Mountainbike-Marathon in Dahenfeld abgesagt

Neckarsulm  Nach 13 Jahren ist vorerst Schluss mit dem Mountainbike-Marathon in Neckarsulm-Dahenfeld.

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Mountainbike-Marathon in Dahenfeld abgesagt

Der Mountainbike-Marathon im Neckarsulmer Stadtteil Dahenfeld findet dieses Jahr nicht statt. Normalerweise wäre um diese Zeit die Anmeldung gestartet. Ein Streit um die Streckenführung hat zu dieser Entscheidung geführt.

Foto: Archiv/Klotz

Der Radclub (RC) Pfeil hat das Rennen, das das einzige seiner Art im Landkreis Heilbronn ist, für dieses Jahr abgesagt. Auslöser dafür sind Unstimmigkeiten mit dem Jagdpächter des Waldes, durch den das Rennen größtenteils führt.

Wichtiger Abschnitt

Pächter Harald Schmieg wollte einen Streckenabschnitt vom Rennen ausschließen, da dieser durch ein Naturdenkmal und unmittelbar an seinem Damwildgehege vorbei verläuft. Genau dieser Abschnitt ist laut der Veranstalter aber entscheidend für das Rennen, da die Anstiege und Abfahrten dort sehr anspruchsvoll sind. Eine gleichwertige Alternative gebe es nicht. Trotzdem entschieden sich erst der Ortschaftsrat und dann das Ordnungsamt dafür, die Rennstrecke dieses Jahr nur ohne das Teilstück zu bewilligen.

Dass das die Absage des Rennens bedeutet, war den Beteiligten nicht bewusst, wie sie sagen. "Wir bedauern das sehr", betont Ordnungsamtsleiter Bernd Pfitzenmaier. Auch Schmieg sagt, dass er nie etwas gegen den Mountainbike-Marathon hatte. Sein Anliegen sei es lediglich gewesen, die Strecke etwas zu verändern, um die Natur und die Tiere im Bereich des Naturdenkmals zu schützen.

Keine leichte Entscheidung

Leicht haben sich die Verantwortlichen des RC die Entscheidung nicht gemacht, berichtet Vorsitzender Bruno Gurr. Sie seien kompromissbereit gewesen und hätten auch alternative Strecken gesucht, versichert Bernd Sailer, Abteilungsleiter Rennrad. "Es gibt aber keinen Ersatz." Um die Gründe zu verstehen, müsse man mit der Strecke und dem Sport vertraut sein.

Das hätten die Radclub-Aktiven auch gern dem Ortschaftsrat erklärt, der in einer nichtöffentlichen Sitzung die von Schmieg vorgeschlagene Streckenführung befürwortete. "Wir wurden nicht mal gefragt oder eingeladen", bemängelt Sailer. Das sei es, was den Verein am meisten ärgere. Schmieg hatte hingegen die Möglichkeit, sein Anliegen vorzubringen, weil er im Ortschaftsrat ist.

"Es war kein formaler Tagesordnungspunkt", rechtfertigt Ortsvorsteher Stefan Erlewein das Vorgehen. Schmieg habe die Angelegenheit beim Punkt "Verschiedenes" angebracht und von Gesprächen mit RC-Vertretern berichtet, die wenig kompromissbereit gewesen seien. "Wir hätten das Rennen gerne weiter gehabt, aber nicht um jeden Preis", lautet Erleweins Fazit. Das Gespräch mit dem RC suchte der Ortsvorsteher nicht.

Enttäuschendes Vorgehen

Dieses Vorgehen enttäuscht die Aktiven des Radclubs sehr, sagt Gurr. Auch das Argument, dass mit der Verlegung der Strecke dem Naturschutz gedient sei, lässt er nicht gelten. Das Rennen finde auf Wegen statt, die täglich von Menschen benutzt werden. Auch das Ordnungsamt hatte bisher nie etwas gegen die Streckenführung. Denn auch die Wege in einem Naturdenkmal dürfen betreten und befahren werden. Eine Störung des Damwilds sieht Gurr durch die Mountainbiker ebenfalls nicht, da sie keine lauten Geräusche verursachten. Zuschauer würden sich im Bereich des Geheges kaum aufhalten.

Unter den neuen Bedingungen möchte der Radclub das Rennen nicht mehr veranstalten, sagt Gurr. Diese Entscheidung sei endgültig. Für den Fall, dass sich das doch noch ändere, versichert Ordnungsamtsleiter Pfitzenmaier im Gespräch mit der Heilbronner Stimme: "Die Türen im Rathaus stehen weiter offen."


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller kam Anfang 2019 zur Heilbronner Stimme und schreibt nun seit September für die Regionalredaktion. Sie kümmert sich um Themen im östlichen und nördlichen Landkreis.

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