THW baut in Nachtaktion Gerüst vor Brandruine auf

Neudenau  Mehr als 30 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) haben in der Nacht auf Donnerstag ein Gerüst vor der Brandruine in der Neudenauer Altstadt aufgebaut. Damit ist gewährleistet, dass nun stückweise der Abbau des Giebels beginnen kann.

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Drei Menschen waren am frühen Dienstagmorgen gegen 6 Uhr im Haus ums Leben gekommen. Der Giebel des abgebrannten Fachwerkhauses gilt noch immer als einsturzgefährdet.

Die Nachtaktion dauerte bis in den frühen Morgen an. Wie THW-Einsatzleiter Jochen Reichert sagte, sei die Entscheidung zur Aktion im Laufe des Mittwochs getroffen worden. Es soll damit verhindert werden, dass der Giebel der Brandruine kippt und umliegende Häuser beschädigt. Nach wie vor sind die direkten Nachbarhäuser des abgebrannten Fachwerkhauses nicht bewohnbar. Anwohner hatten auch diese Nacht wieder teilweise in Hotels übernachtet, zum Teil bei Freunden und Verwandten.

Modernste Technik im Einsatz

Mit ihren riesigen Scheinwerfern machten die Helfer vom THW die Nacht in der Neudenauer Hauptstraße taghell. Routiniert und sichtlich mit Leidenschaft an ihrem Ehrenamt bauten sie das Gerüst innerhalb weniger Stunden auf. Es seien besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, sagt THW-Helfer Erich Ackermann. Am oberen Teil der Fassade des Fachwerkhauses waren kleine Spiegel befestigt worden, die von einem Messgerät am Boden erfasst wurden. Sobald die Fassade auch nur einen Millimeter zu kippen begonnen hätte, wäre das auf einem Laptop im Einsatzwagen registriert worden - und die Einsatzkräfte wären sofort gewarnt gewesen.

Mit schwerem Gerät schafften die THWler die Bauteile für das Gerüst heran, schleppten und hämmerten und bohrten. Es war laut - unvermeidbar. Dafür kann nun in der Folge das geplante Abtragen der Fassade der Brandruine beginnen. Erst im Anschluss, wenn ein Betreten des Gebäudes sicher ist, kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Gutachter nach der Ursache für das verheerende Feuer suchen. 

 

 

Feuerwehr lange mit Löscharbeiten beschäftigt 

Björn Wagner von der Neudenauer Feuerwehr war in der Nacht auf Donnerstag als Feuerwehr-Gruppenführer vor Ort. Nachtwache halten. Sicherstellen, dass etwaige Glutnester kein erneutes Feuer entfachen können. Tückisch, auch tagsüber am Mittwoch waren noch Nachlöscharbeiten im Gange.

„Die Abläufe sind klasse“, sagte Björn Wagner mit Blick auf die „Gerüstbauer" vom THW. Alles laufe „Hand in Hand“ zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen - wie hier am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und THW zu sehen sei. Bei der Nachtaktion beteiligt waren die THW-Abteilungen Widdern, Weinsberg und Pfedelbach.

Sohn des Ehepaars bedankt sich bei den Helfern

Karsten Herr, der Sohn des im Haus verstorbenen Ehepaars, schrieb am Mittwochabend in einer E-Mail an unsere Redaktion: „Ich möchte mich im Namen der Familie ganz besonders bei den Frauen und Männern der Freiwilligen Feuerwehr Neudenau und den zahlreichen anderen beteiligten Wehren bedanken, sowie der Notfallseelsorge, dem THW und allen anderen Diensten, die uns zur Hilfe eilten und sich diesen Gefahren des Einsatzes aussetzten."

 


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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