Richter verhängt Ordnungshaft gegen Umweltaktivistin

Heilbronn  Die bundesweit bekannte Atomkraftgegnerin Cécile Lecomte muss wegen Beledigung des Gerichts für drei Tage ins Gefängnis. Bei dem Verfahren vor dem Heilbronner Amtsgericht eskalierte die Situation.

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Wegen grober Beleidigung des Gerichts ist gegen die bundesweit bekannte Atomkraft-Gegnerin Cécile Lecomte eine dreitägige Ordnungshaft verhängt worden. Die 37-Jährige, die wegen einer chronischen Rheumaerkrankung im Rollstuhl sitzt, wurde gestern von der Polizei direkt aus dem Amtsgericht Heilbronn ins Vollzugskrankenhaus Hohenasperg bei Ludwigsburg gebracht. Amtsrichter Michael Reißer verwies gleichzeitig Besucher aus dem Saal, da sie lautstark dagegen protestierten.

Die 37-Jährige hatte Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid der Stadt Heilbronn über 150 Euro erhoben. Diesen hat die Umweltaktivistin aus Norddeutschland 2017 erhalten, weil sie mit einer kleinen Gruppe Atomkraftgegner einen Transport radioaktiven Mülls auf dem Neckar gefährdet haben soll. Zudem hat sie sich laut Bescheid der polizeilichen Anweisung widersetzt, die Demonstration aufzulösen.

Der Richter reduzierte die Geldbuße

Bereits vor zwei Wochen war über ihren Einspruch fünf Stunden lang verhandelt worden. Das Gericht unterbrach die Sitzung am Abend, da die Frau wegen eines Weinkrampfs nicht mehr verhandlungsfähig gewesen sei. Beim Fortsetzungstermin legte die Castor-Gegnerin erneut mehrere Befangenheitsanträge gegen den Richter vor. Hinzu kamen 17 Beweisanträge mit einem Umfang von mehr als 60 Seiten. Als Richter Reißer sämtliche Beweisanträge ablehnte, eskalierte die Situation.

Der Richter reduzierte die Geldbuße in seinem Urteil von 150 auf 100 Euro. Das teilte Gerichtssprecher Thomas Abt mit. lsw/mut


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