Staatsweingut Weinsberg bekommt bald neue Etiketten

Weinsberg  Die Heilbronner Stimme hat einen Blick hinter die Kulissen der renommierten und innovativen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein und Obstbau möglich gemacht. Die Stimme-Leser haben unter anderem erfahren, dass die Flaschen bald neue Etiketten zieren.

Staatsweingut Weinsberg bekommt bald neue Etiketten

LVWO-Mitarbeiter Uwe Michelfelder weiht die Stimme-Leser im Sektkeller unterm Traubenplatz in die hohe Kunst der Schaumweinbereitung ein.

Foto: Dennis Mugler

Manche fanden es "ziemlich hip". Andere fühlten sich an Südafrika erinnert oder gar an einen Geheimbund. Die Rede ist von neuen Etiketten für das Staatsweingut Weinsberg.

Bevor diese offiziell Wein-, Sekt- und andere Flaschen zieren, durften zehn Leser der Heilbronner Stimme einen Blick auf die Entwürfe werfen, aber auch auf andere Innovationen der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg. Manch neues Produkt durften die meist mit der Stadtbahn angereisten Gäste sogar probieren.

Alkoholfreie Tropfen sind im Kommen

So reichte LVWO-Mitarbeiter Uwe Michelfelder zum Auftakt einen alkoholfreien "SeccOhne" und dessen "Vater", einen verperlten Muskateller. Gleichzeitig ließ er den Blick übers Gebäudeensemble der ältesten Weinbauschule Deutschlands schweifen: von der südländisch anmutenden Hildtschen Villa über das klassizistische Internatsgebäude von 1868, das funktionale Flaschenlager aus den 1970er Jahren, in das ein moderner Verkaufsraum integriert wurde, das Schulgebäude aus den 1980ern und die High-Tech-Kelter bis zur Baustelle für ein neues Labor.

"Die Ruhe vor dem Sturm" herrschte in der Kelter, wo Traubenannahme, Pressen, Tanks, Fässer, Pumpen und Schläuche für den neuen Jahrgang gerüstet sind: 14 Tage später als im hochsommerlichen Rekordjahr 2018, aber im langjährigen Schnitt, wie Michelfelder erklärte.

Interessierte Stimme-Leserinnen bohrten nach. So erfuhren Gertrud Kleofass und Silvia Walla, dass die berüchtigte Kirschessigfliege in den Startlöchern sitze und bei feuchtwarmer Witterung die roten Beeren schädigen könne. Trotz mancher Widrigkeiten, die der Klimawandel mit sich bringe, könnte der Weinbau aber davon "eher profitieren", wie Michelfelder meinte.

Guter Ruf in der Weinwelt

Zwischen Brennerei, Sekt-, Versuchs- und Holzfasskeller erfuhren die Besucher, wie die LVWO auf die Herausforderungen der Zeit reagiert und junge Winzer, Küfer und Obstbauern dafür fit macht. In einem über 151 Jahre geknüpften Netzwerk haben Absolventen den Ruf der Anstalt um den Globus getragen, was just zum Stimme-Besuch die Ankunft von Praktikanten aus der norditalienischen Partnerschule San Michele bestätigte.

Begeistert zeigten sich die Leser. Dr. Hilde Oechsle, Öhringen, nannte die Führung "spannend, vielseitig, mit Bezug zur Region". Sigmar Doll aus Schwaigern sagte, "warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Interessante liegt so nah". Holger Steinbach aus Obersulm wünscht sich, "mehr Veranstaltungen von dieser Sorte".

 


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