Oktoberfest in Horkheim: Auf die Bänke für die Handballer

Heilbronn  Der TSB Handballverein füllt wieder einmal die Stauwehrhalle mit Dirndl- und Lederhosenträgern. Das Fest findet mittlerweile zum 8. Mal statt - alles zugunsten des Sports.

Von Christian Gleichauf

Im weiten Umfeld ist die Gute-Laune-Musik aus aus der Stauwehrhalle nicht zu überhören. Der Duft von gegrillten Hähnchen zieht durch die Nacht. Es ist Oktoberfest, zum 8. Mal veranstaltet vom TSB Horkheim, und 1100 Menschen sind gekommen. Ausverkauft.

Mehr als 700 Haxen und Hähnchen verkauft

Während drinnen eingeheizt wird, dreht Antonio Dell"Anna die Heizstäbe in "Toni"s Hähnchengrill" herunter. "Wir geben jetzt noch die letzten Haxen und Hähnchen für die Helfer raus." Nach mehr als 700 Portionen ist dann Feierabend.

Auf den muss Busfahrer Roland Pfaff noch warten. "Das wird noch bis ein Uhr dauern." Er hat Fußballer aus Impfingen bei Tauberbischofsheim hergefahren. Aus Impfingen nach Horkheim? In der Halle wird die Frage beantwortet: Durch ihren Kameraden Mario Gimbel seien sie hergelotst worden, erzählt Peter Roth. Gimbel ist Verkaufsleiter der Distelhäuser-Brauerei für Heilbronn und durfte das Fest an diesem Abend miteröffnen.

Von Anfang an dabei

Längst sind die Dirndl- und Lederhosenträger auf die Bänke gestiegen. "Die Hände zum Himmel" singen sie mit den Waldmühlbachern. Wer unten bleibt, braucht dafür einen guten Grund. So wie Gaby Niemann. Für die Horkheimerin ist der Besuch der Veranstaltung mit Nachbarn schon Tradition. Doch dieses Jahr hat sie sich ihren Knöchel verstaucht und wippt nur vorsichtig mit. Zu Hause bleiben? Das geht nicht. "Wir sind von Anfang an dabei, schon zum achten Mal!"

Neu vom Oktoberfestvirus befallen ist Kornelia Menning aus Horkheim. Wie Tochter Franziska und Nichte Alina Sasmaz hat sie sich eigens für den Abend neu eingekleidet, nachdem sie im Jahr zuvor noch mit Bluse und Jeans reingeschnuppert hat. Das Dirndl wird jetzt genutzt: "Wir waren gestern auch schon da!"

Großer Aufwand, der geschätzt wird

Es ist ein großer Aufwand, den der Verein stemmt. Eine Woche lang wurde die Halle vorbereitet, mehr als 80 Helfer sind nun im Einsatz, erzählt Martin Heymann vom Orga-Team. Sie haben Hütten aufgebaut, eine Wand für Handy-Fotos vorbereitet, eine Videoleinwand. Für die Zelt-Atmosphäre wurde ein Himmel in die Halle eingezogen. Und das alles, um den Handballern des TSB ein sportliches Vorankommen auch finanziell zu ermöglichen. Wie viel am Ende hängen bleibt, möchte er allerdings nicht erzählen. "Darüber sprechen wir nicht."

Die erste Mannschaft weiß den Einsatz jedenfalls zu schätzen. Tags zuvor hat sie noch ein Unentschieden in Saarlouis geholt, heute stehen die Männer hinter der Theke und zapfen Bier. "Da haben sich alle drauf gefreut", sagt Trainer Volker Blumenschein. "Das Fest ist ja auch sehr friedlich."