Tilman Schmidt bleibt Bürgermeister in Obersulm

Obersulm  Der Obersulmer Bürgermeister geht mit einem ungefährdeten Sieg in die zweite Amtszeit. Die Wahlbeteiligung ist mit 29 Prozent gering. Der Wahlsieger ist mit seinem Ergebnis zufrieden.

Von Sabine Friedrich
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Da freut sich die ganze Familie, als Helmut Heuser Tilman Schmidt gratuliert: seine Frau Sonja und die Söhne Justus, Frederic und Joschka (von rechts). Foto: Berger, Mario

Ich bin damit sehr zufrieden in einer Zeit, wo gerne Denkzettel vergeben werden", sagt Tilman Schmidt, der mit einem überzeugenden Ergebnis in seine zweite Amtszeit in Obersulm starten kann. 90,1 Prozent der gültigen Stimmen sind am Sonntag auf den Alleinkandidaten der 14 100 Einwohner großen Kommune im Weinsberger Tal entfallen.

Das selbst gesteckte Ziel leicht verpasst

Allerdings: Der Wunsch des 51-Jährigen, dass bei der Wahlbeteiligung eine drei vorne dran steht, hat sich nicht ganz erfüllt. Es sind letztendlich 29 Prozent geworden. "Das war ambitioniert", erklärt Schmidt zu seinem selbst gesteckten Ziel gegenüber der Heilbronner Stimme. "Das ist doch eine breite Zustimmung in den Wahllokalen", fügt er hinzu. Die Eschenauer sind top mit 94 Prozent für den parteilosen Kandidaten. Die geringste Zustimmung (81,6) gibt es im Wahlbezirk Kindergarten Siebenmorgenweg in Willsbach. Auch in der Hofwiesenhalle in Willsbach erreicht Schmidt "nur" 82,7 Prozent.

Hier hat Armin Waldbüßer Heimvorteil. Zwar hat der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat auf seine fünfte Kandidatur in Folge in Obersulm verzichtet. Sich aber per Anzeige wenige Tage vor der Wahl all denjenigen gegenüber erklärt, die ihn aufgefordert hatten, wieder anzutreten. Um im gleichen Text darauf hinzuweisen, wer wolle, könne ja seinen - Waldbüßers - Namen auf den Stimmzettel schreiben.

Armin Waldbüßers Aktion ruft Kopfschütteln hervor

Eine Aktion, die unter den rund 150 Leuten, die sich am Sonntagabend vor dem Rathaus versammeln, Kopfschütteln hervorruft. "Das ist Revoluzzertum", kommentiert ein Mann. Wahlsieger Schmidt selbst äußert sich dazu nicht: "Dazu wird es von mir keinen Kommentar geben", sagt er auf Stimme-Nachfrage.

Es dauert lange, bis das Ergebnis verkündet wird

Die Gratulanten-Schar muss sich lange gedulden. Erst gegen 19.35 Uhr ist das Ergebnis aus dem letzten Wahlbezirk erfasst. Längst schon haben die Menschen zu Sekt und anderen Getränken sowie zu salzigem Gebäck gegriffen. Dann, endlich, um 19.57 Uhr verkündet Bürgermeister-Stellvertreter Helmut Heuser das Ergebnis. Beifall brandet auf. Der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses gratuliert und überreicht Schmidts Frau Sonja einen Blumenstrauß.

Das tut auch Lehrensteinsfelds Bürgermeister Björn Steinbach für die Kollegen des Sprengels und den Kreisverband des Gemeindetags. In Fußballmannschaftsstärke sind Kollegen aus dem Landkreis Heilbronn nach Obersulm gekommen. Willsbachs Dirigent Rainer Roll setzt den Taktstock an. 25 Instrumentalisten aus den Musikvereinen Eschenau, Affaltrach und Willsbach - die Sülzbacher sind bei ihrem Straßenfest im Einsatz - intonieren den "Fliegermarsch".

Drehleiter steht für die Familie Schmidt bereit

Neben dem Rathausbrunnen steht die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr bereit. Schon vor acht Jahren, bei seiner ersten Wahl, hat sich Schmidt mit seiner Familie in die Höhe hieven lassen.

Früher am Wahltag ist trotz nur eines Kandidaten für Melanie Braun klar, zur Urne zu gehen. Man wolle den Bürgermeister ja bestätigen, dass er es gut gemacht habe, sagt die Willsbacherin, die gerade aus dem Wahllokal kommt. Gegrummel hingegen drinnen in der Wahlkabine im Kindergarten Siebenmorgenweg. "Mordsauswahl", meint ein jüngerer Mann. "Das ist ja keine Wahl. Ich habe gedacht, es gibt mehr Bewerber", sagt er und begründet seine Überraschung damit, dass er außer Landes gewesen sei. "Wer nicht wählt, darf auch nicht schimpfen", lautet German Kühners Regel. "Wir sind im Wesentlichen zufrieden." Das gilt auch für Ursula Heinz in Sülzbach. Und: Wählen sei Bürgerpflicht.


Kommentar

Ein überzeugendes Ergebnis, das sich Schmidt verdient hat, findet Stimme-Redakteurin Sabine Friedrich. Hier geht es zu ihrem Kommentar.


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