Vielfalt an Ausdrucksformen

Heilbronn  Schulkunstausstellung erstmals in der AIM eröffnet − Werke sind bis zum 7. Dezember zu sehen

Von Stefanie Pfäffle

Vielfalt an Ausdrucksformen

Von heiter bunt bis beeindruckend filigran präsentieren sich die Kunstwerke aus 24 Schulen auf dem Bildungscampus.

Foto: Stefanie Pfäffle

 

Jakob Eckart, Mitglied des vierköpfigen Schulkunstteams am Staatlichen Schulamt Heilbronn, beschönigt es nicht: "Wir sind einigermaßen entsetzt, dass sich so wenige Schüler dafür interessieren, wie ihre Werke hier hängen." Gerade mal drei sind am Donnerstagabend zur Vernissage der Schulkunstausstellung gekommen, die erstmals im Gebäude der AIM auf dem Bildungscampus in Heilbronn zu sehen ist. Bis zum 7. Dezember sind die Werke aus 24 Schulen zum Thema "Bild Material Objekt" ausgestellt.

Hinter der Theke im Eingangsbereich hängen bunte Insekten an den Wänden, weiter hinten wurden Tiere aus hellen und dunklen Steinen gelegt und eine bunte Truppe kleiner Figuren steht im Kreis − ein betongegossenes Spiel für den Schulhof. Es ist ein sehr vielfältiges Bild, was sich den Besuchern auf allen Stockwerken bietet. "Wir haben schon eine relativ lange Tradition an Schüler-Ausstellungen, aber eine so große Bandbreite an Schulen, Objekten und Techniken hatten wir noch nie", freut sich AIM-Geschäftsführerin Tatjana Linke.

Die Teilnehmer kommen aus allen Schularten: von der Grund- über die Förderschule bis zum Beruflichen Gymnasium. "Man sieht, wie viel Leidenschaft und Energie in die Projekte geflossen sind, die Ergebnisse sind fantastisch", meint Schulrätin Susanne Eicher. "Respekt, was Sie da im Schulalltag leisten", richtet sie Dank an die Kunstlehrer. Über 300 Arbeiten wurden eingereicht. Künstliche und natürliche Materialien, echte Steine ummantelt mit Gips, Altholz und Nägel, fein geschnittener Karton und schrumpelige Papierkügelchen finden sich ebenso wieder wie Wegwerfgeschirr. Es wurde geflochten und genäht, Skulpturen erstellt und gemalt. Eckart zitiert den amerikanischen Künstler Richard Serra: "Ein Kunstwerk kann die Welt nicht verändern, aber vielleicht das Denken darüber." Er wünsche jedem, dass er hier in der Ausstellung etwas finde, das ihn zum Nachdenken oder zum Austausch anregt. "Dann hätte sich der Besuch gelohnt."

Marie-Kristine Zeltwanger ist eine der wenigen Künstlerinnen, die zur Vernissage gekommen sind. "Das ist ein Türrahmen, aber eckiger gemalt", versucht die 19-Jährige ihr Werk zu erklären. "Pflanzenfarbe" war das Thema des Kunstprojekts in der Schule Lichtenstern, die roten Flecken sind durch das Aufdrücken von Teebeuteln entstanden.

Ihre Mutter Gudrun Zeltwanger freut sich, dass die Arbeit ihrer Tochter hier so wertgeschätzt wird. "Man sieht dem Bild ja nicht an, dass es jemand mit Handicap gemacht hat, hier sind alle auf einer Ebene", freut sich die Wüstenroterin.