Neue Stolperstein-Paten werden gesucht

Heilbronn  Organisatoren der Erinnerungsobjekte für Opfer der Nazi-Diktatur planen 15 weitere Verlegungen in Heilbronn. Bei Interesse können sie sich beim pensionierten Pfarrer Spengler melden.

Von Carsten Friese
Email

Kein großer Aufwand ist das Polieren der Stolpersteine.

Foto: Archiv/Sawatzki

151 Messingsteine erinnern in der Stadt bereits an Opfer der Nazi-Diktatur. Das Stolperstein-Projekt, das der Runde Tisch mit dem Stadtarchiv und dem Kölner Künstler Günter Demnig aufbaute, hat vom Schüler bis zum Rentner schon viele Menschen bewegt. 40 Stolperstein-Paten kümmern sich mit wenig Aufwand im Jahr um die im Gehweg verlegten glänzenden Namensschilder. Nun suchen die Organisatoren weitere Helfer, um das Projekt fortsetzen zu können.

"Wir suchen Menschen, die bereit sind, ab und an nach einem Stolpersteinplatz nach möglichen Schäden zu sehen", sagt Koordinator Günter Spengler, ehemaliger Pfarrer der Nikolaigemeinde.

Paten sollen keine großen Aufwand haben

Einmal im Jahr sollte ein Stein mit einem normalen Silberputzmittel und einem weichen Tuch geputzt werden, da Messing nachdunkele und die Schrift sonst schlecht lesbar sei. "Das ist kein großer Aufwand, und wenn man nicht gerade Scheuersand benutzt, kann man nichts falsch machen", versichert Spengler.

Für viele Steine haben Paten, die Bereitschaft der Heilbronner sei bisher überwältigend gewesen. Jetzt plane man für 2018 rund 15 neue Stolpersteine in der Stadt und suche für die neueren Objekt neue Paten.

Opfer-Liste umfasst etwa 450 Namen

Die Stadt Heilbronn unterstützt das Projekt mit einem Faltblatt, das in der Tourist-Information erhältlich ist. Zudem kann sich jeder im Internet unter www.stolpersteine-heilbronn.de ausführlich informieren.

Etwa 450 Namen umfasst die Liste der Opfer des Nazi-Terrors in Heilbronn - viele Juden sind darunter, Behinderte, Kranke, politische Gegner, Sinti und Roma. Das Material und das Verlegen der Steine wird über Spenden finanziert. Jeder Stein öffnet den Zugang zu einer besonderen Lebensgeschichte.

Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich bei Günter Spengler melden: über E-Mail crg.spengler@gmx.de oder Telefon 0151 58 32 81 81.

 


Kommentar hinzufügen