"Man lebt und arbeitet gerne hier"

Gundelsheim  Die Stadt Gundelsheim ist geprägt von seiner Geschichte und der besonderen Lage.

Von Stefanie Pfäffle

"Man lebt und arbeitet gerne hier"
Blick auf den Neckar bei Gundelsheim.  

Schloss Horneck in mattem Gelb mit den markanten schwarz-weißen Fensterläden ist das, was jeder im Kopf behält, der an Gundelsheim vorbei fährt − sei es auf dem Neckar oder auf der B27. Es ist ein Vermächtnis des Deutschen Ordens, das seit 1960 den Siebenbürger Sachsen gehört, die es nun mit einem Kultur- und Tagungszentrum neu beleben wollen. Wer den Sprung über die Bahngleise nimmt, entdeckt auf der großen Gemarkung von Gundelsheim aber auch noch so manch anderen Grund, warum es sich hier gut leben lässt.

"Man lebt und arbeitet gerne hier"
Schloss Horneck ist ein Überbleibsel des Deutschen Ordens und gehört heute den Siebenbürgen. Es ist eines der Wahrzeichen von Gundelsheim.  

Auf über 3800 Hektar erstreckt sich das weitläufige Gemeindegebiet. Zur Kernstadt gehören seit 1938 bereits Böttingen und in den 1970ern folgen Bachenau, Höchstberg mit dem Weiler Bernbrunn, Obergriesheim und Tiefenbach. Zusammen sind das knapp 7400 Einwohner, Tendenz steigend. "Das neue Baugebiet Hoher Kirschbaum II ist noch nicht mal fertig erschlossen und schon wieder voll, aber auch alle Stadtteile werden neue Baugebiete bekomme, weil die Nachfrage so groß ist", erzählt Bürgermeisterin Heike Schokatz. "Viele Junge kommen nach dem Studium wieder, ich kann sagen, man lebt und arbeitet gern in Gundelsheim".

Reges Vereinsleben

"Man lebt und arbeitet gerne hier"
Die historische Altstadt mit ihrer attraktiven Bausubstanz wird seit dem Jahr 2008 Zug um Zug saniert.  

Vielleicht liegt es ja an der außergewöhnlichen landschaftlichen Lage zwischen Neckar und den zu den steilsten Lagen gehörenden Weinbergen im Himmelreich. Oder am regen Vereinsleben. Über 50 Vereine bieten vom Motorradsport über Fußball und Gartenbau bis zum Gesang so ziemlich alles, was das Hobbyherz begehrt. Aushängeschild und Anziehungspunkt von außerhalb ist sicher der Gundelsheimer Carnevalsverein mit über 1100 Mitgliedern. Die Narren mit ihren Fernsehsitzungen in der Deutschordenshalle haben die Gemeinde ebenso bekannt gemacht wie Chocolatier Eberhard Schell, und der Umzug lockt jedes Jahr tausende nach Gundelsheim.

"Man lebt und arbeitet gerne hier"
Der Brunnen vor dem Rathaus mutet im Vergleich zu den vielen Hinterlassenschaften des Deutschen Ordens sehr modern an.  

Die Vereine helfen der Kommune aber auch bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Im Rahmen des Modells "Krumme Ebene" haben sich außer in Tiefenbach in allen Ortsteilen Vereine zusammengeschlossen und mit städtischem Zuschuss jeweils eine eigene Mehrzweckhalle gebaut. Die müssen natürlich unterhalten werden und so wird auf der gesamten Gemarkung fleißig gefestelt. 

"Das gesellschaftliche Leben in den Stadtteilen sucht wirklich seinesgleichen", findet Schokatz. Vor allem besuche man sich gegenseitig und pilgere kreuz und quer durch die Gegend, um die jeweiligen besonderen kulinarischen Angebote zu genießen. Apropos pilgern: In Höchstberg steht die Wallfahrtskirche "Unsere liebe Frau vom Nussbaum" und auf der gesamten Gemarkung des katholisch geprägten Gundelsheims finden sich unzählige Wegkreuze.

Die Stadt will wieder näher an den Neckar rücken, auch wenn B27 und Bahngleise sie davon trennen. Deswegen wird hier gerade mit einer Brücke über die Schienen das größte Straßenbauprojekt des Landkreises umgesetzt. Immerhin bringen die Ausflugsschiffe im Sommer zahlreiche Touristen in die seit 2008 Zug um Zug sanierte Altstadt und in die Besenwirtschaften. Dann nutzen auch mehrere Busgruppen täglich die vielfältigen Stadtführungsangebote. Und so mancher nimmt dann auch sicher einer der vielen besonderen Leckereien mit, die in Gundelsheim hergestellt werden, von Angusrind über Schafskäse und Schokolade bis zum frisch gerösteten Kaffee.