Linke Gruppe bekennt sich zu Konfetti-Attacke auf AfD

Heilbronn  Nach Vorkommnissen auf dem Wartberg ermittelt die Polizei unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Im Detail ist aber noch unklar, was am Dienstagabend passiert ist.

Von Heike Kinkopf

Linke Gruppe bekennt sich zu AfD-Attacke

Auf der Suche nach Beweismitteln finden Polizisten rund um den Wartberg verschiedene Gegenstände. Ob diese von den geflüchteten Tätern stammen, ist aber noch offen.

Foto: Heike Kinkopf

Etwa 15 Polizisten haben am Mittwoch weitläufig die Gegend rund um das Wartberg-Restaurant in Heilbronn abgesucht. Die Beamten sicherten Gegenstände, die Hinweise auf die Täter geben könnten, die am Dienstagabend ein Treffen der AfD störten. Inzwischen hat sich eine Gruppe zur Tat bekannt, die sich selbst als "Heilbronner Antifaschisten" bezeichnet.

Nach wie vor ist im Detail unklar, was am betreffenden Abend auf dem Wartberg passierte. So gehen etwa die Schilderungen auseinander, wer wen wie verletzt hat.

Konfetti auf den Tischen

Einig sind sich alle Beteiligten, was den groben Ablauf der Attacke angeht. Demnach wurden rund 40 Teilnehmer einer Veranstaltung des AfD-Kreisverbands im Nebenzimmer des Wartberg-Restaurants kurz nach 20 Uhr mit Papierschnipseln aus einer Konfetti-Kanone beschossen. Diese wurde von draußen durch ein offenes Fenster abgefeuert.

"Es knallte drei Mal", sagt Kreisvorsitzender Rainer Podeswa auf Stimme-Anfrage. Diejenigen, die direkt am Fenster saßen, "haben einen heftigen Knall auf die Ohren gekriegt". Einer Frau sei das Ohr zugeschwollen. Wie die Polizei mitteilt, sind zwei Teilnehmer vorsorglich zur ambulanten Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden. Podeswa geht von weiteren Verletzten aus.

Einige Teilnehmer des Treffens sollen Knalltraumata erlitten haben, sagt Polizeisprecher Frank Belz. "Dieser Verdacht ist noch nicht aufgeklärt." Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und versuchten Raubs. Demnach habe ein Teilnehmer des AfD-Stammtischs das Geschehen filmen wollen, dabei habe ihm laut Polizeisprecher Achim Küller jemand das Handy entreißen wollen.

Im Raum steht weiter, dass bei den Auseinandersetzungen eine Holzlatte zum Einsatz kam. "Davon ist uns aktuell nichts bekannt", sagt Küller am Mittwochnachmittag.

Täter sind vermummt

Die Polizei geht von 15 bis 20 vermummten Tätern aus. Auf der Internet-Plattform de.indymedia.org bekennt sich eine Gruppe aus dem linken Spektrum zur Tat. Welche Personen konkret dahinter stecken, ist nach wie vor offen. Mitglieder der Gruppe breiteten laut Polizei und Staatsanwaltschaft im angrenzenden Weinberg ein großflächiges Transparent aus. Außerdem brachten sie Schilder mit Äußerungen von AfD-Politikern entlang der Zufahrtsstaße und vor dem Restaurant an und sie verteilten Flugblätter in der Gaststätte.

Die Polizei sucht Zeugen, die vergangenen Dienstag zwischen 19.30 und 20 Uhr Verdächtiges beobachtet haben sowie Bild- oder Videoaufnahmen und Kennzeichen von Autos. Hinweise an die Kriminalpolizei unter der Nummer 07131 1044444.


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