Nach Brandanschlag in Lauffen: Türkei fordert Aufklärung

Stuttgart/Berlin  Der Syrien-Konflikt heizt die Stimmung in Deutschland an. Die Innenministerien des Bundes und des Landes Baden-Württemberg beobachten die Entwicklung aufmerksam.

Von Heike Kinkopf

Nach Brandanschlägen auf Moscheen in Lauffen und in Berlin hat die türkische Regierung eine rasche Aufklärung der Taten gefordert. "Wir beobachten mit Sorge, dass Angriffe auf türkische Moscheen in Deutschland durch rassistische und anti-islamische Gruppen sowie die Terrororganisation PKK zuletzt zugenommen haben", teilte das Außenministerium in Ankara mit.

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"Deutschland ist aufgrund des hiesigen Bevölkerungsanteils auch Spiegel der türkisch kurdischen Konflikte in den Heimatregionen", teilt das Bundesinnenministerium auf Stimme-Anfrage mit. Die Vorfälle in der Region um Afrin hätten auf die hier lebenden Kurden einen Emotionalisierungseffekt.

Situation in Baden-Württemberg ist angespannt

"Davon unabhängig gilt: Alle Aktionen müssen sich an Recht und Gesetz in Deutschland halten." Gewalt auf den Straßen dürfe wie jede andere Form von Straftaten unter keinen Umständen geduldet werden. "Die Sicherheitsbehörden stehen zu den aktuellen Ereignissen in ständigen Informationsaustausch", heißt es beim Bundesinnenministerium.

Auch in Baden-Württemberg verschärfe sich die ohnehin angespannte Lage zwischen Türken und Kurden, so das Landesinnenministerium. "Die Polizei beobachtet die Situation und trifft die geeigneten Maßnahmen", so ein Sprecher des Ministeriums.

Ereignisse in der Türkei oder in Nord-Syrien im Zusammenhang mit dem türkisch-kurdischen Konflikt, die geeignet sind, zur Emotionalisierung einer oder beider Seiten beizutragen, machen sich auch in Baden-Württemberg regelmäßig durch einen Anstieg demonstrativer Ereignisse bemerkbar. Je nach Emotionalisierungsgrad könnten diese Ereignisse auch Anlass für mitunter gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und türkischen Personen in Baden-Württemberg sein.