Neues Museum in Bad Rappenau: Bikini-Wetter zur Grundsteinlegung

Bad Rappenau  Für elf Millionen Euro vergrößert Alexander Ruscheinsky das Hotel am Autohof bei Bad Rappenau und errichtet das Museum. Was zu sehen ist, das wurde beim Festakt am Freitag verraten.

Von Simon Gajer
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Blauer Himmel zur Grundsteinlegung des Museums samt Hotel: Das passt zum Anlass. Alexander Ruscheinsky, Chef der 24-Autohofkette und Ideengeber des Museums, spricht deshalb sogar von Bikini-Wetter. Eine Plastikbox wird zum symbolischen Baustart vergraben, enthalten sind neben einer Urkunde auch ein Bikini und ein Souvenierbecher des Museums.

Der Zeitplan des Projekts, mit insgesamt gut elf Millionen Euro veranschlagt, ist ambitioniert. Das Hotel soll bis zur Bundesgartenschau in Heilbronn fertig sein, das Museum Mitte 2019.

Das ist später im Museum zu sehen

Badeanzüge aus den 20er Jahren, dazu historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen: Bei der Grundsteinlegung gewähren die Verantwortlichen des Projekts einen ersten Einblick darauf, was später im Bikini-Art-Museum zu sehen sein wird. Auch die Kunst fehlt nicht, beispielsweise gehören auch Gemälde von Udo Lindenberg zur Sammlung. Auf einem ist der Sänger lässig auf einer Insel zu sehen.

Dem Museum gehören 1000 Bikinis, Badeanzüge und Badehosen

"Es wird ein sehr lebendiges Museum", verspricht Maximilian Lang, der die Einrichtung leiten wird. Dem Museum gehören rund 1000 Bikinis, Badeanzüge und Badehosen der vergangenen Jahrzehnte, sagt er. Der gesamte Fundus enthält 4000 Stück. Dazu zählen beispielsweise historische Werbung und Zeitungsausschnitte. Filme werden ebenfalls gezeigt.

"Es geht um Badekultur", sagt Maximilian Lang. Man wolle in die Tiefe gehen. So lasse sich an der Geschichte der Bademode eben auch erkennen, wie sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft gewandelt habe.

Beispielsweise will das Museum an die australische Schwimmerin Annette Kellerman erinnern, die 1887 geboren wurde. Um schneller zu sein, habe sie bei ihren Badeanzügen wenig Stoff benutzt. Sie kam vor Gericht.

Das Bad Rappenau als Standort für das ersten Museum dieser Art ist für Ruscheinsky ideal, nicht nur wegen der viel befahrenen Autobahn. Technikmuseum und Badewelt in Sinsheim, Tripsdrill im Zabergäu, Experimenta in Heilbronn und Rappsodie-Sauna in Bad Rappenau: "Es liegt im kulturellen Drehkreuz."

Das Hotel erhält zusätzlich 50 Zimmer

Mit dem Museum entstehen 50 Zimmer fürs bestehende Hotel, womit sich die Kapazität auf 97 Räume fast verdoppelt. Aus wirtschaftlicher Sicht seien die bislang bestehenden 47 Zimmer "nicht ganz ideal" gewesen, gibt Alexander Ruscheinsky zu.

Die Auslastung des erst sechs Jahre alten Hauses liege bei gut 80 Prozent, sagt Sohn Daniel Ruscheinsky. Das zusätzliche Angebot entlaste nicht nur die ausgebuchten Tage, man könne auch ganz neue Zielgruppen angehen - wie etwa Busreisen, denen das Hotel bislang nichts bieten konnte.

Die Stadt Bad Rappenau freue sich aufs Museum, sagt Oberbürgermeister Sebastian Frei. "Das passt gut zu uns."

Bad Rappenau als Seebad fern vom Meer

Sebastian Frei erinnert deshalb in seiner Rede an Benger Ribana und die Bad Rappenauer Anfänge von Felina, er spricht über das Solefreibad, das Mitte der 30er Jahre eröffnet wurde. Und an den Slogan, mit dem die Stadt die neue Badeeinrichtung bewarb: "Bad Rappenau, das Seebad fern vom Meer."

 

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