Trolli-Familientag kommt super an und bricht Rekorde

Heilbronn  Fast wie bei den Großen: Am Samstag um 16 Uhr gibt es beim ersten Start des Mini-Trollis ziemlich viel Gedränge an der Startlinie in der Badstraße. 948 Kindern und Jugendliche waren bei den Kinder- und Jugendläufen dabei.

Von Helmut Buchholz

„Hört doch mal bitte alle zu“, ruft Wilfried Raatz den Sechs- und Siebenjährigen zu. Er hat Mühe, sich Gehör zu verschaffen. Zu groß ist die Aufregung der ganz kleinen Nachwuchsathleten beim Trollinger-Marathon. Aufgeregt scharren sie mit den Füßen.

Ihre Strecke ist zwar „nur“ 800 Meter lang. Aber sie rennen auch ins Frankenstadion vor der Hautptribüne ins Ziel. Ihre Eltern und Fans jubeln ihnen zu. Alle Mini-Läufer haben einen Chip, ihre Zeit wird gemessen. Zum Lohn erhalten alle Kinder- und Jugendlichen im Ziel eine Finisher-Medaille, auf der „Mini-Trolli“ eingraviert ist. Der ganze Stolz – auch des ganz jungen Trollianers.
 

 

Ein paar Mal fließen auf der Strecke Tränen

Gut, ein paar Dinge laufen dann bei den Minis doch anders. Vorneweg vor dem Starterfeld fährt Trollinger-Marathon-Projektleiter Holger Braun mit einem Fahrrad, die Nachhut bildet ein Kollege Brauns – ebenfalls mit Fahrrad.

Gleich beim ersten Start kommt der „Besenwagen“ zum Einsatz. Ein Kind ist gestürzt und wird auf dem Gepäckträger des Drahtesels Richtung Ziel transportiert. Es fließen Tränen: Ein Kind verliert kurz nach dem Start einen Laufschuh, wird bei dem Versuch, ihn wiederzuholen, fast von den anderen Kindern überrannt.

Dass die Kinderläufe samstags starten, gab es noch nie

Startschussgeber Wilfried Raatz ermahnt die Kinder beim zweiten Start: „Bitte nicht die Ellenbogen so herausfahren, nicht so drängeln.“ Es gibt drei Starts beim Mini-Trolli. Alle zusammen zum ersten Mal am Samstag. Das ist ein Novum.

Bei der 18. Auflage des Trollinger-Marathons haben sich die Veranstalter entschlossen, die Nachwuchsläufe nicht wie bisher mit den Erwachsenen am Sonntag stattfinden zu lassen, sondern sie einen Tag vorzuverlegen. „Damit wollen wir den Mini-Trolli aufwerten“, sagt Projektleiter Braun.

Der Trolli-Familientag soll künftig zum Standard werden

Der Samstag wird so zum Familientag des Trollis. Auf dem Kunstrasen am Stadion gibt es ein umfangreiches Aktiv-Programm: Hüpfburg, Torwandschießen, Kinderschminken. Die Idee, die Nachwuchsläufe auf den Samstag vorzuverlegen und als Familientag zu gestalten, kommt so gut an, dass man sich fragt, warum das nicht schon viel früher geschehen ist.

Der größte Vorteil ist wohl, dass die laufbegeisterten Eltern sich ganz auf ihre Kinder konzentrieren können – und nicht wie bisher Töchter und Söhne teilweise gar nicht beim Lauf sehen konnten, weil sie selbst bei Marathon oder Halbmarathon starteten.

Bei den Starterzahlen des Mini-Trollis gibt es ein dickes Plus. Waren im vergangenen Jahr noch 777 kleine Läufer dabei, sind es am Samstag 948. „Und beim nächsten Mal knacken wir die 1000“, ist sich Wilfried Raatz sicher.

Eltern freuen sich, dass sie ihre Kinder endlich laufen sehen können

„Der Mini-Trolli am Samstag ist super, perfekt, da hat jeder etwas davon“, sagt Jana Weiß. „Jetzt kriege ich den Lauf meiner Tochter Julia erst richtig mit“, sagt Vater Uwe Weiß. Der 52-Jährige startet am Sonntag beim Trolli-Halbmarathon. Tochter Julia ist schon zum zweiten Mal bei den Nachwuchsläufen des Trollinger-Marathons dabei. Das Schönste am Wettbewerb? „Wenn ich im Ziel bin und die Medaille bekomme“, erklärt Julia.

„Super Atmosphäre, alles wunderbar“, lautet das Urteil über den Mini-Trolli von Judith Fuchs. Die 35-Jährige und ihr Mann Stefan (35) kommen aus Tamm im Kreis Ludwigsburg, laufen beim Erwachsenen-Trolli am Sonntag mit. Sohn Erik (7) ist beim Mini-Trolli dabei. „Mit dem extra Familientag können wir prima alles verbinden“, sagt Stefan Fuchs.

Ein paar zu rabiate Eltern gibt es leider auch

Auch Mats Bauer (41) aus Flein findet die Entzerrung besser: „Am Sonntag gab es immer Gedränge, jetzt ist alles entspannter.“ Der Mini-Trolli war für Sohn Mats eine Premiere. Auf seine Finisher-Medaille ist er stolz. „Der Lauf war gut“, sagt der Sechsjährige, „nur am Anfang gab es viel Gedränge.“

Steffen Schoch, Geschäftsführer des Trolli-Ausrichters Heilbronn Marketing GmbH, freut sich über „die tolle Stimmung beim Familientag“. Er habe sich bewährt, soll auch in Zukunft am Samstag vor dem Erwachsenen-Sonntag stattfinden.

Nur kleine Wermutstropfen trüben die prächtige Bilanz. Ordner berichten von teilweise aggressiven Eltern, die unbedingt hinter die Absperrung in den abgeriegelten Zielbereich vordringen wollten. Keine guten Vorbilder.

 


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