Trollinger-Marathon mit Kälterekord, aber ohne Teilnehmerrekord

Region  5782 Läuferinnen und Läufer erreichen das Ziel im Heilbronner Frankenstadion. Eine neue Bestmarke wird nur knapp verpasst. Erstmals gibt es Dopingkontrollen.

Von Bärbel Kistner
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>>Alle Ergebnisse in der Übersicht gibt es auf der Website des Trollinger-Marathons

 

 

Der kühlste Trollinger-Marathon aller Zeiten verpasste den Teilnehmerrekord nur knapp: 5782 Läuferinnen und Läufer kamen am Sonntag bei der 19. Auflage der größten Sportveranstaltung der Region ins Ziel. Im Vorjahr waren es nur 80 mehr. Maximal elf Grad wurden am Sonntag gemessen. Damit war es deutlich kälter als beim bislang kühlsten Trolli 2017 mit damals 14 Grad. Fast alle Läufer erreichten das Frankestadion. Neue Streckenrekorde gab es nicht.

Läufer aus Kenia dominierten in drei Disziplinen. Dickson Kurui brauchte 2:28 Stunden für die 42,2 Kilometer und gewann damit zum dritten Mal den Trollinger-Marathon: "Ich liebe es, in dieser schönen Region zu laufen." Prisca Kiprono siegte bei den Frauen. Schnellster Halbmaraton-Läufer war Benard Koech in 1:09 Stunden. Für Jasmin Klotz hat es trotz Wadenverletzung zum Sieg auf der 21,1 Kilometer langen Strecke gereicht.

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Schnellster Marathon

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In Shorts und Kurzarm-Shirt oder mit langen Hosen und Jacke: Die meisten Läufer schafften es ins Ziel. Stimmungsmacher an der Strecke halfen dabei.

Fotos: Andreas Veigel

Für viele Athleten war das Wetter optimal: "Das war mein schnellster Marathon", jubelte Martin Albrecht aus Erlenbach. Der Hobbyläufer kam nach 3:19 Stunden ins Ziel. Für den 53-Jährigen hat alles gepasst. "Der Trolli ist einfach etwas Besonderes. Landschaft, Stimmung, viele bekannte Gesichter." Dass unterwegs etwas weniger Publikum klatschte, haben die Sportler kaum bemerkt.

Lob für Organisation

Auch auswärtige Läufer waren voll des Lobes über die "super Organisation" und die Atmosphäre in den Gemeinden. Manfred Haubenthal (80) und Siglinde Buse (70) aus Hockenheim kommen seit Jahren zum Trolli: "Einen kleinen Schluck Trollinger trinken wir unterwegs." Der Zieleinlauf im Stadion "geht unter die Haut", sagte Klaus Martin aus Villingen-Schwenningen, der seinen Sohn Jonas (20) anfeuert.

Wenig Kostüme

Kaum gefruchtet hat der Appell der Veranstalter, sich zu kostümieren. Nur eine Handvoll Athleten waren verkleidet. Umso mehr Beachtung fand Andreas Hein in seinem Dirndl. "Beinfrei lief es sich super", meinte der 31-jährige Koch. Einzig die Haare im Gesicht von der blonden Perücke haben ihn gestört. Nicht am Start war die lokale Prominenz: Weder Oberbürgermeister Harry Mergel noch Innenminister Thomas Strobl liefen mit.

Doping-Kontrollen sind Novum

Ein Novum beim Trollinger-Marathon waren die Dopingkontrollen: Die jeweils ersten Drei sowie stichprobenartig weitere Athleten wurden von Vertretern der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada zum Urintest gebeten. Für Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch spricht das für den Trollinger-Marathon als "ernstzunehmende internationale Sportveranstaltung". Läufer aus 54 Nationen waren dabei.

In geordneten Bahnen verlief die Anfahrt zum Frankenstadion. Ein Chaos beim Parken blieb aus. Dagegen hatten Falschparker in Heilbronn den Ordnungsdienst im Vorfeld mehr als üblich beschäftigt.

"So schlimm war es noch nie", bilanzierte der Leiter der Führungsgruppe der Polizei, Tobias Schulz. Ein 40-Tonner im Wohngebiet versperrte die Laufstrecke in Horkheim, in Klingenberg blockierte ein Auto den Bereich für die Getränkeausgabe. In den meisten Fällen konnten die Fahrzeuglenker ausfindig gemacht werden, vier Autos wurden abgeschleppt.

Ein Läufer kam in die Klinik

Im Gegensatz dazu hatten die Rettungsdienste wetterbedingt fast nichts zu tun: Nur ein Läufer kam wegen Kreislaufproblemen in die Klinik. Er war im Stadion zusammengeklappt und mit einer Trage über die Ziellinie gebracht worden. Bei den weiteren 32 Versorgungen handelte es sich um Kleinigkeiten vom Blasenpflaster bis zum Wadenkrampf. Einsatzleiter Markus Otten war erleichtert: "In diesem Jahr gab es höchstens Frostbeulen."

Nicht nur bei Läufern, auch bei Helfern wie Dieter Beil steht der 20. Trolli schon im Terminkalender.

Statistik

Beim ersten Marathon im Jahr 2001 kamen 1114 Marathon- und 1374 Halbmaraton-Läufer ins Ziel. 915 Marathon- und Staffel-Teilnehmer machten sich 2019 auf die 42,2 Kilometer lange Strecke. In vier Startgruppen gingen 3813 Halbmarathon-Läufer an den Start, zudem waren 1131 Walker dabei. Die Finisher-Quoten in den einzelnen Wettbewerben waren höher als jemals zuvor, berichtet Organisator Holger Braun. "Beim Marathon der Frauen hatten wir eine Quote von 100 Prozent, und auch bei den Männern kamen 431 von 435 Läufern ins Ziel."

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Live-Blog

Was Stimme.de-Redakteurin Annika Heffter im Start- und Zielbereich an Eindrücken sammeln konnte, hat sie in diesem Blog festgehalten.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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