Nach weniger als einer Sekunde sind die alten A6-Pfeiler zerbröselt

Region  Ein Teilstück der ehemaligen A6-Brücke über dem Neckar wird an diesem Donnerstag abgerissen: Zwei Pfeiler werden gesprengt, das Bauwerk kracht auf den Boden. Die letzten Vorbereitungen laufen.

Von Simon Gajer

Von den Arbeiten betroffen ist der Verkehr auf der Autobahn sowie zwischen Neckarsulm-Obereisesheim und Heilbronn auf der Neckartalstraße.

Die Dimensionen sind gewaltig: Gut 1,2 Tonnen Sprengstoff haben die Kollegen um Sprengmeister Eduard Reisch in den vergangenen Tagen in die beiden Brückenpfeiler gepumpt - nicht in einer klassischen Stangenform. Bei der Sprengung am Donnerstag kommt erstmals eine Gelemasse zum Einsatz.

Eduard Reisch, der seit drei Jahrzehnten im Geschäft ist, hat damit bereits einmal das Fundament eines Windrads zerlegt. Nun wird er diese Variante erstmals bei einer Bauwerksprengung einsetzen. Mit ein Vorteil ist: Der Sprengstoff kommt schneller in die 196 Bohrlöcher.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Was ist jetzt noch zu tun? Unter der Brücke wird beispielsweise Schotter aufgeschüttet, um die Erschütterungen abzumildern. Noch diesen Mittwoch werden die Pfosten eingehüllt, unter anderem mit alten Lkw-Reifen. Damit soll verhindert werden, dass die Brocken weggeschleudert werden.

Wenn Eduard Reisch am Donnerstagmorgen den Auslöser betätigt, geht alles rasend schnell: Zeitversetzt werden die an den Pfeilern montierten Sprengsätze gezündet. Zeitversetzt deshalb, damit die Erschütterungen nicht ganz so gewaltig sind. Er rechnet damit, dass die Pfeiler in weniger als einer Sekunde Geschichte sind, dann stürzt die Brücke runter.


Die A6 zwischen Heilbronn/Neckarsulm und Bad Rappenau ist ab 7 Uhr gesperrt, auch die Neckartalstraße ist bis Montagfrüh nicht mehr zu passieren. Der beliebte Neckartal-Radweg ist davon nicht betroffen: Es geht um einen Brückenabschnitt auf Höhe der Neckartalstraße.

 


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