Nach Verzicht auf B27-Anschluss: Neckarsulmer OB geht auf Befürworter zu

Neckarsulm  Der Gemeinderat verabschiedet sich davon, die Bundesstraße mit der Binswanger Straße zu verbinden. Wie versprochen trifft sich Oberbürgermeister Steffen Hertwig nun mit Befürwortern des Großprojekts. Für Lösungen ist es zu früh.

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Die Bundesstraße könnte mit der Binswanger Straße verbunden werden. Foto: Ralf Seidel

Die Anschlussstelle Binswanger Straße und Bundesstraße 27 war für viele Neckarsulmer der Hoffnungsschimmer. Sie setzten alles darauf, dass der Durchgangsverkehr über die neue Kreuzung fährt und damit Teile der Innenstadt entlastet werden. Der Gemeinderat hat die Lösung zwar noch nicht endgültig zu den Akten gelegt, die finale Abstimmung steht noch aus. Allerdings haben sich Oberbürgermeister Steffen Hertwig sowie die meisten Fraktionen entsprechend geäußert: Der Anschluss wird nicht kommen. Im Oktober wird nach 20 Jahren ganz offiziell im Gemeinderat der Schlussstrich unters Projekt gezogen.

 

OB will sich möglicher Kritik stellen

Schon vor der Sommerpause hatte Oberbürgermeister Steffen Hertwig versprochen, nach den Ferien mit Befürwortern der Anschlussstelle zu reden. Dazu kommt es diesen Mittwoch, 15. September, ab 19 Uhr in der Volkshochschule Neckarsulm. „Ich nehme die Sorgen und Bedenken der enttäuschten Projektbefürworter ernst und stelle mich auch möglicher Kritik“, sagt Steffen Hertwig. Er war lange Zeit Befürworter der Maßnahme, jetzt lehnt er sie ab. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, sich zu der Gesprächsrunde anzumelden, und zwar per E-Mail: buergermeisteramt@neckarsulm.de oder telefonisch unter der Rufnummer 07132 35202. Während der Veranstaltung müssen medizinische Masken getragen werden.

Es gibt erste Ideen, den Verkehr neu zu steuern

Das Treffen am Mittwoch wird nicht mehr werden als ein Meinungsaustausch. Wie der Verkehr zukünftig fließen soll, dazu gibt es zwar erste Ideen. Allerdings will der Gemeinderat erst den gesamten Blick auf die Stadt werfen, dann solle über Einzelmaßnahmen entschieden werden. Denkbar ist beispielsweise, wie von den Grünen-Stadträten vorgeschlagen, den Verkehr am Aquatoll vorbeizulotsen. Außerdem steht im Raum, den sogenannten Süd-Knoten bei Bechtle umzubauen. Bislang staut sich dort häufig zu den Spitzenzeiten der Verkehr.

 

„Statt der zentralen großen Lösung müssen wir jetzt auf ein alternatives, verträglicheres Maßnahmenbündel setzen, um die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten“, sagt Steffen Hertwig. Laut einer Rathauspressemitteilung will er "nach angepassten, verträglicheren Lösungen" suchen, "die nicht stadtzerstörend wirken".

Die Anschlussstelle stand schon seit langem in der Kritik. Dass der Gemeinderat nun den Schlussstrich ziehen will, hat mehrere Gründe. Argumentiert wird dabei auch mit der Flächenversiegelung sowie den Baukosten.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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