So will der Verein Anpfiff ins Leben die Jugend fördern

Heilbronn  Die Nachwuchskicker des FC Union Heilbronn werden seit vergangenem Sommer in besonderer Weise vom Verein Anpfiff ins Leben gefördert. Jetzt wird das Konzept ausgebaut - durch folgende Kombination: Know-How der Hopp-Stiftung und Geld der Dieter-Schwarz-Stiftung.

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Der FC Union Heilbronn hat sich 2019 auf ein neues Jugendförderkonzept verständigt, das unter anderem auch den sozialen Aspekt im Blick hat.

Foto: privat

Seit dem Startschuss im Juli 2019 füllt der FC Union Heilbronn im Zusammenspiel mit zwei potenten Sponsoren sein jüngstes Projekt kontinuierlich mit Leben: Der gemeinnützige Verein Anpfiff ins Leben, der von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanziert wird, baut beim Fußball-Bezirksligisten seit dieser Saison ein Jugendförderkonzept auf.

Dieses soll zunächst Sport und Schule miteinander verbinden - in einem zweiten Schritt, der in diesem Jahr gegangen wird, auch die Bereiche Beruf und Soziales einbeziehen. Die Hopp-Stiftung bringt das Know-How ein, die Dieter-Schwarz-Stiftung das Geld. Der auf drei Jahre angelegte Vertrag umfasst dem Vernehmen nach eine sechsstellige Summe.

Durch Sport soll der Nachwuchs eine Perspektive fürs Leben bekommen

Ziel des Konzepts ist eine Persönlichkeitsentwicklung. Der Sport wird genutzt, um dem Nachwuchs eine Perspektive fürs Leben zu geben. 165 Kinder und Jugendliche spielen beim FC Union derzeit in zehn Mannschaften, die von 20 Trainern betreut werden. Gestartet war man im Sommer mit rund 135 Nachwuchskickern und 15 Trainern.

18 Kicker gehen in die Lernzeit, die montags bis freitags in jeweils drei Zeit-Blöcken angeboten wird: Gymnasiasten, Real-, Gemeinschafts- und Grundschüler bekommen Nachhilfe von insgesamt vier Lernbegleitern. "Sie alle haben einen pädagogischen Hintergrund", sagt der hauptamtliche Projektkoordinator Dominik Hager. Neben dem Spielbetrieb im Jugendbereich koordiniert Hager auch die Traineraus- und Weiterbildung sowie Sport und Schule. Außer den Lernzeiten bietet das Projekt auch Prüfungsvorbereitungskurse an. Derzeit nehmen vier B-Jugendliche, die vor ihrer Mittleren Reife stehen, an einem solchen Kurs in Mathematik teil.

Konzept

Mit den 165 Kickern des FC Union Heilbronn sind 3700 Kinder und Jugendliche beim gemeinnützigen Verein Anpfiff ins Leben mit Sitz in Walldorf in der Förderung. Der Verein wurde von Dietmar Hopp und dem 2018 verstorbenen Anton Nagl 2001 gegründet und ist in der Rhein-Neckar-Region angesiedelt. Dort gibt es sieben Förderzentren. Zwischenzeitlich war auch der SC Abstatt Teil des Projekts. Das Förderkonzept besteht aus Fußball, Schule, Beruf und Soziales und soll zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.

Nachhilfe zum symbolischen Preis von einem Euro

Eltern zahlen pro Angebotstag einen symbolischen Preis von einem Euro. "Nur wenige Kinder kommen auf die Idee, zur Nachhilfe zu gehen. Es ist für sie viel leichter, wenn sie das mit den Kindern tun, mit denen sie auch Fußball spielen", sagt der FCU-Jugendvorstand Can Kara. "Mit der bisherigen Entwicklung sind wir sehr zufrieden", fügt Dominik Hager hinzu.

Kooperation mit Krankenkasse zum Thema Ernährung

Zwei weitere Bausteine ergänzen das bisherige Angebot in diesem Jahr: Da gibt es zunächst eine Kooperation mit einer Krankenkasse. Dabei geht es rund um das Thema Ernährung. Eltern bekommen Tipps zur gesunden Ernährung ihrer kleinen Kicker aus den Bambini-, F- oder E-Jugendteams. B-Jugendliche können an einem Kochkurs teilnehmen und erhalten Ratschläge, wie sie sich an einem Spieltag ernähren sollten.

Darüber hinaus startet der FC Union ein Inklusionsprojekt mit den Offenen Hilfen Heilbronn. Angedacht ist ein gemeinsames Training sowie die Teilnahme am Turnier der Offenen Hilfen, das jährlich im Sommer stattfindet. Auch die enge Verbindung zur TSG Hoffenheim wird genutzt: Nachwuchstrainer des Bundesligisten bilden FCU-Trainer fort und bieten einen Minifußballspieltag an, bei dem Drei gegen Drei auf engem Feld und kleinen Toren gespielt wird.

"Wir möchten, dass sich die Kinder weiterentwickeln. Das geht am besten, wenn sich auch unsere Trainer weiterentwickeln", sagt Can Kara. Darüber hinaus bekommt Koordinator Dominik Hager Verstärkung: Zum 1. August stellt das Projekt einen Mitarbeiter für die Bereiche Schule, Beruf, Soziales (SBS) ein. Und zum 1. September folgt noch ein FSJ-ler, der die Verbindung zu den Sport-AGs in den Schulen herstellen soll.


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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