OB Mergel verwundert über Wende im Moschee-Bau

Heilbronn  Nachdem drei Fraktionen des Heilbronner Gemeinderates ihre Zustimmung zum Neubau zurückziehen wollen, zeigt sich Harry Mergel verwundert. An den bekannten Fakten habe sich nichts geändert. Für den Oberbürgermeister ist das derzeitige Gebetshaus der Ditib-Gemeinde an der Weinsberger Straße städtebaulich inakzeptabel.

Von Bärbel Kistner

OB Mergel verwundert über Wende im Moschee-Bau

OB Mergel hofft auf ein Umdenken der Kritiker.

Foto: Veigel

 

Inzwischen hat sich auch Oberbürgermeister Harry Mergel zur Wende von CDU, Freien Wählern (FWV) und FDP beim Moschee-Neubau geäußert und einen offenen Brief an die Fraktionschefs verfasst. Wie berichtet,wollen die drei Fraktionen im Heilbronner Gemeinderat ihre Zustimmung zu dem geplanten Projekt der muslimischen Ditib-Gemeinde an der

Weinsberger Straße verweigern.

OB Mergel wundert sich, dass die Fraktionen "offensichtlich außerhalb des Beratungsverfahrens" ihre Haltung zu dem Vorhaben geändert haben. An den bekannten Fakten habe sich nichts geändert: "Auf dieser Basis hatten sie das Projekt bislang immer konstruktiv und in keinster Weise ablehnend begleitet", heißt es weiter.

Mergel: Gemeinderat von Anfang an eingebunden

Der Entwurf der Vorarlberger Architekten Bernardo Bader gewinnt 2014 den Architekturwettbewerb für den Moschee-Neubau an der Weinsberger Straße. Von Anfang an sind Gewerbe- und Kulturzentrum fester Bestandteil des Projekts.

Der Gemeinderat sei von Anfang an eingebunden gewesen. Seit 2012 ist die Ditib-Gemeinde mit der Stadt im Gespräch, wie sich das Grundstück bebauen lässt. Man habe gemeinschaftlich den städtebaulichen Rahmen für eine "verträgliche Bebauung" definiert. Auf dieser Grundlage habe die Ditib einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnis dem Bauausschuss 2015 präsentiert wurde.

Mergel verweist auf den Nutzungsmix der vorgestellten Planung mit Moschee, Vereinsräumen und Flächen mit "nicht religiösen Nutzungen". Mit einer Größe von rund 265 Quadratmeter liege dieser Flächenanteil bei zwölf Prozent des Gesamtvolumens von 2100 Quadratmetern. Laden, Gastronomie und Vereinseinrichtungen seien heute schon nach geltendem Planungsrecht genehmigt. Angesichts der vorgesehenen Dimensionen könne er "beim besten Willen nicht erkennen, dass die Nutzung einer gedeihlichen Gesamtentwicklung der Stadt" im Wege stehe, wie es von den drei Fraktionen befürchtet wird.

Abstimmung wegen neuem Bebauungsplan

Für den Bau des Kulturzentrums mit Moschee müsse ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden. Das Baudezernat befinde sich derzeit noch in Abstimmungsgesprächen mit der Ditib. CDU, FWV und FDP hätten jederzeit die Möglichkeit, "Bedenken und Anregungen im Verfahren einzubringen und sich im Hinblick auf die Beschlussfassung zu positionieren".

Aus Sicht von Mergel handelt es sich beim Neubauprojekt um die gleichen Nutzungen wie bisher. Die Moschee sei derzeit "in einer städtebaulich völlig inakzeptablen Art und Weise untergebracht", die Situation solle sich verbessern. Mergel hofft, dass die Kritiker ihre Einwände überdenken.

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