Richtfest im größten Baufeld der Buga Heilbronn

Heilbronn  Auf dem Heilbronner Buga-Areal geht es Schlag auf Schlag. Im sogenannten Baufelder J der Stadtausstellung Neckarbogen wurde am Donnerstagabend Richtfest gefeiert. Hier entsteht unter anderem Deutschlands höchstes Holzhybridhaus.

Von Kilian Krauth
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Neun Gebäude, 50 bis 60 Millionen Euro Investitionen, 209 Wohnungen, sieben Gewerbeeinheiten, 12.000 Quadratmeter Nutzfläche, 67.000 Kubikmeter umbauter Raum, 145 Tiefgaragenstellplätze: Mit solchen Fakten, aber auch mit Reimen und drei kräftigen Schluck Trollinger von Polier Andreas Fauth. Mit Musik von Joachim Keck und  Andi Delzemich. Mit Bier, Kartoffelsalat, Maultaschen und Saitenwürstchen. Und mit programmatischen Worten von Oberbürgermeister Harry Mergel, den Investoren Erwin Paulus und Dominik Buchta (Stadtsiedlung) sowie Architekt Reginald Eckhoff feierten Bauleute, Bauherren, Buga-Leute und spätere Bewohner  im Baufeld J ein zünftiges Richtfest.

Innovation und Nachhaltigkeit

Sieben Investoren realisieren hier neun anspruchsvolle Entwürfe renommierter Architekturbüros. Unter anderem entsteht auch das mit 34 Metern Höhe und zehn Stockwerken bisher höchste Holzhybridhaus Deutschlands. Das innovative Quartier soll als Stadtausstellung Neckarbogen nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Bundesgartenschau 2019 leisten, sondern auch zur weiteren Stadtentwicklung und über Heilbronn neue Maßstäbe setzen, hoben die Redner hervor.

 30 Meter hohes Holzhaus

Stadtsiedlung baut auch Schlüsselprojekt
60 Mietwohnungen, gut ein Drittel davon gefördert, sollen in dem neunstöckigen Holzhybridbau der Stadtsiedlung entstehen. Visualisierung: Kaden & Lager

Kernstück des Baufeldes und gleichzeitig Eingangstor zu dem Quartier bildet ein 34 Meter hohes Holzhybridhaus, das allerdings erst im September seine endgültige Höhe erreicht - aber rechtzeitig zum Buga-Auftakt im April 2019 fertig wird, wie Bauherr Buchta von der Stadtsiedlung versicherte. Die tragende Konstruktion des Gebäudes ist aus Massivholz, lediglich die brandtechnisch sensiblen Bereiche wie Treppenhaus und Aufzugsschacht sind aus Stahlbeton.

Die Aspekte der Nachhaltigkeit standen bei allen Entscheidungen zu Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung bis zu einem künftigen Rückbau und der Entsorgung des Gebäudes im Mittelpunkt.

Gesamtkunstwerk Buga

„Was wir im kommenden Jahr präsentieren, ist nicht nur ein Gesamtkunstwerk aus attraktiver Gartenschau und hochmoderner Stadtausstellung“, sagte OB Mergel. Es sei auch „eine Architekturschau mit futuristischen Modellhaus-Exoten“. Alle Buga-Besucher erlebten hier 2019 die Geburt der „Stadt der Zukunft“, in den Bereichen Architektur, Energieversorgung, Mobilität, Soziales Zusammenleben. Die ersten Pioniere dieser „Stadt der Zukunft“ würden bereits in den nächsten Wochen einziehen.

Mehr zum Thema: Der Dauerkarten-Verkauf für die Buga Heilbronn startet nächste Woche 

 

14 Investoren auf dem Areal

Insgesamt bauen 14 Investoren die 22 Gebäude der Stadtausstellung Neckarbogen. 19 Architekturbüros haben die Entwürfe dafür geliefert und architektonische Vielfalt verwirklicht. Häufig eingesetztes Baumaterial ist Holz, ein Drittel der Gebäude wird als Holzhybridhaus gebaut oder bekommt eine Holzfassade. Die Stadtausstellung Neckarbogen zeichnet sich vor allem aber durch unterschiedliche Nutzungskonzepte aus. Der Anteil an Mietwohnungen liegt nach derzeitigem Stand bei 51 Prozent. Eigentumswohnungen machen etwa die Hälfte aus. Zwei private Baugemeinschaften setzen ihre Pläne für gemeinsames Wohnen um.

Später bis zu 3500 Einwohner

Die Stadtausstellung Neckarbogen ist in die Buga integriert und gleichzeitig Grundstein des künftigen Stadtquartiers Neckarbogen. Bereits 2019 werden etwa 350 Wohnungen bezogen sein. Damit werden erstmals während einer Bundesgartenschau Menschen auf dem Gelände wohnen. Nach der Ausstellung wird das Quartier weiter aufgesiedelt zu einem funktionierenden Stadtquartier für bis zu 3500 Menschen und bis zu 1000 Arbeitsplätzen. Allen voran signalisierte Investor Paulus, dass er sich nach 2019 hier weiter engagieren wolle. Die zur Buga angelegten Seen auf dem Gelände, der Seepark mit dem Lärmschutzwall zum Kanalhafen oder auch die Neckaruferparks bleiben bestehen und können von den Bewohnern des Quartiers sowie der Stadt auch genutzt werden.


360 Grad: Noch ein Jahr bis zur Buga

Bei seiner Videokolumne 360 Grad hat sich Chefredakteur Uwe Ralf Heer auf dem Areal umgesehen.

 

 

 

 

 

 

 

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