Neuer Tarn-Blitzer zum Test in Heilbronn

Heilbronn  In der Franz-Reichle-Straße in den Böllinger Höfen ist derzeit ein futuristisch anmutender „Enforcement Trailer“ im Test – ein Blitzer, der aussieht wie ein abgestellter Anhänger.

Von Adrian Hoffmann


Da staunte mancher Autofahrer am Wochenende nicht schlecht, als ihm das Rotlicht eines neuen Tarn-Blitzers in die Augen schlug. In der Franz-Reichle-Straße in den Böllinger Höfen ist derzeit ein futuristisch anmutender „Enforcement Trailer“ im Test – ein Blitzer, der aussieht wie ein abgestellter Anhänger.

Auf Facebook verbreitete sich die „frohe“ Botschaft über diesen neuen Blitzer mindestens ebenso schnell wie sein rotes Blitzlicht. Das moderne Gerät gibt es bereits seit gut zwei Jahren auf dem deutschen Markt, ist aber noch nicht so weit verbreitet wie die stationären Blitzsäulen. Der Trailer gilt als unzerstörbar. Und als ziemlich fies: Unterhalb des Blitzfensters sind Rückleuchten angebracht und ein offizielles Kennzeichen.

Blitzer soll an Kommunen vermietet werden

„Wir haben den Blitzer direkt vom Hersteller“, sagt Rolf Ritter von der Verkehrstechnik-Firma Era in den Böllinger Höfen. Era ist Vertriebspartner von Vitronic mit Sitz in Wiesbaden, die auch die bekannten Blitzsäulen produzieren. Der „Enforcement Trailer“ kostet mindestens 120.000 Euro; nach oben hin flexibel, je nach Ausstattungs-Wünschen. Die Heilbronner Version soll nun an Kommunen vermietet werden, die semi-stationär einen Blitzer aufstellen wollen. Bei Bedarf sollen weitere der „Trailer“ auch über Vitronic-Vertriebspartner Era verkauft werden.

Man habe die Neuanschaffung nun ein paar Tage vor Ort getestet, sagt Rolf Ritter. Für viele Autofahrer mag sie ein Graus sein, für verkehrsgeplagte Anwohner dagegen ein Segen. Auch in der Region Heilbronn gibt es viele Durchgangsstraßen, in denen sich Anwohner einen Blitzer wünschten, um den Verkehr abzuschrecken. Hier könnte der einfach mit einer Anhängerkupplung zu transportierende Blitzer-Anhänger eine Option sein. Praktischer als die kurzfristige, tageweise Radar-Messung, flexibler als die stationäre Dauerlösung Blitzsäule?
Nach Angaben von Vitronic sind deutschlandweit etwa 50 Blitzer-Trailer im Einsatz. „Dank der positiven Eigenschaften und der Leistung rechnen wir mit steigenden Zahlen“, sagt Unternehmens-Sprecherin Dorothea Janß.

Gegen Vandalismus geschützt 

„Es funktioniert alles“, sagt Rolf Ritter, Prokurist der Era GmbH, über ihren neuen „Enforcement Trailer“ in Heilbronn (übersetzt: Durchsetzungs-Hänger). Die Messungen in den letzten Tagen seien mit Genehmigung der Stadtverwaltung ausgeführt worden. Ritter ist sich bewusst, dass die Thematik sensibel ist. Der Umgangston beim Aufbauen von Blitzanlagen werden zunehmend rauer, berichtet er.

Nicht ohne Grund ist der Tarn-Blitzer gegen Vandalismus geschützt und angeblich videoüberwacht. Das Messgerät arbeitet nach Angaben des Herstellers bis zu sieben Tage autonom, ohne externe Stromversorgung. Es sei überall dort einsetzbar, wo eine rein mobile oder stationäre Anlage nicht zur Anwendung kommen könne, wirbt das Unternehmen Vitronic für sein Produkt.

Mit einer Fernbedienung kann der Anhänger-Blitzer am Einsatzort ausgerichtet werden. Für den Messbetrieb lässt sich er sich vollständig auf den Boden absenken, die Räder verschwinden dann in der gepanzerten Außenhülle – sie ist sogar schusssicher.

In welchen Kommunen der „Enforcement Anhänger“ als Nächstes zum Einsatz kommen soll, wollte Rolf Ritter nicht verraten.

 

 

 


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