Museum im Schafstall zeigt Werke des Fantastischen Realismus

Neuenstadt  Die neue Ausstellung mit dem Titel "Univers fantastique" ist ab 13. Oktober geöffnet. Bei über 160 Bildern von 15 Künstlern, die alle eine andere Einstellung zum Fantastischen Realismus haben, ist die Ausstellung für den Besucher ein besonderes Erlebnis.

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Die neue Ausstellung im Museum im Schafstall zeigt Werke des Fantastischen Realismus

Die Werke der neuen Ausstellung " Univers fantastique" im Museum im Schafstall in Neuenstadt imponieren teils mit knalligen Farben und großen Formaten, wie hier ein Ölbild von Eli Tiunine.

Foto: Ralf Seidel

"Jeder findet etwas, das ihm gefällt", erklärt Hubert Sawatzki, Leiter des Museums im Schafstall in Neuenstadt, bei den Vorbereitungen für "Univers fantastique". Für ihn als Aussteller sei das aber gleichzeitig eine Herausforderung.

Der Museumsleiter wird wohl noch bis zur letzten Sekunde hadern, ob die Werke am richtigen Platz hängen, ob die Beleuchtung stimmt und ob der Hintergrund aus roten oder schwarzen Stoffen, Holzbalken oder Sandstein passt. Denn das Arrangement soll nicht nur den Besuchern gefallen, sondern vor allem auch den Malern selbst, von denen zwölf extra aus Frankreich anreisen, um bei der Vernissage dabei zu sein.

Jeder Künstler hat eine Abteilung

Auch wenn in den Tagen zuvor noch nicht alles seinen endgültigen Bestimmungsort gefunden hat, klar ist, dass jeder Künstler eine Abteilung bekommt. "Mit einem Mischmasch hat man keine Chance", erklärt Sawatzki. Wer wo hängt, sei weitgehend Zufall und auch praktischen Gründen, wie der Größe der Bilder, geschuldet. Denn die Werke haben die unterschiedlichsten Formate: von rund bis quadratisch, mit oder ohne Rahmen, bis hin zu einem riesigen Hochformat von zwei auf 1,30 Meter ist alles dabei.

Die neue Ausstellung im Museum im Schafstall zeigt Werke des Fantastischen Realismus

Werke wie "Shamata" von Jean-Marie Gasteuil enthalten allerlei Symbolik. Foto: Ralf Seidel

Auch unter den Künstlern sind unterschiedliche Kaliber. Sie sind zwar alle in Frankreich bekannt, trotzdem stechen zwei von ihnen heraus, sagt Sawatzki. Claude Verlinde und Marcel Nino Pajot gehören ihm zufolge zu den besten lebenden Malern Frankreichs. Bei Pajot hätten sogar die anderen Künstler Druck gemacht, dass Sawatzki und sein Team ihn für die Ausstellung gewinnen müssten. Keine leichte Aufgabe, wie der Museumsleiter erzählt. Letztlich sei es aber durch gute Kontakte und langjährige Erfahrung gelungen. Die Werke von Verlinde und Pajot sind gleich nach dem Eingang - rechts um die Ecke - zu sehen.

Knallige bunte Traumwelten

Während bei ihnen Erdtöne vorherrschen und die Farbgebung ebenso wie die Motive eher realistisch anmuten, imponieren andere Künstler wie Eli Tiunine mit knallig bunten Traumwelten, in denen menschliche Körper in tierische übergehen, Landschaften surreal wirken und es dem Betrachter kaum möglich ist, alle Details auf den ersten Blick zu erfassen.

Die neue Ausstellung im Museum im Schafstall zeigt Werke des Fantastischen Realismus

Von Marcel Nino Pajot ist unter anderem das Bild "Rosinantes Flucht" zu sehen. Foto: Ralf Seidel

Genau das ist es, was den Fantastischen Realismus ausmacht. Hat er seine stilistischen Wurzeln doch besonders im Surrealismus und im Magischen Realismus. Wie die Ausstellungsmacher auch im Flyer zu "Univers fantastique" beschreiben, könnte der Fantastische Realismus als Zweig in der Malerei beschrieben werden, der "Träume Wirklichkeit werden lässt". Und so fühlt man sich auch auf dem Weg durch die Ausstellung - von Abteilung zu Abteilung, von Künstler zu Künstler taucht man in eine neue Welt ein, mit Bildern, die voller Symbolik sind.

Den Abschluss im ersten Stock machen Werke unter anderem von Hugues Gillet, die für Sawatzki "Fantastischer Realismus schlechthin" sind - mit Einflüssen von Picasso und Dalí.

Ein Jahr Vorbereitung für die Ausstellung

Etwa ein Jahr hat Sawatzki mit seinem Team an der Ausstellung gearbeitet. Unverzichtbar dabei seine langjährige Freundin Janine Mielcarek aus Saint-Avold in Frankreich. Sie hat einen Satz geprägt, der für Sawatzki die Ausstellung am besten beschreibt: "Ein Maler malt nicht, was er sieht, sondern er malt, was er sehen will, mit den Mitteln, zu deren Wahl er sich entschlossen hat."


Öffnungszeiten und Preise

Die Ausstellung "Univers fantastique" ist von 13. Oktober bis 26. Januar im Museum im Schafstall zu sehen. Sie ist immer mittwochs und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und nach telefonischer Absprache unter 07139 3924. Auch am 6. Januar kann sie besichtigt werden. Der Eintritt kostet fünf Euro. Am 25. Dezember und 1. Januar ist das Museum geschlossen. Führungen gibt es jeden Sonntag um 11 Uhr, um telefonische Anmeldung wird gebeten. Die Teilnahme kostet vier Euro.


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller kam Anfang 2019 zur Heilbronner Stimme und schreibt nun seit September für die Regionalredaktion. Sie kümmert sich um Themen im östlichen und nördlichen Landkreis.

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