Salzwerke wollen mehr Material im Bergwerk einlagern

Heilbronn  Der Heilbronner Bergwerkskonzern stellt den Antrag auf Verfüllung eines neueren Grubenabschnitts mit Reststoffen wie Filterstäuben, Bauschutt oder Gießereisanden. Dazu gibt es eine Infoveranstaltung am 6. Oktober - an einem ungewöhnlichen Ort.

Von Heiko Fritze

Das Besucherbergwerk Kochendorf unter Tage. Foto: Andreas Gugau

Die Südwestdeutschen Salzwerke wollen einen weiteren Bereich des Bergwerks Heilbronn für die Verfüllung mit Reststoffen öffnen. Dazu werde in den nächsten Wochen der entsprechende Antrag beim Regierungspräsidium in Freiburg eingereicht, kündigte Markus Mathey, Bereichsleiter Steinsalz, am Montag an. Zudem werde die Öffentlichkeit frühzeitig einbezogen: Gemeinsam mit der Mediationsagentur Adribo lädt das Unternehmen am Samstag, 6. Oktober, die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung unter Tage in das Bergwerk Kochendorf ein.

Keine radioaktiven Stoffe

Die Einlagerung von Reststoffen wie Bauschutt, Gießereisand oder Asche aus Müllverbrennungsanlagen liegt bei den Salzwerken in den Händen des Tochterunternehmens UEV. Bereits seit 1993 wird das stillgelegte Bergwerk Kochendorf verfüllt. Seit 1986 gibt es die Untertagedeponie Heilbronn, seit 2012 werden auch die ältesten Bereiche des Bergwerks Heilbronn verfüllt. Um aber auch jene Zonen mit Reststoffen sowie Material aus der Salzaufbereitung füllen zu können, die in dem neuen Bergwerksbereich liegen, der seit 1997 in Abbau ist, muss ein zusätzlicher Antrag gestellt werden. Mathey stellte gleich klar: "Auch dort wird kein radioaktiver Abfall eingelagert."

Sicherung der Grube

Ziel der Verfüllung sei, die Hohlräume für die nächsten 10 000 Jahre zu sichern, erläuterte der Leiter des Bergwerks. Außerdem werde dadurch sichergestellt, dass die wasserdichten Schichten über dem Steinsalz nicht durch Absenkungen beschädigt werden, wodurch sonst Wasser eindringen könnte. Im betroffenen Bereich laufe der Abbau nach den gegenwärtigen Planungen noch bis 2022. Schon jetzt werden auch erste Zonen künftiger Abbaufelder erschlossen. Die Salzlagerstätte unter Heilbronn reiche bei dem aktuellen Abbautempo noch für viele Jahrzehnte, hieß es.

In die Hohlräume werden durch die UEV bis zu 900 000 Tonnen Material pro Jahr eingelagert. Alleine im geplanten neuen Bereich bestehen etwa 30 Millionen Kubikmeter Hohlräume, sagte Mathey. Daneben läuft die Verfüllung von Kochendorf und des alten Bergwerksbereichs unter Heilbronn weiter.

Online-Anmeldung

Dass die Salzwerke schon jetzt mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen und neben Verwaltungen und Gemeinderäten auch die Bürger anhören, liegt an einer Selbstverpflichtung des Landes Baden-Württemberg - das Land hält etwa 49 Prozent der Anteile am Unternehmen. So hat die beauftragte Agentur eine Internetseite erstellt, auf der über die Pläne informiert und alle auftretenden Fragen beantwortet werden. Auf der Seite können sich Interessenten auch für die Veranstaltung am 6. Oktober anmelden.

 Anmeldung und Informationen unter www.salzwerke-dialog.de