haben Kunden die Qual der Wahl. Frisch aus dem Wald oder günstig vor dem Supermarkt: Stimme.de stellt sieben Möglichkeiten vor.

Von Julia Weller und Sebastian Roßnagel

  1. Gesundbrunnen: Die Schwergewichte
    Fotos: Julia Weller
    „Ich behaupte, ich habe die größte Verkaufsfläche in ganz Heilbronn“, sagt Andreas Wössner, „und die schönsten Bäume obendrein!“ Ungefähr 550 Bäume hat Wössner in seinem Christbaumland auf dem Parkplatz beim Heilbronner Gesundbrunnen aufgereiht, alle sind ausgepackt und stammen aus Brackenheim. Vor einer Woche seien sie erst geschnitten worden. Die Zweige leuchten noch intensiv grün, außerdem sind die Bäume sehr schwer. „Da ist viel Feuchtigkeit drin. Am Gewicht merken Sie, wie frisch ein Baum ist“, erklärt Wössner. Der Preis wird bei jedem Baum individuell festgelegt, für eine dichte Nordmanntanne mit zwei Metern Höhe verlangt Wössner 35 Euro.
  2. Kaufland: Die Schnäppchen
    Wer es ganz günstig haben möchte, kann auf dem Parkplatz vor Kaufland eine Rotfichte für 2,99 Euro ergattern. Verkäufer Uwe Meier hat aber auch Blaufichten und die beliebten Nordmanntannen im Angebot. Eine Zwei-Meter-Tanne kostet 21,99 Euro, der günstigste Preis in diesem Vergleich. Obwohl die meisten Bäume noch eingenetzt sind, verkauft Meier ungefähr dreißig Bäume am Tag. „Bei mir geht keiner ohne Baum heim und ohne zufrieden zu sein“, behauptet Meier, der auch sofort anbietet, weitere Bäume auszupacken. „Ich sehe den Kunden schon an, was ihnen gefallen könnte, das ist wie beim Brautkleid-Verkaufen“, so Meier. Seine Bäume stammen aus Dänemark und Deutschland, jeden Sonntag kommt Nachschub.
  3. Obi: Die Tiefkühlware
    Als „Volksweihnachtsbaum“ bewerben die Obi-Märkte ihre Nordmanntannen in diesem Jahr. Für einen Baum bis zwei Meter zahlt man 23,99 Euro; die XL-Größe kostet elf Euro mehr. „Die kommen alle aus Norwegen“, erzählt der Verkäufer. „Nach der Ernte wurden sie tiefgefroren und jetzt stehen sie seit ungefähr zwei Wochen hier.“ In einem bewässerten Ständer sollen die Bäume bis Dreikönig haltbar sein, obwohl sie nicht frisch aus dem Wald kommen. Die Auswahl ist überschaubar, die meisten der ungefähr 150 angebotenen Bäume steht noch in Netzen verpackt. „Da kommen bis Weihnachten keine mehr nach“, sagt der Verkäufer. Ein Vorteil bei Obi ist das Verkaufsgelände: Die Bäume stehen alle überdacht und damit witterungsgeschützt.
  4. Wüstenrot: Die Frischen
    Schon seit seiner Jugend handelt Heinz Kübler aus Wüstenrot mit Weihnachtsbäumen. „Ich musste die Schule schwänzen, um meinem Vater beim Verkauf zu helfen“, erzählt Kübler. Viele Jahre später führt der Wüstenroter Züchter das Traditionsgeschäft fort. Seine Bäume können sich in Dichte und Wuchsform mit den Mitbewerbern messen und punkten mit dem vernünftigen Preis von 30 Euro. Vor allem aber wurden die Tannen und Fichten erst tags zuvor geschlagen – nur Selbersägen ist frischer. Die Anzahl an Bäumen, die Kübler vor seinem Haus, an der Garage und in seinem Garten präsentiert, überrascht und lädt zum Stöbern ein, denn die allermeisten stehen frei in Ständern. An der Hauptstraße ist Küblers Gartenverkauf ausgeschildert.
  5. Pflanzen Kölle: Das Familienerlebnis
    Auf dem Parkplatz hat Pflanzen Kölle einen halben Wald aufgebaut: Das umzäunte Gelände umfasst Nobilistannen, Blaufichten, Rotfichten, Bio-Tannen, Kiefern und natürlich Nordmanntannen. Alle Bäume stehen ausgepackt auf einem Boden aus Rindenmulch, Schilder erklären die Besonderheiten der verschiedenen Sorten und weisen das Alter der Bäume aus. Die formschönen Tannen kommen zu rund 60 Prozent aus dem Sauerland, der Rest stammt aus Dänemark. Eine Zwei-Meter-Tanne kostet 35 Euro, es gibt aber auch viele Sonderangebote. Neben den Weihnachtsbäumen gibt es auch Crêpes, warmen Punsch und ein Kinderkarussell. Ein sechs Meter hoher aufblasbarer Weihnachtsmann weist den Weg zum Verkaufsgelände.
  6. Kreidl: Die Heimischen 
    Wer Wert auf einen kontrollierten, regionalen Anbau legt, dem bietet sich ein Besuch bei der Baumschule Kreidl in Löwenstein an. Die 250 ausgestellten Nobilistannen, Fichten und Nordmanntannen stammen von eigenen Plantagen und aus dem Löwensteiner Wald. Sie kosten bei zwei Metern Höhe 42 Euro. Die Bäume sind zwar nicht bio, wurden aber zuletzt im Sommer gespritzt und sollen dadurch unbedenklich für Kinder und Haustiere sein. Die Tannen sind üppig und gleichmäßig gewachsen, das Personal gibt gerne Auskunft über die genaue Herkunft jedes einzelnen Baumes.
  7. Öhringen: Die Artenvielfalt
    Gleich drei Christbaumverkäufe gibt es in Öhringen im Umkreis von 200 Metern um die Kultura. Karlheinz Simpfendörfer und seine Frau Andrea verkaufen schon seit 26 Jahren Weihnachtsbäume, ein paar Hundert Stück haben sie auf dem Parkplatz aufgebaut. Zehn verschiedene Sorten hätten sie, so Simpfendörfer, der den Preis jeweils nach Höhe und Dichte bestimmt. Eine buschige, zwei Meter hohe Nordmanntanne kostet 43 Euro, ein kleineres Exemplar mit lockeren Zweigen ungefähr zehn Euro weniger. „Das ist wie bei Kinderschuhen“, erklärt Simpfendörfer. „Nur weil einer halb so groß ist, kostet er nicht die Hälfte.“ Auch die kleinen Tannen machten ihm bei der Anzucht in Oberohrn schließlich viel Arbeit.