Pferdekrankheit bringt Reiterverein in Bedrängnis

Heilbronn  Ein Pony ist in Quarantäne, das Vereinsgelände für Besucher gesperrt: Beim Heilbronner Reiterverein ist eine für Pferde hochansteckende Krankheit aufgetreten. Ein für das Wochenende geplantes Turnier muss abgesagt werden.

Von Alexander Klug

Pferdekrankheit bringt Reiterverein in Bedrängnis

Ein Pony beim Heilbronner Reiterverein ist an der Druse erkrankt, einer ansteckenden und schmerzhaften Krankheit.

Foto: Alexander Klug

 

Ein Pferd des Heilbronner Reitervereins ist an der Druse erkrankt. Die Krankheit wird durch ein Bakterium hervorgerufen und ist sowohl hochansteckend als auch schmerzhaft.

Um eine weitere Verbreitung zu vermeiden, hat der Verein alle Pferde aus dem Umfeld des erkrankten Tieres separiert - das kranke Tier steht unter Quarantäne, wie die Vorsitzende des Reitervereins Heilbronn, Ulrike Gutermann, vor Ort sagt.

Außerdem ist das Areal für Besucher gesperrt, um Kontakte aller Art zu vermeiden. "Vor allem über Schuhe und Kleider können Bakterien leicht übertragen werden." Schalen und Spender mit Desinfektionsmittel stehen an Durchgängen und Stalltüren.

Gefahr für Menschen besteht nicht

Insgesamt stehen 33 Pferde in den Boxen des Vereins im Heilbronner Osten, sowohl von privaten Besitzern als auch vereinseigene Tiere. Zwei weitere Verdachtsfälle hätten sich nicht bestätigt, erläutert die Vorsitzende. Menschen sind für die Erreger nicht empfänglich. Gefahr für Menschen bestehe nicht, teilt das Ordnungsamt der Stadtverwaltung mit, das auch für Aufgaben des Veterinärwesens zuständig ist.

Der Verein hat ein Reitturnier am Wochenende abgesagt, auch der Reitunterricht kann nicht stattfinden - mit unter Umständen gravierenden Folgen. "Wir hatten Ausgaben im Vorfeld des Turniers, denen jetzt keine Einnahmen gegenüberstehen", sagt die Vorsitzende. Derzeit überweise sie die Teilnahmegebühren zurück, auch das Geld von den Sponsoren dürfte ohne Turnier zurückfließen.

"Das kann für den Verein finanziell durchaus gefährlich werden. Ich denke im Moment darüber nach, wie wir eine Spendenaktion gestalten können." Einige Gespräche stehen noch aus, sie habe Urlaub genommen, um sich um die Angelegenheit kümmern zu können, gibt aktuelle Informationen auf der Internetseite des Vereins. Ulrike Gutermann hofft, dass die Krankheit durch die Maßnahmen unter Kontrolle ist. "Die Werte von zwei weiteren Tieren, die zwischenzeitlich erhöhte Temperatur hatten, sind wieder normal."

Krankheit nicht meldepflichtig

Die Druse sei vergleichbar mit Husten und Schnupfen beim Menschen, sagt Dr. Gudrun Vollrath, Tierärztin beim Heilbronner Ordnungsamt. "Sie ist hochansteckend, aber bei richtiger Behandlung mit Ruhe und unter Umständen einem Antibiotikum gut in den Griff zu bekommen." Der Verein hätte im Umgang mit Krankheit und Tieren, aber auch mit Informationen alles richtig gemacht.

"Hände und Schuhe desinfizieren, Kleider wechseln, eventuell nicht dasselbe Personal in allen Bereichen arbeiten lassen. Mehr kann man nicht machen, meldepflichtig ist die Druse nicht." Aus diesem Grund sehe es mit Daten zu Fällen und Häufigkeit schlecht aus - der einzige Fall in Baden-Württemberg sei der Heilbronner Reiterverein aber nicht.