Topkulisse für Spitzensport in Heilbronn

Heilbronn  Der Challenge Triathlon mitten in Heilbronn ist ein Fest für alle: Sportler, Fans und Zuschauer. Die Innenstadt zeigt bei diesem Großereignis überraschende Qualitäten.

Von Helmut Buchholz
Email

"Rollender Start" im Heilbronner Neckar: Die Schwimmer gehen stürzen sich grüppchenweise in den nur rund 16 Grad kalten Fluss. Foto: Andreas Veigel

 

Als Lokalmatador Sebastian Kienle als Sieger erstaunlich frisch und locker über den roten Teppich das Ziel erreicht, gibt es auf dem Heilbronner Marktplatz am Sonntagmittag kein Halten mehr. Sebi klatscht das Publikum ab. Fast wäre die La-Ola-Welle über die Zuschauertribünen geschwappt, die man sonst nur aus Sportstadien kennt.

Euphorisierte Athleten, jubelnde Fans: Heilbronn kann auch Spitzensport. Der Triathlon ist der Beweis dafür. Die ganze Innenstadt bildet die Topkulisse für ein mitreißendes Großereignis, das mehr als 2000 Profis und Amateure auf der Strecke und viele tausend Zuschauer als Zaungäste dieses Spektakels in ihren Bann zieht.

Zuschauer sind ganz nah dran am Geschehen

Schon früh am Morgen ab 7.45 Uhr, als sich die Triathleten in das nur rund 16 Grad kalte Wasser am Theaterschiff in den Neckar stürzen, schauen überraschend viele Menschen zu. Das ganze Wettkampfwochenende über ist die Innenstadt so voll wie selten zuvor. Die Atmosphäre ist entspannt, locker. Das Publikum genießt die Atmosphäre. "Es ist ganz schön was los in der Stadt", beschreibt zum Beispiel der Böckinger Jürgen Mugele die Szenerie. "Live bei so einem Sportereignis dabei zu sein, ist besser als daheim die Sportschau im TV zu sehen", erklärt der 69-Jährige. Monika Österreich (61) aus Donaueschingen, deren Mann beim Triathlon am Start ist, lobt die Infrastruktur. "Man ist überall nah dran am Geschehen."

Das kann Heilbronns Erster Bürgermeister Martin Diepgen nur unterstreichen: " Man kann als Zuschauer von einem Platz aus alle drei Disziplinen des Triathlons beobachten: die Schwimmer, die Radler und die Läufer." Die Veranstaltung würde gut zu Heilbronn passen, "der Stadt, durch die der Neckar fließt".

Gerhard Ritter war selbst mehrfach Teilnehmer beim hep Challenge Triathlon powered by Audi, wie die Veranstaltung offiziell mit Sponsorennamen heißt. Dem Heilbronner blutete ein wenig das Herz, nicht dabei zu sein. Denn er weiß aus Erfahrung, "was für ein emotionaler Moment das ist, durchs Ziel zu kommen". Der Triathlon verwandele Heilbronn in eine junge Sportstadt, der Spirit der Stadt würde sich in diesem Ereignis gut wiederspiegeln.

Mehr zum Thema: Sebastian Kienle, der Challenge-Titelverteidiger vom hep Sports Team, setzt sich auf der Triathlon-Mitteldistanz klar durch 

 

 

Teilnehmer vergeben durchweg gute Noten

Auch bei den Teilnehmern bekommt der Triathlon fast nur gute Noten. Moritz Eyer kommt ursprünglich aus Obersulm, lebt jetzt in Berlin. Der Wettkampf sei für den 35-Jährigen eine gute Gelegenheit gewesen, nach Hause zu kommen. Eyer lobt die Fans an der Strecke: "Das Publikum ist toll. Wahnsinn, was da abgeht. Die Leute machen Party." Teilnehmer Frank Motzer hat das auch so erlebt: "Das Publikum ist perfekt. Die Leute sind begeistert und klatschen Athleten ab, die sie gar nicht kennen."

Allerdings schüttet der 51-jährige Heilbronner auch etwas Wasser in den Wein: "Die Wechselzone in der Badstraße war brutal lang." Und das Wasser im Neckar sei "frisch" gewesen, so zwischen 15 und 16 Grad. "Da bekommt man am Anfang trotz Neoprenanzug Schnappatmung." Einige Triathleten kritisierten auch, dass auf dem Boden in der Wechselzone Steinchen und Zweige nicht weggeräumt waren. Ein Handicap, wenn die Athleten nach dem Schwimmen barfuß zu ihren Rädern eilen.

Das Fazit von Kai Sauser, der zusammen mit seinem Bruder Rik und ihrer Villingen-Schwenninger Eventagentur den Triathlon veranstalten, fällt so aus: "Perfekt. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Es war ein super spannendes Rennen."

Mehr zum Thema: Dritter Triumph in Folge für die 30-jährige Triathletin Daniela Bleymehl  bei der Challenge Heilbronn

 

 

Früher Start und wechselnde Wechselzone

Einigen Triathleten war der Start um 7.45 Uhr, eine Stunde eher als sonst, dann doch etwas zu früh am Morgen. Die Veranstalter hatten den Beginn vorverlegt, um das Zeitfenster für die Straßensperrungen vor allem auf der Radstrecke im Zabergäu schnell wieder schließen zu können. Außerdem nahm man Rücksicht auf ein Feuerwehr-Jubiläumsfest in Stetten am Heuchelberg. Die Wechselzone in der Badstraße war einigen Athleten zu lang und zu weit weg vom Schwimmausstieg. Früher befand sich die Wechselzone auf einem Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof. 

 

 

 

 


Kommentar hinzufügen