Rotweinpreise für Winzer aus der Region

Fellbach  Bei der 33. Deutschen Rotweingala des internationalen Weinmagazins Vinum kamen am Wochenende auch Winzer aus Württemberg und dem Kraichgau aufs Treppchen: Plag aus Kürnbach, Weinkonvent Dürrenzimmern, Fürst zu Hohenlohe-Oehringen und Graf Neipperg, der sogar als „Roter Riese“ für seine Lebensleistung geehrt wurde.

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Von links Karl Eugen Erbgraf zu Neipperg, Philipp Plag, Kurt Freudenthaler und Joachim Brand. Foto: Krauth

Der Jahrgang 2019 dürfte in die Geschichte des Württemberger Weinbaus eingehen: wegen der sehr guten Traubenqualität, aber auch wegen der vielen Lorbeeren für Wengerter aus der Region. Dieser Tage wurden bereits der Weinkonvent Dürrenzimmern von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zum Weinerzeuger des Jahres gekürt und das Weingut Aldinger von „Vinum“ zum Winzer des Jahres ernannt.

Roter Riese für Graf Neipperg

Am Wochenende nun hat das Weinmagazin Vinum in Fellbach Karl Eugen Erbgraf zu Neipperg aus Schwaigern den Titel „Roter Riese“ verliehen. Und zwar für seine langjährige Gesamtleistung in Sachen Rotwein, wie die Laudatoren Rudolf Knoll und Mara Walz bei der Gala betonten.

In der Fellbacher Schwabenhalle wurden bei der Siegergala zum 33. Deutschen Rotweinpreis in acht Kategorien jeweils drei Treppchenplätze vergeben, auch sieben Württemberger und ein badischer Winzer aus dem Kraichgau schaffen den Sprung aufs Podium. Insgesamt wurden 1530 Rotweine der Jahrgänge 2009 bis 2018 ins Rennen geschickt.

Weingut Plag aus Kürnbach hat den besten Lemberger

Ausgerechnet in der Württemberger Paradedisziplin Lemberger kam ein Badener auf den ersten Platz: das knapp hinter der Grenze in Kürnbach angesiedelte Weingut Plag. Philipp Plag hatte bereits mehrfach Deutsche Lemberger-Preise eingeheimst. Platz zwei und drei gingen hier immerhin nach Württemberg: an Graf Neipperg aus Schwaigern, dessen Vorfahren den Lemberger der Legende nach einst in die Region gebracht haben. „Wenn das jemand so erzählt, will ich nicht widersprachen“, sagte der Erbgraf.

Dürrenzimmern ist schon wird top

Der erst kürzlich zum DLG-Winzer des Jahres gekürte Weinkonvent Dürrenzimmern, namentliche Kellermeister Kurt Freudenthaler, stellte mit seinem Portugieser Divinus den besten Wein in der Kategorie Unterschätzte Rebsorten. Zweiter wurde hier der Markelsheimer Tauberschwarz vom Weingut Hofmann aus Röttingen; das Weingut aus Franken bewirtschaftet auch Weinberge in Württemberg. Dritter wurde hier mit einem Schwarzriesling erneut das Weingut Plag aus Kürnbach.

Fürst zu Hohenlohe auf dem Podium

Bei Neuzüchtungen gibt es gleich zwei zweite Plätze: Joachim Brand vom Weingut der Fürsten zu Hohenlohe-Oehringen und das Weingut Zimmerle aus Korb stellten hier jeweils mit Zweigelt Platz zwei. Dritter bei den Cuvées wurde das Collegium Wirtemberg (Stuttgart), dritter bei internationalen Sorten das Weingut Bernhard Ellwanger aus Weinstadt im Remstal.

Zu der abendlichen Siegergala, bei der der aus Heilbronn stammende Sternekoch Philipp Kovac ein mehrgängiges Menü zu den Weinen kreierte, feierten auffallend viele Heilbronner mit. „Wir haben sie eingeladen, weil sie jüngst unsere Riesling Championchip im Schießhaus so toll organisiert haben“, sagte Vinum-Redakteur Rudolf Knoll. „2020 kommen wir wieder.“

 


Kilian Krauth

Kilian Krauth

Autor

Kilian Krauth kümmert sich um die Heilbronner Kommunalpolitik, um historische und kirchliche Themen sowie um den Weinbau der Region und weit darüber hinaus.

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