Traumprojekt am Neckar: Wein und Cluss am Fluss

Heilbronn  Die Stuttgarter Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu will zauberhafte Pavillon-Pläne an der Heilbronner Neckarbühne Wirklichkeit werden lassen: ein regionales Lokal mit Wein und Cluss-Bier.

Traumprojekt am Neckar: Wein und Cluss am Fluss
Hier könnte schon bald ein regionales Lokal mit Wein und Cluss-Bier sein neues Zuhause haben. Illustration: Mattes Riglewski

Das aus allen Nähten platzende Weindorf, der florierende Wein-Villa-Stand auf der Buga, aber auch etliche kleinere Events bis hin zum Weinsommer zeigen immer wieder, welches Potenzial der Wein in Heilbronn hat. Gleichzeitig beklagen viele Weinfreunde und Touristen, dass das Thema in der Innenstadt im Alltag beinahe brach liegt. Dies könnte sich in naher Zukunft ändern - ausgerechnet durch eine Brauerei.

Ideengeber ist Riverside-Wirt Köksal Kilic

Wie Bernhard Schwarz als Sprecher der Geschäftsleitung von Dinkelacker-Schwaben Bräu auf Stimme-Anfrage erklärt, habe die Stuttgarter Familienbrauerei "großes Interesse" an einem Projekt, das der Chef des benachbarten Lokals Riverside, ehemals Stadtfischer, vor zwei Jahren auf den Weg gebracht hat: ein Weinpavillon an der Neckarbühne, also am nördlichen Ende der bereits von 20 Lokalen gesäumten Neckarmeile.

Der 57-jährige Gastronom Köksal Kilic, der sich in den 1990er Jahren mit dem "Charivari" einen guten Namen machte, hat für seine Idee mit Mattes Riglewski ein renommiertes Architekturbüro gewinnen können. Durch seine guten Kontakte brachte der Wirt das Kunststück fertig, dass der Gemeinderat für sein Traumprojekt im baurechtlich heiklen "Außenbereich" am Neckarufer bereits ein passendes Bebauungsplanverfahren eingeleitet hat. Doch zuletzt schien das ebenso faszinierende wie ambitionierte Projekt zur Hängepartie zu werden, weil Kilic offenbar keinen Investor zu finden schien. Namhafte Interessenten - von Kruck über Klenk bis Scheidtweiler - zogen sich zurück.

Traumprojekt am Neckar: Wein und Cluss am Fluss
Ob hier bald die Pavillon-Pläne zur Wirklichkeit werden? Foto: Hst-Grafik

OB Mergel zeigt sich aufgeschlossen

Doch nun zeigt Dinkelacker-Schwaben Bräu Flagge. Wie Oberbürgermeister Harry Mergel bestätigt, habe er vor wenigen Tagen mit Eigentümer Christian Dinkelacker, Geschäftsführer Schwarz und Gastronom Kilic "ein gutes Gespräch geführt". Grundsätzlich sei die Stadt für ein solches Projekt aufgeschlossen, zumal es zwei Leitthemen der Stadt, Wein und Wasser, zusammenführe. Als wichtige Voraussetzungen für den städtischen Segen nennt er aber, "inhaltliche und gestalterische Qualität", wobei der vorhabenbezogene Bebauungsplan auf die architektonisch ausgesprochen attraktiven Pläne von Mattes Riglewski abgestimmt sei. "Das Ganze darf natürlich keine Bierschwemme werden. Der Wein muss eine gewichtige Rolle spielen."

Es wird keine billige Bierschwemme werden

"Dies ist uns bewusst", betont Schwarz, aber als Brauerei wolle man natürlich auch Bier anbieten. "Zu einem gepflegten Tropfen passt auch ein gepflegtes Bier." Als verbindenden Überbegriff nennt Schwarz "Regionalität". So schwebt ihm vor, dass neben den - "selbstverständlich" - Heilbronner Weinen auch Bierspezialitäten der Marke Cluss ausgeschenkt werden. Unter dem Label der ehemaligen Heilbronner Traditionsbrauerei werben die Stuttgarter derzeit vor allem mit "Kellerpils". Schwarz könnte sich aber vorstellen, das "Käthchenbier" wiederzubeleben. "Cluss würde auch perfekt zur benachbarten Cluss-Brücke passen."

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Regionalität und Historie als verbindendes Thema

Eine wichtige Rolle dürfte neben einem kleinen regionalen Speiseangebot auch der "wunderschöne Außenbereiche an der Wasserbühne spielen, als Freiluftlokal, aber auch für Veranstaltungen".

Näheres sei noch nicht spruchreif. Am Konzept werde noch gefeilt. Außerdem wolle man der Stadt und möglichen Partnern nicht vorgreifen. Fest stehe: "Familie Dinkelacker ist bereit, 1,2 Millionen Euro zu setzen." Mit Blick auf die belebte Uferpromenade, die vielen Lokale der Gastromeile, den idyllischen Altneckar, das historische Hagenbucher-Gebäude und die futuristische Experimenta spricht Schwarz von einem "richtigen Hotspot", der durch den Ausbau des Bildungscampus und den Buga-Stadtteil Neckabogen weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.

Angesichts des Hagenbucher-Baus erinnert er, wie Wolfgang Dinkelacker und er bereits 1996 mit Ex-OB Helmut Himmelsbach dort über eine Hausbrauerei verhandelten. "Wär" schön, wenn's diesmal klappen würde. Zumal wir der Stadt mit Cluss auch ein Stück Historie zurückbringen."

Den Schwung von der Buga müsse man mitnehmen

Die Betreiber der Wein-Villa geben sich angesichts der Dinkelacker-Pläne bedeckt. „Wir sind im Gespräch“, erklärt Karl Seiter von der Genossenschaftskellerei Heilbronn. Fest stehe, dass man „den Schwung von der Buga mitnehmen muss“. Der dortige Wein-Villa-Stand basiert auf Containern der Firma Losberger, wobei die Innenausstattung den Wein-Villa-Wengertern gehört. Ob er an anderer Stelle weiterbetrieben wird, stehe noch nicht fest.

 
 

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