Schaf Lilly von Neudenauer Weide gestohlen

Neudenau  Vermutlich haben Unbekannte eines von sechs Schafen der Familie Leßlauer in Neudenau gestohlen. Lillys Verschwinden schmerzt Besitzerin Daniela Leßlauer, die Tiere haben bei der Familie eine besondere Bedeutung. Die 57-Jährige stellt 500 Euro Belohnung für Hinweise in Aussicht.

Daniela Leßlauer zieht Lilly vor etwa drei Jahren mit der Flasche groß. Foto: Privat

In einem Unterstand auf einem Weidegrundstück, das der Familie in Neudenau gehört, finden seit einigen Jahren sechs Schafe ein Zuhause. In der Nacht von vergangenen Donnerstag auf Freitag verschwindet die drei Jahre alte Lilly. An jenem Freitag kommen Daniela Leßlauer und ihr Mann gegen 10 Uhr zu den Tieren. Reifenspuren von einem Auto führen ihr zufolge von der Teerstraße bis zum Weidegrundstück. Der Elektro-Zaun sei niedergefahren worden. Die Spuren des Fahrzeugs endeten im Pferch, sagt Leßlauer.

Die Tiere blöken an jenem Morgen nicht wie sonst. „Sie standen eng beieinander und starrten uns nur an.“ Schafwolle habe im Pferch gelegen. Für Leßlauer ein Indiz, dass die unbekannten Diebe Lilly mit Gewalt ins Fahrzeug verfrachtet haben. „Sie müssen grob gewesen sein.“ Blut sei keines zu sehen gewesen. Eine Anwohnerin, sagt Leßlauer, habe beobachtet, dass kurz vor 1 Uhr in der Nacht ein Fahrzeug Richtung Schafweide gefahren sei. 

Polizei hat keine Hinweise auf Täter

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Daniela Leßlauer lobt eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise aus. Wer etwas über die mutmaßlichen Täter weiß, meldet sich bei ihr unter der Telefonnummer 0175/7387381.

„Wir waren unter Schock“, beschreibt Daniela Leßlauer ihre Empfindung, als klar ist, dass Lilly fehlt. Die Familie erstattet Anzeige. „Die Anzeige hat der Polizeiposten Möckmühl aufgenommen“, bestätigt Polizeisprecher Carsten Diemer. Der Zaun sei umgefahren worden, es gebe aber keine Hinweise auf den oder die Täter. Der Schaden am Zaun beträgt laut Diemer etwa 100 Euro, für das Schaf wird ein Wert von 150 Euro veranschlagt. 

„Wir möchten wissen, wer das war“, sagt Daniela Leßlauer. Sie befürchtet, dass der oder die Unbekannten erneut kommen und ein Schaf stehlen. Jeden Tag gehe sie zu den Tieren mit dem Gefühl: „Hoffentlich sind noch alle da.“ Es treibt sie um, nicht zu wissen, was mit Lilly geschehen ist.

Lilly wurde mit der Milchflasche großgezogen

Es sind nicht irgendwelche Tiere, um die sich die 57-Jährige kümmert. „Jedes Schaf hat einen Namen.“ Jeden Tag schaut die 57-Jährige nach eigenen Angaben nach den Tieren in dem Pferch am Waldrand. Es handelt sich um eine Art Gnadenhof. „Es gibt kein Wort für das, was ich tue“, meint Leßlauer. Sie versorge die Schafe, schere sie und schneide die Klauen. Es sind Tiere, für die es keine rechte Verwendung gibt. Eines habe beispielsweise einen Lungenschaden.

Lilly sei vor etwa drei Jahren als Lamm zu ihr gekommen zusammen mit Molly, erzählt Leßlauer. Auf die beiden Jungtiere sei sie bei einem Lehrgang des Landesschafzuchtverbands gestoßen. Leßlauer zieht Lilly und Molly mit der Milchflasche groß. Der Verlust wühlt sie auf. Wenn sie nun zu den Schafen kommt, "sehe ich nicht die fünf, die mich brauchen, ich sehe die eine, die fehlt".

 


Heike Kinkopf

Heike Kinkopf

Reporterin

Heike Kinkopf ist Redakteurin im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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