Olaf Scholz: Im TV etwas spröde, live charmant und sympathisch

Heilbronn  Bundesfinanzminister Olaf Scholz kann bei Zuschauern des Stimme-Wahlchecks mit überlegten und sachlichen Aussagen punkten.

Von Kirsi-Fee Rexin

Olaf Scholz, der gelassene Mann aus dem Norden

 

Mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz fand die Serie des Stimme-Wahlchecks vor der Europa- und Kommunalwahl am Mittwochabend ihren Abschluss (>>Hier geht es zum ausführlichen Bericht mit Video). Unter der Glaspyramide der Kreissparkasse stand der Vizekanzler vor vollen Stuhlreihen Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer unter anderem zu den Themen Klima, Besteuerung digitaler Großkonzerne und Grundsteuer Rede und Antwort. Doch wie kamen seine Aussagen bei den Gästen an? 

„Ich fand ihn gut, offen und ehrlich. Außerdem leistet er als Finanzminister eine überzeugende Arbeit“, findet Uwe Schneider. Ehefrau Bärbel nickt zustimmend und ergänzt: „Ich wähle nie die Partei, sondern den Menschen. Herr Scholz ist einfach authentisch. Er redet anderen nicht nach dem Mund, das gefällt mir.“ Zwar sei Unions-Kandidat Manfred Weber für sie ebenfalls akzeptabel, „aber er will die Pipeline stilllegen. Damit bin ich nicht einverstanden. Scholz hat das Gegenteil gesagt, und das ist ein Kriterium für mich, die SPD zu wählen“.

Berthold Anseln hat nach dem Wahlcheck einen sympathischen, kompetenten Eindruck vom Bundesfinanzminister gewonnen. Aber: „Ich hätte mehr Infos zu den Grundsteuern erwartet. Das war mir nicht konkret genug.“

Bei Tanja Sagasser-Beil punktet Olaf Scholz vor allem mit den Aussagen zu einer gebührenfreien Kita. „Ich finde es gut, dass er die Finanzierung stattdessen über ein gerechtes Steuersystem machen will.“ Die SPD-Stadträtin hat die Erfahrung gemacht, dass Politiker live anders rüberkommen als im Fernsehen. „Herr Scholz wirkt im TV etwas spröde. Hier war er aber charmant und sympathisch“, findet die 42-Jährige.

„Ich finde es gut, dass er die Zukunft der jungen Leute ernst nimmt und nicht von früher redet“, findet Anna Christ-Friedrich. „Er lässt sich auf das ein, um was es heute geht: Klima, Wohnungen und Außenpolitik“, so die SPD-Stadträtin. Ehemann Otto Friedrich würde Olaf Scholz für seinen Auftritt die Schulnote zwei geben. „Er war unaufgeregt, freundlich, sachlich und hat trotzdem einen knitzen Humor. Er ist für mich das Gegenbild eines Populisten.“

Karl Kühner ist seit 50 Jahren SPD-Parteimitglied. „Man muss miteinander reden und nicht drohen wie es Trump tut.“ Scholz hat in seinen Augen alle Fragen sachlich beantwortet. „Ich könnte ihn mir auch als Bundeskanzler vorstellen.“ 

Manfred Göbel aus Weinsberg bewertet Scholz’ überlegte, ruhige Art grundsätzlich positiv, sieht aber auch ein Manko darin: „Im Wahlkampf bekommt er damit nicht so viel Aufmerksamkeit wie diejenigen, die große Sprüche klopfen. “ Eine reelle Chance sehe er zwar nicht, „aber theoretisch könnte ich ihn mir als Bundeskanzler vorstellen“.


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