Was Sie über Mundschutz-Masken wissen sollten

Heilbronn  Zum Thema Mund-Nasen-Schutz kursieren viele Informationen. Experten mahnen, dass Hygiene- und Abstandsregeln auch mit Schutzmaske unbedingt einzuhalten sind. Welche Masken es gibt und wer sie wirklich braucht, beantworten wir hier.

Email

Würde es bei der Eindämmung des Coronavirus helfen, wenn jeder in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen würde? Wie groß ist die Schutzwirkung für den einzelnen und für andere? Am Wochenende hat das Robert-Koch-Institut (RKI) seine Hinweise dazu aktualisiert: Das Tragen einer Textilbarriere könne zum Schutz anderer Menschen sinnvoll sein, lautet nun die offizielle Linie. Auch von Christian Drosten, Deutschlands derzeit wohl bekanntestem Virologen, heißt es, er trage beim Einkaufen einen selbst genähten MNS. Zeit für ein Update zu Gesichtsmasken:

 

Unterscheidung

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterscheidet zwischen drei Arten von Masken: Der sogenannten Community-Maske, einer selbst hergestellten Behelfs-Maske, die im Alltag getragen werden kann − auch textiler MNS genannt. Eine höhere Schutzwirkung hat der sogenannte Medizinische MNS − er wird auch als OP-Maske bezeichnet. Die höchste Schutzwirkung entfalten filtrierende Halbmasken des Typs FFP2 oder FFP3, die im Arbeitsschutz, auch von Handwerkern, eingesetzt werden.

 

Community-Maske

Dazu heißt es vom RKI: "Durch einen MNS oder eine textile Barriere können Tröpfchen, die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person anzustecken, kann so verringert werden." Gleichzeitig weisen die Wissenschaftler weiter darauf hin, dass es für einen Eigenschutz keine hinreichenden Belege gebe. Das BfArM schreibt: "Träger der beschriebenen Community-Masken können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von Sars-CoV-2 schützen." Die Behörde stellt jedoch heraus: Masken könnten dazu beitragen, das Gefühl für "social distancing" und "einen achtsamen Umgang mit sich und anderen zu unterstützen" und so helfen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Eine Anleitung, wie sich ein textiler MNS selbst herstellen lässt, gibt es im Video hier auf Stimme.de.

 

Beschränkungen

Für die optimale Wirkung ist es wichtig, dass ein MNS eng anliegend sitzt, er gewechselt wird, wenn er feucht ist und er während des Tragens selten berührt wird. Das ist offenbar ein kritischer Punkt. SLK-Hygieneärztin Maria Martin sagt: "Bei Menschen, die es nicht gewohnt sind, eine solche Maske zu tragen, kann es zu vielen Hand-Gesicht-Kontakten kommen." Diese erhöhten das Risiko für den Träger. Von Christian Drosten kommt via Twitter der Hinweis, Stoffmasken könnten zur Reinigung gebügelt werden. Obwohl die Wissenschaft also inzwischen von einer gewissen Schutzwirkung ausgeht, bleibt der eindringliche Hinweis des RKI: "Auf keinen Fall sollte das Tragen dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden oder Hust- und Niesregeln beziehungsweise die Handhygiene nicht mehr umgesetzt werden." Dem schließt sich Maria Martin an.

 

OP-Maske / Medizinischer MNS

Diese Art von Maske dient laut BfArM vor allem dem Fremdschutz: Sie schützt das Gegenüber vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen desjenigen, der den Mundschutz trägt. Normalerweise werden solche Masken bei Operationen eingesetzt, um zu verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Behandelnden in die offene Wunde des Patienten gelangen. Auch sie schützen den Träger jedoch nur begrenzt vor Erregern, da die Atemluft an den Rändern des MNS vorbei angesogen wird. Die Maske könne jedoch zumindest Mund- und Nasenpartie vor einem direkten Auftreffen größerer Tröpfchen des Gegenübers schützen. Das RKI betont, dass OP-Masken (genauso wie die FFP-Masken) für den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals dieser Gruppe vorbehalten bleiben müssen.

 

FFP2- oder FFP3-Masken

Die Abkürzung FFP steht für "filtering facepiece" (deutsch: filtrierende Halbmasken). Es handelt sich dabei laut BfArM um Ausrüstung zum Arbeitsschutz. Die Masken sollen im Idealfall von Menschen eingesetzt werden, die engen Kontakt zu Covid-19-Verdachtsfällen oder -Infizierten haben. Das Problem: Diese Art von Ausrüstung ist vielerorts knapp − auch in unserer Region. Weil der Mangel so groß ist, empfiehlt das RKI, FFP2-Masken möglicherweise erneut zu benutzen. Allerdings nur unter strengen Vorsichtsmaßnahmen. FFP3-Masken haben die höchste Schutzstufe und sollen auch vor radioaktiven oder krebserregenden Partikeln schützen. Das Atmen mit dieser Art Maske fällt schwer, weil der Filter sehr dicht ist. Deshalb kann sie auch bloß für kurze Zeit getragen werden.

 

 


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politik-Team. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

Kommentar hinzufügen