Sinsheimer Klima-Arena eröffnet im Herbst

Sinsheim  Für 40 Millionen Euro entsteht an der Autobahn bei Sinsheim ein Erlebniszentrum, das über Ursachen und Folgen des Klimawandels informieren soll. Mittlerweile sind die Baufortschritte deutlich zu erkennen. Der Rohbau steht, Ende September ist die Eröffnung geplant.

Von Alexander Hettich
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Der Rohbau der Sinsheimer Klima-Arena steht, im Hintergrund ist die Rhein-Neckar-Arena zu erkennen.

Fotos: Alexander Hettich

Neben Stadion und Badewelt entsteht an der A 6 der nächste Besuchermagnet für Sinsheim. Die 40 Millionen Euro teure Klima-Arena, finanziert von der Dietmar-Hopp-Stiftung, soll über Klimawandel, Energie und Mobilität informieren und zum Nachdenken anregen.

"Wir tun das ohne erhobenen Zeigefinger", betont Alfred Ehrhard, Vorstand der federführenden Klimastiftung für Bürger.

Ein stilisierter Eisklotz ist Herz der Ausstellung

"Das", sagt Ehrhard, "ist der Gletscher." Er zeigt auf einen Kubus, der aussieht wie ein zu groß geratener Überseecontainer und etwas verloren im riesigen Innenraum des Klima-Arena-Rohbaus steht. Der Gletscher wird das Zentrum der Erlebniswelt, die im Herbst eröffnen und dann jährlich 90.000 Besucher locken soll. Mit Stoff wird der jetzt noch schmucklose Block zu einem riesigen Eisklotz gestylt.

Klima-Arena eröffnet im Herbst

Dieser Kubus wird als "Gletscher" das Herz der Ausstellung bilden.

Drinnen wird immer 16 Besuchern auf einen Streich eine Multimediashow geboten, die über den Klimawandel und die Veränderung unseres Planeten informiert. "Der Gletscher ist zum Sinnbild geworden", weiß Ehrhard. Bilder der schmelzenden Eisriesen haben vielen die Augen dafür geöffnet, dass sich die Erde verändert. "Wir leben hier in einem gesegneten Gebiet, bei uns wird es eben wärmer." Anderswo steigen die Meeresspiegel, ganze Landstriche an den Küsten sind bedroht.

Ohne erhobenen Zeigefinger informieren

Für Gefahren, Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten will die Ausstellung die Augen öffnen, ohne die moralische Keule zu schwingen. Wie kann der Kohlendioxidausstoß verringert werden? Was leistet Elektromobilität? Solche Fragen werden in der großen Ausstellungshalle aufgegriffen. Ein Kern des Konzepts ist auch der weitläufige Garten unter dem Motto "Lebensraum Natur". Am Rand können Kinder mit Elektroautos über eine Kartbahn flitzen.

"Klima-Experimenta" - der Begriff, der oft zu hören ist, lässt Ehrhard schmunzeln. "Wir wollen uns nicht mit der Heilbronner Experimenta vergleichen." Aber Parallelen im Konzept sind offenkundig. Mitmachen, erleben, tüfteln - und im Idealfall etwas lernen: Das sollen die Besucher, die nach Einschätzung der Klimastiftung vor allem aus einem Umkreis von 90 Kilometern kommen werden.

Neubau passt ins Konzept der Stadt

Ausstellung und Bistro werden 30 Mitarbeiter beschäftigen. Ein Drittel der Klima-Arena-Kundschaft werden Schulklassen oder Kindergruppen sein, das Alter der Zielgruppe reiche "von fünf bis 99". Zur Klima-Arena gehört ein eigenes Parkdeck. Da es aber auch darum geht, Mobilitätsgewohnheiten zu überdenken, ist den Machern daran gelegen, dass nicht alle Besucher mit dem Auto kommen. "Der Bus wird direkt vor der Tür halten", kündigt Ehrhard an. Im 30-Minuten-Takt soll es eine Verbindung vom Sinsheimer Bahnhof geben.

Der Neubau passt ins Konzept der Kraichgaustadt, die an der Autobahn voll auf Tourismus und Freizeiteinrichtungen setzt. Dort dominieren die Rhein-Neckar-Arena und die Badewelt Sinsheim. Es gibt Ausbaupläne, die aus der Wellnesanlage eine der größten weltweit machen sollen. Wann es losgeht, ist offen. Dafür dürfte es beim Eröffnungsdatum der Klima-Arena eine Punktlandung geben, erwartet der Stiftungsvorsitzende Ehrhard: "Ende September wollen wir loslegen."

 

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