Tote Ziegen: Polizei vermutet wildernden Hund

Eberstadt  Wiederholt sind in Eberstadt Zuchtziegen getötet worden. Die Polizei sieht einen Zusammenhang und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Die Ziegen haben für einen Züchter eine besondere Bedeutung.

Von Heike Kinkopf

Tote Ziegen: Polizei vermutet wildernden Hund

Die Ziegen halten Greifvögel von Hühnern fern.

Foto: Axel Gutjahr_stockadobecom

Zwei Mal innerhalb weniger Wochen sind in Eberstadt Ziegen getötet worden. Die Polizei vermutet, dass ein wildernder Hund dahinter steckt. Die getöteten Tier gehören verschiedenen Besitzern. Einer von ihnen ist Michael Haußecker. Der Landwirt aus Langenbrettach züchtet Afrikanische Zwergziegen. Diese erfüllen eine spezielle Aufgabe in seinem Betrieb, dessen wesentliches Standbein die Eier-Produktion ist.

"Es sind wunderschöne Ziegen", sagt Haußecker. Durch das weiße Fell unterscheiden sie sich aus der Luft vom Federkleid der Hühner. Die Ziegen halten den Habicht fern. Haußecker zufolge schaut jeden Morgen jemand nach den Tieren in Eberstadt. Eines Abends Ende Juni erhielt er einen Anruf. Zwei Ziegen seien tot, eine hing im Zaun. Der Landwirt vermutet wie die Polizei: Ein Hund hat sie zu Tode gehetzt.

Gerissene Ziege wird eingeschläfert

Am vergangenen Freitag ist erneut eine Ziege zu Tode gekommen. Das Tier einer Eberstädterin lebte mit Artgenossen in einem umzäunten Gehege "und wurde offenbar von einem Hund angefallen", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Demnach erlitt die Ziege so massive Verletzungen, dass ein Tierarzt sie einschläferte. Das Gehege der Eberstädterin befindet sich nach dem Friedhof in Richtung Lennach. Die Polizei bittet die Bürger, sich sofort zu melden, wenn sie einen herrenlosen Hund sehen. Hinweise nimmt das Revier Weinsberg unter der Nummer 07134 9920 entgegen.

"Dass ein Hund ausbüxt, kann mal passieren", meint Haußecker. Passiert es zwei Mal fragt er sich, was mit dem Verantwortungsbewusstsein des Halters ist. Sein Ziegenbestand in Eberstadt ist von 20 auf 18 Tiere gesunken. Die toten weiblichen Tiere waren vier Jahre alt. Sie hätten ihm noch gut zehn Lämmer für die Zucht beschert, sagt der Landwirt. Eine Ziege besitze einen Wert von 100 bis 120 Euro.

Tiere bekommen Herzinfarkt

Dass es bei Nutztieren um die Nahrungsmittelproduktion geht, sei heute vielen Menschen nicht bewusst, sagt Haußecker. Er kritisiert Halter, die ihre Hunde um das Ziegengehege flitzen lassen mit der Begründung: "Dann können sie mal ihren Jagdtrieb ausleben." Dabei gerieten jedoch die Tiere im Gehege in Panik. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich verletzen oder einen Herzinfarkt erleiden.

 

 


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