Nach dem Feuer in Ilsfeld: Experten untersuchen den Brandort

Ilsfeld  Am Mittwochabend brennen Hunderte Paletten lichterloh, das Feuer im Gewerbegebiet hält Wehren aus der Region stundenlang in Atem. Jetzt beginnt die Ursachensuche.

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Nach dem Feuer in Ilsfeld: Experten untersuchen den Brandort

Geschmolzene und verbogene Stahlträger, Schutt, Asche: So sieht es am Tag danach im Palettenlager aus. Fotos: Alexander Klug

Die Temperaturen haben die Stahlträger schmelzen lassen, ein Gabelstapler steht verkohlt auf dem Hof. Ein Feuer hat am Mittwochabend eine von drei Hallen eines Unternehmens im Ilsfelder Gewerbegebiet in Schutt und Asche gelegt.

Während am Mittwoch rund 100 Feuerwehrleute bis in den frühen Morgen das hoch in den Nachthimmel schlagende Feuer bekämpfen, sind selbst am Tag danach noch eine Drehleiter samt Besatzung im Einsatz, um letzte Glutherde zu löschen. Das Gebäude an der Ecke Robert-Mayer- und Mercedesstraße ist zerstört, die Polizei schätzt den Schaden auf 2,5 Millionen Euro.

Drei Drehleiterfahrzeuge im Einsatz

Die Holzpaletten boten dem Feuer reichlich Nahrung, die Hitzeentwicklung war groß. "Was in der Halle gelagert oder produziert wurde, wissen wir nicht", sagt der Ilsfelder Kommandant und Einsatzleiter Steffen Heber.

Der Eigentümer der Immobilie sei Ansprechpartner hinsichtlich Abriss und Sicherung. 

Heber sagt: "Wir haben die Einstufung des Brandes schnell erhöht, um zusätzliche Kräfte hinzuziehen zu können." Am Ende waren drei Fahrzeuge mit Drehleitern aus Heilbronn, Lauffen und Weinsberg im Einsatz - tags darauf auch die Drohne der Walheimer Wehr. Das machte viel Nachschub an Wasser erforderlich, zwischenzeitlich kamen 5000 Liter pro Minute aus den Rohren. "Zum Glück ist direkt nebenan das Freibad, da gibt es Wasser", erläutert Steffen Heber. Weiteres Wasser entnahm die Feuerwehr der nahen Schozach und dem Wasserleitungsnetz.

 

 

"Der Druck im Leitungsnetz wurde von sechs auf acht Bar erhöht", ergänzt Bürgermeister Thomas Knödler. Bauhofmitarbeiter brachten außerdem säckeweise Salz zum Brandort. "Es war so kalt, dass das Löschwasser auf der Straße zu einer gefährlichen Eisschicht wurde." Zudem musste ein Rohrbruch an anderer Stelle eilig geflickt werden, um nicht unnötig Wasser zu verlieren.

Löschwasser nicht belastet

Erleichtert ist der Bürgermeister, dass das Feuer nicht auf benachbarte Gebäude übergegriffen hat. "Der Funkenflug war enorm. Aber außer, dass durch die Hitze einige Fenster zu Bruch gegangen sind, sind mir derzeit keine Schäden an Nachbargebäuden bekannt."

Aufmerksam untersuchte die Feuerwehr das Löschwasser, das dafür vom Landkreis angeschaffte Fahrzeug rückte aus Lauffen an. Beim Jagstunglück 2015 hatte verseuchtes Löschwasser für ein Fischsterben gesorgt - im April 2019 waren Fische in der Schozach durch eine Chemikalie getötet worden. "Vom Löschwasser ging zu keiner Zeit Gefahr für Menschen oder Schozach aus", sagt Heber.

Sobald ein Statiker die Ruine untersucht hat, werden Brandermittler des Landeskriminalamts aus Stuttgart versuchen, der Ursache des Feuers auf den Grund zu gehen.

 

 

Anmerkung: Die HPZ Holz-Paletten-Zentrum GmbH, Mercedes Straße 14, 74360 Ilsfeld, legt Wert auf die Feststellung, dass gegen sie kein Insolvenzverfahren eröffnet ist.  

 


Alexander Klug

Alexander Klug

Reporter

Alexander Klug ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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