So schnell geht's beim Erweiterungsbau des Polizeipräsidiums

Heilbronn  Der Erweiterungsbau des Heilbronner Polizeipräsidiums kommt schneller voran als gedacht. Beim Richtfest kommen darüber alle ins Schwärmen. Das Land investiert 27,5 Millionen Euro.

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So schnell geht's beim Erweiterungsbau des Heilbronner Polizeipräsidiums

Ein Hoch auf die "tolle Leistung": Polier Robert Feeser beim Richtspruch auf der Baustelle des Präsidium-Erweiterungsbaus. Foto: Dennis Mugler

Auch das gibt es heute noch: Eine große Baustelle der öffentlichen Hand, die schneller voranschreitet als geplant. So feierte das Land als Bauherr drei Monate früher als gedacht am Montag Richtfest beim Erweiterungsbau des Heilbronner Polizeipräsidiums in der Karlstraße. Erst vor sieben Monaten war Grundsteinlegung.

"Eine großartige Leistung", lobte die Arbeit denn auch Ingo-Michael Greiner, Leiter vom Heilbronner Amt Vermögen und Bau. Vielleicht war das der Grund, warum Polier Robert Feeser von der Baufirma Otto Heil bei seinem Richtspruch im Überschwang des Erfolgsgefühls gleich drei Gläser Wein zügig trank.

Lange Wege waren an der Tagesordnung

Die Polizisten in Heilbronn können es jedenfalls kaum erwarten, bis der Bau mit seinen 3900 Quadratmetern Bürofläche Ende 2021 fertig wird. Denn durch die Polizeireform 2014, bei der in Heilbronn das flächenmäßig größte Präsidium in Baden-Württemberg entstand, waren lange Wege für die Ordnungshüter an der Tagesordnung. Greiner nannte dies eine "Zumutung" und die Unterbringung vieler Dienststellen ein "Provisorium". Mit den 26,5 Millionen Euro, die das Land investiert, werde der Standort nun zusammengefasst und der Bedarf der Polizei gedeckt. Greiner: "Man muss bei der Bündelung der Arbeit die Menschen mitnehmen."

Durch den fünfgeschossigen Bau zwischen Finanzamt und altem Präsidiumsgebäude werden künftig auch die externe Anmietung der Objekte reduziert und unnötige Wegstrecken vermieden, erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Der stellvertretende Ministerpräsident lobte ebenso die "wirklich tolle Leistung" aller Beteiligten beim Baufortschritt. Strobl schwärmte: Der Erweiterungsbau werde zu den modernsten polizeilichen Liegenschaften im Land zählen. Das Gebäude habe "Vorbildfunktion", mit ihm würden die Weichen in die Zukunft gestellt. Zu einer guten Ausrüstung würden auch hochmoderne Gebäude gehören. Polizeipräsident Hans Becker freute sich ebenso, dass viele Dienststellen nun an einem Ort gebündelt sind.

Für die Großplastik ist ein Platz reserviert

Vor allem für die Kriminalpolizei ist die zentrale Adresse von besonderer Bedeutung. Von hier aus werden Cyberkriminalität und Kapitaldelikte aufgeklärt. Herzstück ist das neue Führungs- und Lagezentrum, wo die täglich mehr als 300 Notrufe eingehen und die knapp 140 000 Polizeieinsätze pro Jahr koordiniert werden. Der Bau hat Passivhausqualität, ist an das Blockheizkraftwerks des Finanzamts angeschlossen und auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant.

Nahe des Gebäudes ist auch ein Platz für die Großplastik des Künstlers Thomas Lenk reserviert, die der Baustelle weichen musste und seither eingelagert ist.

 


Helmut Buchholz

Helmut Buchholz

Autor

Helmut Buchholz arbeitet seit 1999 bei der Heilbronner Stimme. Er kümmert sich im Stadtkreisressort um die Themen Gericht, Polizei und Soziales. Er leitet außerdem das Thementeam Migration.

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