Was Sontheimer Bürgern unter den Nägeln brennt

Heilbronn  Bei der Bürgerversammlung in Heilbronn-Sontheim trüben nur einige wenige Ärgernisse den Gesamteindruck. Meist drehen sich die Probleme der Bürger um übliche Themen wie Lärm, Müll und Verkehr.

Von Bärbel Kistner

Email
Bei der Bürgerversammlung in der Alten Kelter sind alle Dezernenten dabei. Rund 70 Zuhörer sind gekommen. Gut eine Handvoll meldet sich mit Anliegen und Ärgernissen zu Wort. Foto: Christiana Kunz

Vom „schönsten Stadtteil Heilbronns“ spricht Oberbürgermeister Harry Mergel auch bei der Bürgerversammlung in Sontheim. Und von einem attraktiven Wohlfühlort. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger sind in die Alte Kelter gekommen, um sich über ihren Stadtteil zu informieren – und um möglichem Ärger Luft zu machen.

Für die Dezernenten Martin Diepgen, Agnes Christner und Wilfried Hajek sowie für die Amtsleiter sind die Abende ein fixer Termin im Kalender – um Rede und Antwort zu stehen. Ganz große Kümmernisse treiben die Sontheimer offenbar nicht um. Die üblichen Probleme mit Lärm, Müll, Verkehr kommen zur Sprache.

Nächtlicher Lärm durch junge Autofahrer

Eine Anwohnerin des Jörg-Ratgeb-Platzes beklagt sich über nächtliche Belästigung durch junge Autofahrer, die den Platz als Treffpunkt nutzen. Häufig seien die Treffen begleitet von lauter Musik aus Autolautsprechern oder mitgebrachten Boxen. Schüler hinterließen ihren Müll auf dem Platz, das Gebüsch werde manchmal zur Verrichtung der Notdurft missbraucht, berichtet die zugezogene Sontheimerin in der Runde.

 

Bürgermeisterin Christner verspricht, die Themen aufzugreifen: „Wir schauen, was wir machen können.“ Der Jörg-Ratgeb-Platz begleite ihn schon seit vielen Jahren, ergänzt Grünflächenamtsleiter Hans-Peter Barz. Es gelte stets, an solchen Orten einen Kompromiss zu finden zwischen „zu viel und zu wenig Grün. Wenn es Handlungsbedarf gibt, werden wir auch handeln.“

OB Mergel: "Es gibt keine einfachen Lösungen"

Nächste Bürgerversammlung
 
Montag, 18. November, in Frankenbach (Gemeindehalle), 18 Uhr 

Für OB Mergel zeigt sich ein grundsätzliches Dilemma: „Das Platz-Konzept aus den 70er Jahren hat sich dort nicht bewährt.“ Der Parkverkehr verursache Probleme. Auch sei es nicht gelungen, den Treffpunkt für junge Menschen zu dem ein Kilometer entfernten Jugendhaus zu verlagern. „Es gibt in Städten der Größe Heilbronns keine einfachen Lösungen“, betont Mergel. Die Verwaltung suche danach, aber Bürger müssten immer „mit Zumutungen“ leben.

Ein Ärgernis für einen Bewohner der Staufenbergstraße: Ortsauswärts werde auf der Straße viel zu schnell gefahren. Die für den Ordnungsbereich zuständige Christner verspricht Kontrollen und will den neuen Blitzer der Stadt „dort mal aufstellen lassen“.

 

 

Kein Platz für mehr Parkplätze 

Die Parksituation vor „Gerdas Laden“ kritisiert eine Mitarbeiterin: „Dort geht es oft kriminell zu, der Stadtbus kommt manchmal nicht durch.“ Ordnungsamtsleiterin Dorothea Kleinhanss stellt mehr Kontrollen durch den Vollzugsdienst in Aussicht und fordert die Bürger auf, Parkverstöße unter der Telefonnummer 07131/56-2050 zu melden.

Am TSG-Hofwiesenzentrum in Sontheim entsteht derzeit ein Erweiterungsbau, den die Stadt mit 83.000 Euro bezuschusst. Foto: Dennis Mugler

Mehr Parkplätze kann die Leiterin des Amts für Straßenwesen, Christiane Ehrhardt, aber nicht in Aussicht stellen: „Dafür fehlt der Platz.“ Kurios: Manche Bürger würden inzwischen zum Farbtopf greifen und sich selbst einen Stellplatz auf die Straße malen. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die wir umgehend ahnden“, warnt Ehrhardt.

Eine Anbindung an den ÖPNV des Neubaugebiets Klingenäcker mahnt Bezirksbeirat Stefan Biber an. Sie soll „perspektivisch in die Liniennetzplanung“ einbezogen werden, lautet die Auskunft der Verwaltung. Eine Haltestelle sei am Kreisverkehr vorgesehen – der Zufahrt für den motorisierten Verkehr in das neue Quartier. Rund 400 Bewohner sollen in 125 Häusern leben.

 

 


Radweg im Wertwiesenpark soll saniert werden 

Die Sanierung des Rad- und Fußgängerweges im Wertwiesenpark soll im Zuge des Hochwasserschutzes erfolgen, sagt Hans-Peter Barz. Wurzeln haben an einigen Stellen den Asphalt angehoben. Die Arbeiten im großen Stil sollen aber erst 2022 beginnen. Das Großprojekt ist auf zehn Jahre angelegt.

Ob für Sontheim bezahlbarer Wohnraum geplant sei, will Bezirksbeirat Stefan Mohr-Bender (Linke) wissen. Seitens der Stadtsiedlung gebe es aktuell keine Planung für Neubauten, erläutert OB Mergel. Allerdings werde derzeit von der Stadtsiedlung ein Konzept für die Neuordnung des Quartiers an der Bolzstraße entwickelt, verrät Roswitha Keicher, der Leiterin Stabsstelle Partizipation und Integration.

Kita, Schule, Sportverein
 
Die Investitionen in den Stadtteilen steigen 2019/20 auf 76 Millionen Euro – auch in Sontheim wird investiert. OB Mergel betont die Ausgaben der Stadt für Bildung, etwa die neue Kindertagesstätte Robert-Bosch-Straße für 3,6 Millionen Euro, die künftig nach Anne Frank benannt wird. Die Mörike-Realschule soll mittelfristig für 4,7 Millionen Euro saniert werden. Bei der TSG Heilbronn wird derzeit die medizinische Trainingstherapie zweigeschossig erweitert. 60 zusätzliche Parkplätze entstehen am Hofwiesenzentrum. Den Ausbau bezuschusst die Stadt mit 83.000 Euro. Der Umbau des Kreisverkehrs Max-Planck-/Robert-Bosch-Straße hat 120.000 Euro gekostet.

 

 


Kommentar hinzufügen