Petition für Pendler-Entschädigung findet Zustimmung

Region  Verspätungen, überfüllte Wagen und Zugausfälle gehörten zuletzt zum Alltag auf der Frankenbahn. Mit einer Online-Petition kämpfen Pendler für eine Entschädigung. Am Mittwoch haben die Initiatoren am Bahnhof in Kirchheim für ihr Anliegen geworben.

Von Tabita Prochnau
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Die Initiatoren Tobias Vogt (links) und Christian Schäuffele verteilen Flyer und informieren Bahnfahrer über die Frankenbahn-Petition.

Foto: Tabita Prochnau

Tobias Vogt, Gemeinderat in Kirchheim, und Christian Schäuffele aus Erligheim haben die Petition angestoßen. Im Berufsverkehr ernteten sie viel Zustimmung.

"Ich fahre jeden Tag mit der Bahn. Entweder kommt sie morgens oder abends zu spät", beschwert sich Yannik Neumann. "Seit dem Start der neuen Betreiber läuft es nicht besser." Das Unternehmen Go Ahead, der deutsche Ableger des gleichnamigen britischen Verkehrsunternehmens, betreibt seit dem 15. Dezember die Express-Verbindung von Stuttgart über Heilbronn und Osterburken nach Würzburg und zurück. Die zur niederländischen Abellio-Gruppe gehörende Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH bedient die Regionalbahn-Linie Stuttgart-Heilbronn-Osterburken sowie die Verbindung nach Mannheim.

Klagen von Kunden

Bürgerdialog

Verkehrsminister Winfried Hermann und Vertreter der Bahnunternehmen stehen am Mittwoch, 11. März, ab 19.30 Uhr in der städtischen Musikschule Neckarsulm Rede und Antwort zu den Zuständen auf der Frankenbahn.

Auch Bahnkundin Antje Heymann äußert Kritik: "Mich ärgert als Pendler, dass viele Züge ausfallen, meistens immer die gleichen." Die Züge, die fahren, seien völlig überfüllt, so dass es nur noch Stehplätze gibt. "Alte Züge sind total verratzt. Die Toiletten sind dreckig, und oftmals lassen sich Türen überhaupt nicht öffnen", beschwert sich Heymann, die täglich nach Stuttgart und zurück fährt: "Das trifft dann vor allem diejenigen, die mit Kinderwagen unterwegs sind."

Die Petition findet die Pendlerin gut: " Ich hoffe, dass viele Leute das auch so sehen und unterschreiben werden."

Die vor rund drei Wochen gestartete Petition hat mittlerweile über 700 Unterstützer. Um das Quorum zu erreichen, werden bis in fünf Monaten 21.000 Unterschriften benötigt. "Die Entschädigung der Bahnfahrer auf der Frankenbahn ist aber nur ein kurzfristiges Ziel", betont Mitinitiator Christian Schäuffele.

Druck auf das Verkehrsministerium erhöhen

"Das Hauptziel ist eine Verbesserung des Regionalverkehrs mit pünktlichen Zügen und einer größeren Kapazität. Wir wollen den Druck auf das Verkehrsministerium erhöhen." Verkehrsminister Winfried Hermann versprach bei einem Bürgergespräch über die Filstalbahn von Ulm über Göppingen und Plochingen nach Stuttgart Pendlern mit Dauerkarte eine einmalige Entschädigung für besonders schlechte Leistungen im regionalen Schienenverkehr.

Das Modell soll bis Ende Juni stehen und vom Land und den Bahnunternehmen finanziert werden. Bisher habe die Petition nur positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Vogt: "Die meisten finden es gut, dass es Leute gibt, die die schlechten Zustände auf der Frankenbahn öffentlich ansprechen." Die beiden wollen an weiteren Bahnhöfen auf die Petition aufmerksam machen. "Im besten Fall auch über Heilbronn hinaus", so Schäuffele.

 


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