Rollstühle und Bollerwagen sorgen auf der Buga für Barrierefreiheit

Heilbronn  Rollstühle, Rollatoren, Bollerwagen: Die Helfer auf der Bundesgartenschau halten ein umfangreiches Angebot für Menschen mit und ohne Handicap bereit. An zwei Eingängen kann man Rollstühle und Wagen ausleihen.

Von Bärbel Kistner
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Das Spektrum der Buga-Besucher ist breit: Neugeborene und fast Hundertjährige, Menschen mit eingeschränktem Hör-, Sehvermögen oder Gehbehinderung, Familien mit kleinen Kindern, die einiges an Equipment dabei haben.

Sie alle sollen sich auf der Gartenschau wohlfühlen und einen schönen Tag verbringen, lautet das Ziel. "Das hört sich einfach an, aber es gehört eine Menge dazu, es für ein solch heterogenes Publikum auch zu realisieren", sagt Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Dafür habe man ein umfangreiches Serviceangebot bereitgestellt.

Mit Karl Reinwald hat die Buga einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um Inklusion kümmert. "Mir ist keine andere Buga bekannt, bei der das so gehandhabt wurde", sagt Faas. Eine barrierefreie Gartenschau ist längst eine Selbstverständlichkeit, betont Reinwald. Das Besondere in Heilbronn sei das Einbeziehen der Menschen mit Handicap. 16 Mitarbeiter mit Behinderung arbeiten bei der Buga.

Einsatz der Buga-Freunde

Lore Bisch (li.) und Magda Haug mit Clara (3) im Bollerwagen. Die Gefährte stehen am Eingang Innenstadt und Wohlgelegen bereit und können gegen ein Pfand für die Dauer des Buga-Besuchs ausgeliehen werden.

Fotos: Andreas Veigel

Der Buga-Chef hebt für die Betreuung der Besucher insbesondere auch die Rolle der Buga-Freunde hervor, "die uns ganz massiv unterstützen". Gut ein Drittel der rund 500 Mitglieder des Vereins "Freundeskreis der Bundesgartenschau" sei mit "großer Leidenschaft und Identifikation" dabei, sagt der Vorsitzende Hartmut Weimann.

Auf 7500 ehrenamtliche Stunden summiert sich der Einsatz der Buga-Freunde, die unter anderem die Verleihstation für Bollerwagen, Rollstühle und Rollatoren betreuen. 1500 Mal wurden Bollerwagen an Besucher ausgegeben, 800 Mal waren es Rollstühle.

Auch der Garten der Heilbronner im Inzwischenwald wird von den Buga-Freunden betreut. "Viele von uns sind auch ohne offiziellen Dienst im Einsatz", freut sich Nicola Krauth. Erkennbar an ihren pinkfarbenen Shirts geben Buga-Freunde Auskünfte aller Art.

Beim Verleih von Mobilitätshilfen ein Pfand hinterlegen

Jeweils 40 Rollstühle und Bollerwagen und jeweils 20 Rollatoren und Buggys stehen zum Ausleihen bereit. Es gibt Stationen direkt am Innenstadteingang sowie am Eingang Wohlgelegen. "Wir sind mit Herzblut im Einsatz und bekommen tolle Rückmeldungen", sagen die Buga-Freunde Monica Kraus und Günter Lorenz. Wer eine Mobilitätshilfe ausleihen möchte, muss als Pfand 50 Euro oder einen Ausweis hinterlegen. Jeweils 25 Bollerwagen und Rollatoren haben die fünf rotarischen Clubs im Unterland gestiftet.

Buga-Serviceangebote für alle

Taktile Geländepläne für Sehbehinderte finden sich an allen drei Buga-Eingängen.

Weitere Angebote für Menschen mit Handicap

  • Sechs elektrisch betriebene Rollstühle können nach Voranmeldung gegen Gebühr ausgeborgt werden (sechs Euro pro Stunde, 19 Euro kostet ein halber, 33 Euro ein ganzer Buga-Tag).
     
  • Rollstuhlfahrer, auch in Gruppen, können einen Helfer buchen. Bis zu 15 Ehrenamtliche stehen zur Verfügung (E-Mail an info@buga2019.de oder Telefon 07131 2019).
  • Durch ein umfangreiches Angebot soll die Buga auch für Menschen mit Handicap erlebbar sein. Die Buga hat 20 Führer ausgebildet, die selbst Gebärdende sind. Für Sehbehinderte und Blinde gibt es individuelle Führungen, dafür wurden 25 Ehrenamtliche geschult. Bereits 60 Führungen wurden gebucht, berichtet Karl Reinwald. Zudem gibt es Führungen, bei denen Menschen mit Behinderung ihre Buga zeigen.
  • Bei 250 Plätzen vor der Sparkassenbühne sind Induktionsschleifen im Boden verlegt, die Hörhilfe-Trägern einen störungsfreien Hörgenuss ermöglichen. Diese Plätze können auch reserviert werden.
  • An allen drei Eingängen stehen taktile Lagepläne, dort kann man sich das Gelände ertasten. Am Eingang Innenstadt gibt es Personal, das Gebärdensprache spricht.
  • Ein extra Faltplan zeigt alle Serviceeinrichtungen sowie den barrierefreien Rundgang für Buga-Besucher mit Handicap. Dort findet sich auch der QR-Code für die App Actionbound.
 

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