Nach Vandalismus in Lauffen: Was zahlt die Versicherung?

Lauffen am Neckar  Was zahlt die Versicherung bei Vandalismus? Diese Frage beschäftigt einige Betroffene, nachdem ein 21-Jähriger in Lauffen randaliert hat. Anja Schneider von der WGV-Versicherung mit Sitz in Stuttgart gibt Auskunft:

Asylantrag des Gambiers wurde bereits 2017 abgelehnt

Waldemar Janzen holt am Montag ein beschädigtes Auto ab. Auch die Fahrer der beauftragten Abschleppdienste fragen: "Was ist denn hier passiert?" Ob die Versicherung Abschleppkosten bezahlt, erklärt eine Expertin im Interview.

Foto: Adrian Hoffmann

Wie muss man versichert sein, damit die Versicherung bei solchen Vandalismus-Schäden zahlt?

Schneider: Erforderlich ist eine Vollkaskoversicherung, die unter anderem auch sogenannte „Mut- oder böswillige Handlungen“ deckt, zu denen auch Vandalismusschäden gehören. Für die Beschädigungen der Verglasung - Windschutz-, Heck-, Seitenscheibe - genügt aber bereits eine Teilkaskoversicherung.
 

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?

Schneider: Die Selbstbeteiligung kann in der Voll- und Teilkaskoversicherung mit unterschiedlichen Selbstbehalten vereinbart werden. Zwischen 0 Euro und 2.500 Euro kann der Betrag hier schrittweise variabel vereinbart werden.
 

Besteht die Möglichkeit bei Vorfällen wie in Lauffen, dass die Versicherung die Schäden komplett bezahlt?

Schneider: Wurde eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, so deckt diese sämtliche Schäden, die durch die mut- und böswillige Handlung verursacht wurden.
 

Haftpflicht- und Teilkasko, nutzt das etwas – oder in diesem Fall nur Vollkasko?

Schneider: Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt ausschließlich Schadenersatzansprüche Dritter durch den Gebrauch des eigenen Fahrzeugs, und keine Schäden am eigenen Fahrzeug. Die Teilkaskoversicherung nutzt in diesem Fall für Beschädigungen an der Verglasung und übernimmt diese Kosten. Den vollständigen Versicherungsschutz bietet nur die Vollkaskoversicherung.
 

Wie hoch steigen die Beiträge im Anschluss?

Schneider: Das ist in der Vollkaskoversicherung von den jeweils vereinbarten Versicherungsbedingungen und der aktuellen Schadensfreiheitsklasse abhängig. In der Teilkaskoversicherung gibt es kein Schadensfreiheitsklassen- System und daher auch keine Rückstufung
 

Kann es unterm Strich günstiger sein, den Schaden selbst zu bezahlen?

Schneider: Die Höhe des Schadens muss den Kosten der vereinbarten Selbstbeteiligung sowie möglichen Rückstufungen in der Schadenfreiheitsklasse und eventuell daraus resultierenden Beitragserhöhung gegenübergestellt werden. Die Entscheidung liegt hier ganz beim Versicherungsnehmer.
 

Wie ist es mit dem Abschleppdienst? Wird der von der Versicherung übernommen?

Schneider: Die erforderlichen Abschleppkosten vom Schadenort bis zur nächstgelegenen Werkstatt, die für die Reparatur geeignet ist, sind bei Beschädigung des Fahrzeugs in der Kaskoversicherung mitversichert.


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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