OB-Kandidat für Bamberg stammt aus Heilbronn

Fabian Dörner (40) wuchs in Kirchhausen auf, inzwischen lebt er in Bayern und möchte Politik mit Satire betreiben. Eines seiner Ziele: die Bierpreisbremse.

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OB-Kandidat für Bamberg stammt aus Heilbronn

Fabian Dörner bei einer Veranstaltung der Zeitung Fränkischer Tag: Die Kandidaten zur Oberbürgermeister-Wahl im März stellen sich dort vor.

Foto: Matthias Hoch

Sein Vater Heiner Dörner war 47 Jahre lang Stadtrat in Heilbronn, für die Freien Wähler. "Und ich dachte schon früher, was mein Vater sich da regelmäßig antut!", sagt Fabian Dörner und lacht. Jetzt tritt er in dessen Fußstapfen, in gewisser Weise jedenfalls. Dörner (40), aufgewachsen in Kirchhausen, kandidiert für die Satirepartei "Die Partei" in Bamberg für das Amt des Oberbürgermeisters.

Die Partei "als Alternative zur Alternative"

Fabian Dörner lebt bereits seit einigen Jahren in Nordbayern. Er arbeitet bei Siemens im Bereich Photovoltaik. Zur Politik kam er durch die Flüchtlingskrise. Obwohl er sich für die satirische Variante der Politik entschied, ist er in diesem Punkt alles andere als lustig drauf. "Wer sich als mündiger Bürger dieses braune Geschwafel anhört, der muss einfach in die Politik gehen", sagt Fabian Dörner. Wie jemand die AfD wählen kann, will Dörner nicht verstehen. "Das ist, als würde jemand im Gasthaus aus der Toilette trinken, weil ihm das Bier nicht schmeckt und er den Wirt bestrafen will." Sie als Partei seien die Alternative zur Alternative.

Er rechne sich Chancen auf das Amt des Bürgermeisters aus, obwohl er für eine "Kleinstpartei" kandidiere. Er habe neulich mit einem stellvertretenden Bürgermeister von Bamberg gesprochen, der der SPD angehört. Dieser habe süffisant gemeint, das sei kein Problem, er selbst sei ja schließlich auch als Vertreter einer "Kleinstpartei" gewählt worden. "Also manche in der SPD haben Galgenhumor", sagt Fabian Dörner.

Fabian Dörner fragt sich in Bezug auf die Bayerische Landespolitik oft: "Ist das wirklich ernst?"

Die Altparteien seien nicht mehr wählbar, findet Dörner - vermutlich meint er auch das weniger lustig, als er es nach außen als Mitglied einer Satirepartei kommuniziert. "Grün ist nur noch so ein Label, dessen man sich bedient." Er finde es unerträglich, wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann "der Automobilindustrie in den Hintern kriecht, unter dem Deckmantel der Elektromobilität". Die FDP sei eine reine Spaßpartei, und die Freien Wähler seien in Bayern konservativer als die CSU. "In unserer Familie hatten wir schon immer ein Hang zu Späßen", erzählt Dörner, und mit Blick auf die Politik frage er sich oft: "Ist das wirklich ernst?" Die Politik in Bayern eigne sich für ihn als reingeschmeckten Schwaben besonders für Satire. Stichwort Ministerpräsident Markus Söder und sein Bayerisches Raumfahrtprogramm "Bavaria One".

Industrie- soll Naturschutzgebiet werden, Motto "Vom OBI bleibt nur der Biber"

Am 15. März wird in Bamberg gewählt. Es gehe ihm darum, eine ernsthafte Satirepartei zu vertreten. "Solange es Menschen gibt, die uns wählen, ist mein Auftrag nicht erfüllt", sagt Fabian Dörner. Die Partei forciert in Bamberg einen Mauerbau zwischen Bamberg-Ost und -West, ist für eine Bierpreisbremse und eine Achterbahn durch die Stadt. Ein altes militärisches Sperrgebiet soll zum Reservat für Nazis werden. Dafür wiederum ein Industrie- in ein Naturschutzgebiet umgewandelt werden, Motto: "Vom OBI bleibt nur der Biber."


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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