Polizeigewerkschaft übt scharfe Kritik an Heilbronner Polizei

Heilbronn  Nach der Messerattacke auf drei Flüchtlinge in Heilbronn hat die Gewerkschaft der Polizei die Informationspolitik der Beamten kritisiert.

Von Michael Schwarz

Die Gewerkschaft der Polizei fordert von Polizisten ein, dass die Identität von Tätern und Opfern erst herausgegeben wird, wenn diese gesichert sind. „Hier müssen die Polizisten vor Ort sauber recherchieren. Es darf keinen Verdacht geben, es werde hier etwas verschleiert“, sagte der baden-württembergische Landesvorsitzende Hans-Jürgen Kirstein der Heilbronner Stimme.
 
Nachdem in Heilbronn ein 70-Jähriger drei Flüchtlinge mit einem Messer angegriffen hatte, gab die Polizei zunächst in einer Mitteilung an, es handele sich um einen in Heilbronn wohnhaften russischen Staatsangehörigen. Erst auf mehrfache Nachfrage der Heilbronner Stimme korrigierte sich die Polizei. Der Mann habe auch die deutsche Staatsbürgerschaft, er sei Russlanddeutscher. 

„Wenn man noch nicht genau weiß, wer der Täter ist, sollte man nach außen besser kommunizieren, dass die Identität des Täters noch ungeklärt ist“, so Kirstein weiter. 

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Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatte der Senior am Samstagabend ohne Vorwarnung ein Messer gezogen und auf die Männer eingestochen, die zusammen vor der Kilianskirche standen. Ein 17-jähriger Afghane wurde schwer verletzt. Einen 25 Jahre alten Iraker und einen 19-jährigen Syrer verletzte der Angreifer leicht.

Der Mann wurde von Passanten überwältigt und festgehalten, bis die Polizei eintraf. Der Messerstecher sei stark alkoholisiert gewesen, heißt es.
 

 


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